07.07.2020

eine kleine Geschichte: Dancing on Douyin

Eine kleine Geschichte von Ying Fei, der TikTok Tänzerin 

Ying ist 7 Jahre alt und liebt das Tanzen. Fast noch viel mehr liebt sie aber aktuell ihren neuen roten Rock, den Mama auf Taobao für sie und ihre Schwester erstanden hat. Taobao ist eine chinesischen eCommerce Plattform von Alibaba, also eine chinesische eBay-Amazon-Kombination, auf der Waren entweder als Auktion oder zu einem Festpreis angeboten werden. Ying's Mama kauft fast alles auf Tabao.
Foto: Douyin / TikTok logo


Foto: Tanzen
Überhaupt liebt Ying's Mama das Internet und vor allem liebt sie die Videoplattform TikTok, die im Chinesischen Douyin heisst. Es handelt sich um ein soziales Netzwerk, ähnlich wie Instagram, also eine kostenlose App. Anstatt von Bildern werden jedoch kurze, selbstgedrehte Videos eingestellt, meist mit Musik unterlegt, häufig wird dazu getanzt oder gesungen. Seit es diese Platform gibt (2017), ist Ying's Mama richtige "Filmemacherin" geworden. Es startete damit, dass sie für Ying's Oma die Tanzvideos ihrer Töchter eingestellt hat. Denn Ying's 66-jährige Oma, Jing Fei, lebt in einer anderen Stadt, ist Rentnerin, geht selbst oft zum Tanzen in den Park und gehört zu den über 400 Mio täglichen Douyin Nutzern. Sie schaut sich aber nicht nur die Videos ihrer Enkelinnen an, weit gefehlt. Eigentlich war es sogar Ying's Oma, die mit TikTok Videos gestartet hat. "Seit ich Rentnerin bin, habe ich viel mehr Zeit", sagt sie. "Douyin macht mein Leben interessanter. Es fordert mich geistig, damit ich auch hier", sie tippt sich an den Kopf, "fit bleibe. Es ist gut, sich im Ruhestand mit so etwas beschäftigen zu können", erklärt sie. Außerdem gefällt ihr, dass "ganz normale Leute ihre Videos über ihr ganz normales Leben hochladen". Man braucht auch nicht lange zu üben, denn die Videos haben meist nur eine Länge von 15 Sekunden. Themen sind oft Streiche, Alltägliches, Karaoke, Haustiere oder eben Tanzen. Ying Fei hofft, dass sie durch ihre Tanzvideos berühmt werden kann und natürlich ganz viel Geld verdienen wird. Dann würde sie Oma Jing ein Haus in der Nähe kaufen, damit sie zusammen üben und Videos drehen können. Im roten Rock, versteht sich.

https://www.tagesschau.de/ausland/tik-tok-app-101.html: Obwohl Design, Entwicklung und Programmierung der App chinesisch sind, kam das Produkt erst verhältnismäßig spät nach China. Da gab es TikTok-Vorgänger Musical.ly bereits in Europa, USA und in anderen asiatischen Ländern. China sei ein ganz anderer Markt, erklärt Musical.ly-Gründer und TikTok-Chef Alex Zhu. Der Wettbewerb sei anders, viel intensiver. "Alle Unternehmen verbrennen Geld, um Influencer und Traffic zu kaufen. Es ist schlicht teuer, in China auf dem Markt zu sein. Man braucht ein großes Team und ein riesiges Budget. Darum haben wir am Anfang gesagt: Lass uns zuerst auf Länder außerhalb Chinas fokussieren", legt Zhu dar.
Seit 2017 läuft das Geschäft nun aber auch richtig in China. In dem Jahr kaufte das chinesische Unternehmen ByteDance TikTok (damals noch Musical.ly)
Keine Plattform wuchs 2019 so schnell wie TikTok. Nun versucht YouTube auf den Zug unterhaltsamer Kurzvideos aufzuspringen (mit seinen You Tube Shorts). Immerhin verschlief die aktuell noch weltgrößte Videoplattform schon Trends wie Videospiel- und Musik-Streaming. Während in China TikTok auch für Ältere ist, erfreut sich die Plattform im Western vor allem bei jungen Menschen großer Beliebtheit. Youtube will seine "Shorts" dabei in einen Feed integrieren und keine neue Plattform entwickeln. Gerade hier liegt das "Suchtpotenzial" von TikTok: Die maximal einminütigen Videos erfordern eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, bieten durch den endlos scheinenden Feed an Videos aber trotzdem stundenlange Unterhaltung. Als Erfolgsgarant nutzt TikTok dabei unter anderem Instagram- und YouTube-Influencer, die sich auf der Plattform breitmachen. Entsprechend hofft YouTube, über seine Stars Zuschauer an sich zu binden. Vor Ende 2020 ist aber nicht mit YouTube Shorts zu rechnen. Es wäre aber wichtig, um Konkurrenz zur aus Beijing stammenden Plattform zu haben, die natürlich einer zentralen Kontrolle unterliegt.

