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11.05.2014

Washlet & Muttertag

Kein Bericht über Japan ist komplett, wenn man nicht auch über die japanischen Komfort-Toiletten berichtet: beheizbarer Sitzring, integriertes Bidet, Akustikschalter zum 'Übertönen', Duftspender etc. Dies alles natürlich nur in der 'western style' Toilettenvariante vorzufinden, die sich deshalb auch größerer Beliebtheit erfreut. Echt zum dran Gewöhnen, auch wenn es manchmal schwer fiel, die richtige Bedeutung der Schalter zu identifizieren, denn nicht alle Washlets waren zweisprachig.
Foto: Washlet
Wie bekomme ich jetzt wohl noch den Übergang zum Muttertag hin, um eine dicke Umarmung per Blog zu übermitteln? Ach, kein Problem, denn japanische Toiletten haben etwas besonders für Mütter: einen Kindersitz, damit Mamas auf dem stillen Örtchen mal wenigstens kurzzeitig ihre Ruhe haben.
Foto: 'Kindersitzablage'
Ja, wie wahr...keine ruhige Minute, wie auch schon Reinhard Mey sang und wie wir beim Babysitten in Tokio als Kurzzeit-Eltern auch mal wieder feststellen mussten. Thank you for everything. Ein Hoch auf tolle Mamas und Eltern - es ist harte Arbeit (ich feiere hier jetzt gleich mal den Vatertag mit ab, denn der Herr Vater ist ja eh kein Blogleser ;)

10.05.2014

Mount Fuji

Bei klarer Sicht hätte man ihn glatt vom Skytree in Tokio aus sehen können. So aber haben wir ihn nur beim Abschied aus der Luft und gut versteckt in den Wolken erspäht, den Mount Fuji.
Foto: Mount Fuji
Er ist mit seinen 3776 Metern der höchste Berg Japans und Nationalheiligtum, dessen Besteigung inzwischen ein Massengeschäft geworden ist. Die Japaner verehren den Berg wegen seines symmetrischen Vulkankegels und weil sie dort Konohanasakuyahime vermuten, die Göttin der aufblühenden Baumblüten. Die Besteigung des Fuji ist nur im Sommer vom 1. Juli bis 30. August erlaubt. An manchen Tagen stehen dann bis zu 3000 Besucher auf dem Gipfel www.spiegel.de/reise/fuji-pilgern-zum-hoechsten-gipfel-japans.

09.05.2014

Örtliche Polizeidienststelle

Ohne Florent Chavouet wären wir wahrscheinlich auch gar nicht auf die kleinen Polizeidienststellen (Koban) in Tokio aufmerksam geworden, die es in jedem Viertel in sehr unterschiedlicher Bauweise und Größe gibt.
Foto: Koban, Illustrationen von Florent Chavouet aus Tokyo on Foot, 2006
In der Regel machten die 'Kobanese' einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Eindruck, aber wenn man gegen Verbote verstößt, kommt schon auch mal die schrille Trillerpfeife zum lauten Einsatz, wahrscheinlich abhängig vom Typ des Polizisten, wie Chavouet anschaulich illustriert hat. Und natürlich fährt die Polizei in Tokio auch Fahrrad.
Foto: Kobanese a la Chavouet

08.05.2014

Klappfahrräder

In Tokio wird viel Fahrrad (und insbesondere Klappfahrrad) gefahren. Fahrradwege und extra Parkplätze machen es möglich. Nicht gesehen, aber darüber gelesen: es gibt inzwischen richtige Fahrrad-Tiefgaragen-Parkhäuser, die vollautomatisch funktionieren und dein Fahrrad per Lift in eine Tiefe von bis zu zwölf Metern transportieren und unterirdisch abstellen http://green.wiwo.de/platzwunder-tokio-baut-tiefgaragen-fur-fahrrader.
Foto: Fahrräder in Tokio
Achtung: für nicht ordnungsgemäß abgestellte Drahtesel gibt es Strafzettel. So gesehen und auch berichtet von Florent Chavouet in seinen Comic-Aufzeichnungen, die uns so manchen Tipp in Tokio beschert haben.
Foto: Graphic Memoir, Florent Chavouet, 2006

07.05.2014

kleine Cafés

Einige asiatische Länder haben eine echte Kaffeekultur entwickelt. Audi Kollegin Rita aus Taiwan bestätigte dies zu Taipei. Jetzt