Kleingedrucktes zu meinen kleinen Geschichten: Personen, Namen, Handlungen und Zitate sind frei erfunden und nur ein neues Format meiner Bildkommentierungen, Beobachtungen, Gespräche und Recherchen.

06.07.2020

Palavern in der Vegueta

Im Süden von Las Palmas liegt die Altstadt Vegueta, dem Gründungsort der Stadt Ende des 15. Jahrhunderts. Trotz vieler toller historischer Gebäude wie dem Casa de Colón, der Catedral de Santa Ana, dem Museo Canario, dem Gabinete Literario etc. wirkt sie immer sehr ausgestorben und selbst palavernde Männer sind eher selten. Die sind dann aber, bitteschön, total super farblich auf die Umgebung abgestimmt.
Foto: Ton in Ton
JTEBS palavern \\ umgangssprachlich: 1) scheinbar endlos, ergebnislos reden: nutzlos, lange verhandeln oder 2) sich angeregt unterhalten\\ Synonyme: sich ergehen, schwadronieren (umgangssprachlich) rumeiern (umgangssprachlich abwertend) faseln, labern, schwafeln; (umgangssprachlich, oft abwertend) quasseln; (salopp abwertend) quatschen, sülzen; (abwertend, besonders süddeutsch) [daher]schwätzen, reden, erzählen, plappern, plaudern, ratschen, schwatzen... meine Güte, haben wir viele verschiedene Wörter. Toll!  www.duden.de/palavern www.wissen.de/rechtschreibung/palaver

Palaver: Der Ausdruck für „endloses Gerede“ kam auf dem Umweg über Afrika ins Deutsche, obwohl das Ursprungswort aus dem Griechischen stammt. Parabole heißt dort „Gleichnis“, im Kirchenlatein wurde daraus parabola. Die portugiesische Sprache übernahm es als palavra in der Bedeutung von „Wort“, „Sprache“. Die Engländer wiederum lernten es vermutlich im 18. Jh bei Kontakten mit portugiesischen Händlern an der afrikanischen Küste kennen, denn palavra bezeichnete dort Gespräche zwischen Weißen und Eingeborenen als auch die Eingeborenenversammlungen. Daraus wurde im Englischen dann
palaver und in dieser Form kam das Wort ins Deutsche.

05.07.2020

Casa de Colón

Das Kolumbus Haus steht in der Altstadt La Vegueta von Las Palmas und beherbergt heute ein Museum. 1478 gründete Juan Rejón, der Eroberer der Insel Gran Canaria, die heutige Stadt Las Palmas. Das Casa de Colón war das Haus des Gouverneurs. Die Gebäude der damaligen Regierung konzentrierten sich um das Gebiet der heutigen Kathedrale in der Altstadt.
1492 besuchte Kolumbus auf seiner Reise nach Amerika das Haus, als er auf der Insel landete, um eines seiner Schiffe zu reparieren. Das Gebäude bekam erst in den 1950er Jahren seine heutige Form. Dabei wurden Teile des alten Gouverneurspalastes wie das reich geschmückte Portal in das Bauwerk integriert https://wiki/Casa_de_Colón
Foto: Casa de Colón

04.07.2020

Carnaval II

Neben den grossen Umzügen und Bühnenveranstaltungen gibt es auch eine ganz andere Seite des Gran Kanarischen Karnevals: unerwartet, mittendrin und kreativ.
Foto: 
Da sitzt am Nachbartisch auf einmal ein Pärchen, ganz normal zum Dinner, aber phantasievoll als Pirat und Elf verkleidet während alle anderen keinen "Verkleide-Abend" haben. Oder das kostümierte Betriebsessen am Abend neben unserem Hotel mit Zauberer, Dame aus den 30igern, Richter, Zimmermann, Lumpenfrau, Aladin u.v.m. Und klar, lieben auch die Kinder es, einfach mal verkleidet auf der Promenade als Spider-Katzen-Clown entlang zu rollern.
Foto: Verkleidet zum Rollerfahren
Foto: Verkleidet zum Dinner


03.07.2020

Carnaval

Es ist die 5. Jahreszeit in Las Palmas, der alljährlich Ende Februar eingeläutete Karneval, der mehrere Wochen dauert. Jedes Jahr wird wochenlang geprobt und gefeiert. 
Foto: Kinder Karneval Ausscheidung
Er ist vergleichbar mit dem brasilianischen Karneval und hat seine Tradition vermutlich von den vielen Lateinamerikaner, die auf die Insel kamen. Die milden Temperaturen tun ihr übriges. Wochenlang wurde die grosse Bühne auf dem Platz Santa Catalina aufgebaut, aber Veranstaltungen und Umzüge finden auf der ganzen Insel statt: Feste Bestandteile der Feierlichkeiten sind die verschiedenen Galas, bei denen die wichtigsten Repräsentanten, also La Reina/Königin und Drag Queen, gewählt werden. Dazu gehört auch der Wettstreit der traditionellen Musikkapellen „Murgas“, die mit ihren Satiregesängen Regierung und Gesellschaft auf die Schippe nehmen. Der grosse Umzug „La Cabalgada“ und der Straßenkarneval die „Mogollones“ dürfen nicht fehlen, genauso wie der krönenden Abschluss des Karnevals, die Beerdigung einer Sardine am Strand „El Entierro de la Sardina“ www.cancograncanaria.com/de/karneval-auf-gran-canaria/
Quelle: http://lpacarnaval.com/santa-catalina-das-herz-des-karnevals



02.07.2020

Sin prisa

Es war das Motto unserer unerwarteten 2 Wochen in Las Palmas: in Ruhe geniessen (Ohne Eile, aber mit Plasier/Spaß/Lust).
Foto: Sin prisa pero con ganas
Da bleibt man auch schon mal an einer Abrisswand stehen und überlegt, was die Wand wohl alles an Geschichten erzählen könnte.
Foto: Abrisswand


Schon fast verdrängt habe ich das frühe Aufstehen in der zweiten Woche, um Homeoffice ab 5:30 Uhr zu machen. Frühschicht hat eben was.

01.07.2020

Nicolas Estévanez

Wer war eigentlich Nicolas Estévanez? JTEBS, er hat noch ein "de Murphy" an seinen Namen, also
Nicolas Estévanez de Murphy, seine Vater war Francisco Estévanez und die Mutter hieß Isabel Murphy. 1838 in Las Palmas de Gran Canaria geboren, zog er in frühen Kindheitsjahren nach La Laguna/Teneriffa, wo seine Familie herstammte. Er war ein angesehener Militär und wurde Gouverneur von Madrid, dann Kriegsminister und Abgeordneter während der Ersten Republik. 1878 erscheint in der Zeitschrift „Revista de Canarias“ sein gefeiertes, in sieben Teile gegliedertes Gedicht „Canarias“, von dem „El Almendro“ (Der Mandelbaum) in besonderer Weise auf die Insellage eingeht. Dieser Mandelbaum befand sich in dem Garten des Hauses, in dem seine Mutter aufwuchs. Das Haus steht zwar noch bis heute in der Gegend von Gracia, doch der Baum ist verschwunden. Darüber hinaus veröffentlichte er eine zweite Gedichtesammlung (Musa canaria – Kanarische Muse), „Rastros de la vida“ (Spuren des Lebens) und „Fragmentos de mis memorias“ (Fragmente meiner Erinnerungen). Er starb in Exil in Paris www.webtenerife.de/schriftsteller/nicolas-estevanez-murphy.
Foto: Calle Nicolas Estévanez 
Den Namen der Straße muss ich mir aber nun nicht mehr für's Postkartenschreiben merken, denn Monika con K ist umgezogen. Nicht weil es ihr in der kleinen Wohnung nicht prima gefiel, sondern weil der Vermieter ihr eine andere angeboten hat, mit größerem Balkon. Das ist natürlich in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und social distancing Gold wert.
Foto: nuevo apartamiento

30.06.2020

eine kleine Geschichte: Tanzen im Park

Eine kleine Geschichte von Herrn Tang, dem passionierten Tänzer

Herr Tang kommt jeden Tag in den Xiangyang Park. Am Wochenende ist er ab 14:30 Uhr da. In der Woche von 18 -21 Uhr. Er muss pünktlich sein, denn er wird sehnsüchtig erwartet von seinen Tanzschülern: jung und alt, weiblich, männlich, alles ist dabei und freut sich über das Engagement des inzwischen 70jährigen Herrn Tang. "Was kann ich denn Schöneres machen", sagt der Rentner "als meine Freude am Tanzen weitergeben". Diese Freude und Leidenschaft sieht man ihm an, jeden Tag und immer wieder.
Foto: in Action
Auf Samstag freut Herr Tang sich aber besonders. Denn dann unterrichtet er die Kleinen.
"Am Anfang habe ich nur Erwachsenen geholfen, ihre Tanzschritte zu verbessern", erzählt er. Die hatten sich einfach um ihn gescharrt und mitgemacht, wenn er tanzte. Inzwischen bezeichnet sich Herrn Tang ganz offiziell als Tanzlehrer, denn er hat einen richtigen Plan für seine Tanzkurse und eine offizielle Genehmigung, eine Musikbox in den Park mitzubringen.
Herr Tang lacht "ich hatte gar nicht vor zu unterrichten, sondern bin nur in den Park gekommen, um selbst zu tanzen. Es sind dann aber immer mehr Schüler dazugekommen, die fragten, ob sie nicht regelmäßig mit mir üben könnten. Dann fragten Mütter, ob sie ihre Töchter bringen können. Und so kam eins zum anderen" erzählt er stolz.

Herr Tang hat das Tanzen von seiner Mutter gelernt, die ihn schon als kleinen Junge mit in den Park nahm. Herr Tang erinnert sich "Wir hatten nicht viel Geld, aber wenn meine Mutter sonntags zum Tanzen ging, hat sie sich fein gemacht, wie eine richtige Dame."
Ihm war es zu langweilig zuzuschauen, deshalb hat er sich einfach dazugestellt und angefangen, die Bewegungen nachzumachen. Dass er Talent hatte, sah seine Mutter sofort und hat mit ihm viel weiter geübt. Heute versteht er das und sagt "man sieht sofort, wenn ein Kind, Gefühl für Rhythmus, Musik und Bewegung hat." Er zeigt auf die kleine Ying. "Sie ist erst seit einem Monat dabei, aber macht ihre Sache schon viel besser als die große Schwester."

Inzwischen hat Herr Tang es für seine Kurse zur Auflage gemacht: wer regelmäßig kommen will, muss in ein Tanz-Outfit investieren. "Der Rock muss schwingen", sagt Herr Tang "und die Schuhe brauchen einen Absatz". Das Outfit von der kleinen Ying gefällt ihm und mir besonders gut: schlicht, in schwarz-rot-weiß, ganz spanisch mit einem nicht zu kurzen Rock.
Ying's Mutter ist sehr ehrgeizig und hofft, dass zumindest eine ihre beiden Töchter auf der Videoplattform TikTok berühmt werden könnte. (Anmerkung: In China heisst TikTok auch Douyin und ist eine Art chinesisches Youtube, was mit 400 Millionen aktiven Nutzern pro Tag jung und alt mit Kurzvideos unterhält.)

Ying's Mutter freut sich sehr über das Engagement von Herrn Tang. "Er nimmt kein Geld dafür", sagt sie, " das ist sehr ungewöhnlich, denn in China kostet alles Geld."
Warum Herrn Tang kein Geld nimmt, will ich von ihm wissen. "Ach", er schüttelt abwehrend mit den Händen "ich habe alles, was ich brauche" und wiederholt, was er wirklich meint "ich möchte einfach meine Freude am Tanzen weitergeben" sagt er und demonstriert den Kindern erneut, die richtige Hand- und Armbewegung, für die neuen Tanzschritte, die sie heute gelernt haben. www.youtube.com/HerrTangderTanzlehrer
Foto: Vormachen - Nachmachen
Kleingedrucktes zu meinen kleinen Geschichten: Personen, Namen, Handlungen und Zitate sind frei erfunden und nur ein neues Format meiner Bildkommentierungen, Beobachtungen, Gespräche und Recherchen.


29.06.2020

schwarzer Sand

Es gibt mehrere richtig dunkle Sandstrände auf Gran Canaria, aber auch am langen, eigentlich gelben Sandstrand Las Canteras gibt es Stellen, an denen schwarzer, glitzernder Sand angespült wird, besonders am Surfer-Strand, also am Südende des Strandes, wo er nicht mehr von den Barras geschützt ist.
Foto: Schwarzer Sand
Foto: Beim "blauen Pin" ist der dunkle Surferstrand.
Foto: dunkel, hell gemischt

Woher kommt der schwarze Sand? Oder ist es vielleicht doch Teer? Nein. Wie alle Kanarischen Inseln ist auch Gran Canaria vulkanischen Ursprungs und die abkühlende Lava wurde zum schwarzem Vulkangestein, das überall zu sehen ist. Dieses Gestein zerfällt mit den Jahrtausenden (oder sind es Millionen?), erst zu glatten dunklen Kieselsteinen, die immer kleiner zerrieben werden.
Am Ende bleibt feiner, schwarzer Sand, der je nach Strömung des Wassers auf den Stränden angehäuft wird. Der helle Sand entsteht genauso, nur ist das Ausgangsgestein heller.

www.geocaching.com/geocache/gran-canaria-las-piramides-de-puerto-rico: Gran Canaria entstand durch vulkanische Aktivität im Erdzeitalter Miozän vor 9-14 Millionen Jahren. Seine geologische Geschichte ist durch einen kontinuierlichen Wechsel von eruptiven Episoden und Erosion gekennzeichnet. Die Insel hat sich während drei großer Eruptionszyklen gebildet, jeweils gefolgt von Perioden vulkanischer Inaktivität, in denen erosive Prozesse stattgefunden haben. Das Ergebnis ist ein sehr steiles Profil vom Gipfel zur Küste mit einem Netz von Schluchten/Barrancos und eine Vielzahl verschiedener Gesteinsschichten mit unterschiedlicher Struktur, Zusammensetzung und Farbe.
Foto: Gesteinsschichten
Noch besser sieht man die Schichten natürlich auf einem Profibild wie diesem:
Quelle: www.geocaching.com
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28.06.2020

Schuhmacherei

Weil wir gestern gerade bei traditionellem Handwerk waren, hier ein Hinweis für unsere (...vielleicht...ob das überhaupt noch in der nächsten Zeit geschehen kann?... oh nein...) nächste Sydneyreise.
Foto: robuster Schuh

27.06.2020

Hutmacherei

Im Faro de Maspalomas gab es eine kleine Ausstellung zur Sombrerería auf Gran Canaria. Schade, dass man nicht gleich auch Hüte kaufen konnten. Wir wären am Start gewesen.
Foto: Arten von Hüten
Foto: Hüte 
Auf der Suche nach einer einfachen, deutschen Übersicht zu Hüten/Hutnamen bin ich leider gescheitert, aber wer sich interessiert, kann mal hier reinschauen: https://hut-online.at/Hutlexikon/.
Quelle: www.pinterest.com/historical-fashion/




dunas

Maspalomas, Playa del Inglés und Meloneras sind Touristenhochburgen. Neben Leuchtturm und Promenade ist es natürlich das Wetter und die ausgedehnte Dünenlandschaft (Dunas de Maspalomas) am Meer mit breiten Strand, der anlockt. Man hört Deutsch und Englisch, kaum Spanisch.
Foto: Strand
Foto: Düne
Wir sind ein kurzes Stück am Strand in Richtung Playa del Inglés gelaufen, aber nein danke, zu voll und heiss für uns. 

Lange war übrigens nicht klar woher der Sand der Dünen genau stammt www.kanaren-virtuell.de/gcanaria_2/orte/duenen Inzwischen weiss man, dass der Sand verschiedenen Ursprungs ist. Zum einen besteht er aus Material, dass aus der Erosion der Felsenküste stammt, zum anderen besteht der Sand aber auch aus Schwemmmaterial welches durch den Barranco de Fataga transportiert wurde, als dieser noch viel Wasser führte. Der größte Teil des Sandes allerdings besteht aus zerriebenen Muschelschalen, welche durch die Brandung, die Gezeiten, sowie durch die Veränderung des Meeresspiegels aufgetragen wurden. Der angeschwemmte Sand wird vom Passatwind weiter landeinwärts getragen, bis er auf ein 
Hindernis trifft und sich zu einer Düne auftürmt, welche dann ca. 2- 5m pro Jahr weiter landeinwärts wandert, bis sie sich durch ihr Gewicht und Bewuchs so stark verfestigt hat, dass die Wanderbewegung stockt. Diese Wanderung kann bis zu 500 Jahre dauern. Besonders bemerkenswert ist die Flora des Dünengebietes. Bedingt durch die Trockenheit, den Salzgehalt, den sandigen Boden und den Wind können hier nur Pflanzen überleben, welche entsprechende Anpassungsstrategien entwickelt haben.

Gleiches gilt auch für die Fauna der Dünen, weshalb diese, abgesehen von den rund 125 Insektenarten, auch nicht besonders vielfältig ist. Viele dieser Tier- und Pflanzenarten sind endemisch und kommen nur auf den Kanaren, manche sogar nur in der Umgebung der Dünen von Maspalomas vor. Unweit des Leuchtturms von Maspalomas befindet sich der kleine Salzwassersee "La Charca", welcher ein eigenes Ökosystem im Gesamtsystem des Dünengebiets bildet. Die Charca ist vermutlich der Rest eines vor rund einer Million Jahren entstandenen Flussdeltas am Fuße des Barranco de Fataga. Leider hat gerade die Charca stark unter den Sünden des Massentourismus gelitten (Abwasser, Sinken des Grundwasserspiegels und damit Ansteigen des Salzgehaltes). Heute versucht man den ursprünglichen Zustand des einstigen Vogelparadieses wiederherzustellen.

2007 wurden einige Maßnahmen beschlossen um den Naturraum der Dünen von Maspalomas noch besser zu schützen. Als Vorlage hierzu sollen die Schutzzonen der deutschen und niederländischen Dünenlandschaften der Nordseeküste mit eingezäunten Wegen dienen. Tipp: Einen besonders schönen Überblick über die Dünen hat man, wenn man den Weg durch das Rui Palace Hotel, am Ende der Av. de Tirajana, weitergeht. Hier steht auch das Informationszentrum zum Naturpark "Dunas de Maspalomas"

26.06.2020

Dragon(no)boat

Gestern (25.6.) war Dragon Boat Festival. Das auch genannte Duanwu Festival (Duānwǔ Jié, gesprochen ungefähr: dwann-woo jyeah) startet am 5. Tag des 5. Monats des Mondkalenders und ist ein 3-Tage-Urlaub, für den wir allerdings am Sonntag 28.6. dann wieder arbeiten müssen (um den Freitag als Brückentag nachzuholen). Wir haben uns längst daran gewöhnt, dass Chinesen ihren Urlaub nicht "optimieren" und auch nicht verstehen, weshalb wir uns echauffieren, dass doch ein anderer Sonntag hätte gewählt werden können, damit man 4 Tage im Stück hat. Nein, so denkt kein Chinese und überhaupt, man kann ja am Sonntag Urlaub nehmen, wenn man 4 Tage braucht. Nun ja, wir wären in Deutschland gewesen, aber der Flug wurde von Lufthansa wieder storniert.
Foto: Dragonnoboat
Anders als in Hong Kong ist es in Shanghai sehr schwer herauszufinden, ob, wo und wann vielleicht Drachenboot Rennen stattfinden. Ich habe jedenfalls keines entdecken können und der einzige Drache in Flussnähe war dieser.
Foto: 端午 Dragon boat Festival


Faro de Maspalomas

Der Faro de Maspalomas ist ein 60m hoher, unübersehbarer Leuchtturm in Maspalomas. Er befindet sich im Ortsteil El Oasis ganz im Süden von Maspalomas und direkt an der Strandpromenade.
Die ersten Ideen zum Bau entstanden1861, um ihn als Orientierungshilfe für die Handelsschiffe der immer beliebteren Transatlantikroute zu nutzten, die Waren zwischen Europa, Afrika und Amerika transportierten. Mit dem Bau beauftragt wurde der kanarische Architekt Juan de León y Castillo. Die Fertigstellung des Turmes dauerte bis 1889 an.
Foto: 60m
Das gesamte Baumaterial musste über das Meer herangeschafft werden, weil der Landweg wegen der hohen Berge und Schluchten im Landesinneren von Gran Canaria zu beschwerlich war.
Am 1. Februar 1890 leuchtete der Faro de Maspalomas zu ersten Mal. Damals wurde noch ein Petroleumlicht im Inneren der Glaskuppel genutzt, das 1906 gegen eine elektrisch betriebene Lampe nebst Generator und Batterie ausgetauscht wurde http://maspalomas-gran-canaria.de/der-faro

Man kann ihn besteigen. Es fährt aber auch ein Fahrstuhl hoch (dann muss man nur noch eine kleine enge Wendeltreppe mit "Gegenverkehr" rauf). Auf dem Nebengebäude befinden sich eine Besucherterrasse, innen ein kleiner Shop und Ausstellungen.
Foto: Touren


25.06.2020

Naturschwimmbad

In Australien heissen sie rock pool. Die Spanier sagen piscina natural. Man findet einige im Norden von Gran Canaria. In Agaete zum Beispiel nach einem kurzen downhill Spaziergang vom Hotel Rock Negra, auf dem man nun auch erkennt, warum es "schwarzer Stein/Felsen" heisst.
Foto: zu den rockpools
Foto: piscinas naturales
Wir sind nicht hinein in das Wasser, denn es war zu kalt, aber wer mal virtuell hinein will, kann das hier tun: www.youtube.com/agaetepool. Weitere Pools: www.payless.es/tipps/naturschwimmbader-auf-gran-canaria

24.06.2020

Roca negra

Das weiße Spa-Hotel in Agaete heisst "Schwarzer Stein": Roca Negra. Wir sind auf einen "Terassenbesuch" dorthin - und waren fast die einzigen auf der großen Dachterrasse.
Foto: auf dem Dach

Foto: Dachterrasse

Das Hotel wurde 2009 in Agaete, im Nordwesten der Insel, eröffnet und alle 140 Zimmer haben Blick auf das Meer, denn es ist in den Hang gebaut.
Foto: Touren



Erst bei der Recherche und dem Betrachten der Luftaufnahmen werde ich an etwas erinnert. Richtig, an ein Kreuzfahrtschiff, hihi.
Foto: Hotelgigant

23.06.2020

eine kleine Geschichte: Verkehrspolizei

Eine kleine Geschichte: Herr Li, der Verkehrspolizist

Herr Li ist Verkehrspolizist in Shanghai und hat immer viel tun, aber seit einem Jahr besonders viel. Denn da wurde eine Anordnung erlassen, dass Verkehrsregeln auch von Zwei-, Dreiradfahrern und Fußgängern beachtet werden müssen. Seitdem können sich Herr Li und seine Kollegen kaum mehr vor Arbeit retten. "Natürlich galten Verkehrsregeln schon vorher für alle Verkehrsteilnehmer", erzählt Herr Li "aber viele Menschen, die keinen Autoführerschein haben, kennen die Regeln gar nicht", weiss er. 

Deshalb wurde am Anfang auch auf "freundliche Aufklärung" gesetzt, was bedeutete: viel Polizeipräsenz auf Straßen und Kreuzungen, damit Verkehrsteilnehmer angehalten, aufgeklärt und gewarnt werden, dass ihr Verhalten zukünftig nicht toleriert werden wird: nein, bei ROT darf man NICHT über die Ampel fahren oder gehen. Als Scooter- oder Radfahrer darfst du NICHT in eine EINBAHNstrassen fahren, überhaupt müssen Fahrbahnrichtungs- oder andere Markierungen sowie Straßenschilder beachtet werden. Kreuzungen bitte nicht diagonal oder zu einem beliebigen Zeitpunkt, ohne zu gucken überqueren. Auch müssen motorisierte Zweiräder ordnungsgemäß zugelassen sein inklusive der Batterien, Windschutzvorrichtungen oder sonstigen selbstgetätigten Anbauten.

"Nicht immer zeigen sich die Verkehrsteilnehmer einsichtig", erzählt Herr Li und ein bisschen versteht er es auch, wenn sich Leute beschweren, dass sie nun große Umwege fahren müssen. Wenn er kann (und das geht nicht mehr oft, denn überall werden neue Kameras installiert), drückt Herr Li auch noch manchmal beide Augen zu, gerade bei älteren Verkehrsteilnehmern. "Aber auch die Alten müssen mit der Zeit gehen und sich an Regeln halten", fügt er dann aber streng hinzu "es dient zur eigenen Sicherheit und dem besseren Verkehrsfluss in Shanghai", so die Parole.

Inzwischen ist die Zeit der "freundlichen Aufklärung" vorbei, es werden Strafen und Punkte verteilt sowie Arbeitgeber informiert. Im Englischen wird von "crackdown" (Durchgreifen, Durchsetzen der Regeln) gesprochen. Seitdem geht es auf Shanghai's Straßen nun auch wirklich sehr viel disziplinierter zu.
Foto: Verkehrspolizei
"Jetzt habe ich wieder normal viel zu tun", erzählt er, denn auch die Corona-Sonderschichten sind seit Mai eingestellt, zu denen Herr Li Straßenkontrollen beaufsichtigen musste, damit Temperatur und Gesundheit-QRcodes der Autofahrer geprüft werden konnten. 

Sein heutiger Dienst hat wieder an der Zufahrt zur Yanan Hochstraße, Ecke Ruijin Strasse begonnen. Da steht er morgens ab 7 Uhr und schaut, wie sich der Berufsverkehr auf der Hochstrasse entwickelt. Wenn diese zu voll wird, sperrt er die Auffahrt einfach ab oder wie heute, öffnet nur eine Spur, um weniger Autos rauf zu lassen. "Das ist das effektivste Mittel", erklärt er und zuckt mit den Achseln "in Shanghai gibt es einfach zu viele Autos".
Foto: Hochstraßenauffahrt


Seine Arbeit macht Herr Li gern, jetzt sogar mehr als früher, denn die Arbeit ist sicherer geworden. Weil die Verkehrsteilnehmer mehr auf Regeln achten, werden auch die auf der Straße stehenden Verkehrspolizisten nicht mehr so häufig übersehen.

Kleingedrucktes zu meinen kleinen Geschichten: Personen, Namen, Handlungen und Zitate sind frei erfunden und nur ein neues Format meiner Bildkommentierungen.

22.06.2020

Puerto de Mogán

Puerto de Mogán wird auch häufig als „Klein Venedig“ von Gran Canaria bezeichnet www.unaufschiebbar.de/puerto-de-mogan. Es ist ein kleiner Hafenort, durch den vom Meer aus ein Kanal mit Brücken geht, der vielleicht an das Ambiente von Venedig erinnern soll. Viele Segelschiffe haben hier ihren Anker gelegt. Der Hafen ist mit Blumen, kleinen Gassen und Restaurants recht idyllisch gestaltet und hat uns gut gefallen. Wir waren allerdings auch zur besten Zeit dort, die Sonne ging unter, es wurde kühler und Ruhe kehrte ein. Es gibt auch einen kleinen Strand Playa de Mogán mit Promenade und Geschäften.
Foto: Orterkundung in der Abenddämmerung
Foto: Puerto de Mogán
Foto: Touren

21.06.2020

Playa de Amadores

Der Strand Playa de Amadores befindet sich zwischen Puerto Rico und Puerto de Mogan. Es ist ein  künstlicher Strand mit hellem, feinen, karibischem Sand. Abgesehen von seiner hellen Farbe hat der Korallensand den großen Vorteil, sich nicht ganz so schnell aufzuheizen wie gewöhnlicher Sand. Der Korallensand gibt dem Wasser ausserdem seine türkisgrüne Farbe. Die großen Wellenbrecher vor dem Strand stellen sicher, dass der Wellengang hier stets auf ein Minimum reduziert ist. Also, perfekte 500m lange Urlaubsidylle - für einige Menschen. Der Ort Amadores selbst hat kaum etwas zu bieten, ausser Hotels. Die Promenade und Restaurants am Strand sind sozusagen auch das Stadtzentrum. Davor ein recht grosser Parkplatz für's "zentrumsnahe Parken" www.grancanaria-beaches.com/de/playa-de-amadores
Foto: Playa de Amadores
Quelle: www.holidaycheck.ch

20.06.2020

Camper

Nach einem gruselig-touristischen Puerto Rico sei erwähnt, dass es auf Gran Canaria trotzdem noch sehr viele authentische und einsame Plätze gibt, wie dieser inoffizielle Camperstellplatz  - weit ab von Menschen, trotzdem ganz in der Nähe von Puerto Rico, in einer kargen Landschaft, die nicht für jedermann/frau etwas ist, weil sehr heiss und trocken. Der Anblick eines VW California lässt unsere Herzen regelmässig hüpfen.
Foto: einsam & trocken

19.06.2020

Puerto Rico

Puerto Rico ist ein Ort im Südwesten auf Gran Canaria. Es ist der zweitgrößte und sonnigste Urlaubsort in Gran Canaria, sehr touristisch mit Hotelburgen rund um den Strand und in den Bergen. Ursprünglich war die Stadt ein kleines Fischerdorf. Heute tummeln sich keine Fische mehr in der Bucht, sondern nur Touristen. Will man etwas Positives sagen, dann ist der Strand ein "bequemer Strand": weicher Sand (der aus der Sahara importiert wurde), seichtes Wasser, von den Anlegestellen geschützt, also sehr kinderfreundlich. Es gibt viele Sonnenliegen und -schirme zu mieten. Die Infrastruktur ist gut inklusive Duschen und Toiletten www.grancanaria-beaches.com/de/puerto-rico
Foto: Puerto Rico
Foto: Strand
Foto: Touren
Foto: Puerto Rico Strand

18.06.2020

Dedo de Dios

In Puerto de las Nieves herrscht am Wochenende Trubel, deshalb hatten wir natürlich einen Wochentag gewählt. Links und rechts der alten Hafenmole befinden sich Stein-/Kiesstrände, die zwar nicht unbedingt zum "Am-Strand-liegen" einladen, aber durchaus zum Baden, denn das Wasser ist sehr klar. Der Anblick der kargen, steilen Westküste ist imposant. Vor der Steilküste befindet sich ein weiteres Wahrzeichen der Insel: der Dedo de Dios, der Finger Gottes. Der obere Teil dieses Felsens brach 2005 infolge eines starken Sturms ab. Es wurde danach ernsthaft erwogen den oberen Teil des Felsens wieder künstlich aufzubauen, denn wer möchte schon einen abgebrochenen Finger, aber dies erwies sich als zu schwierig und kostspielig. Na ja, dann wird es vielleicht irgendwann eine "Faust ohne Finger" :)
Foto: Puerto de las Nieves
Quelle: www.youtube.com/dedodedios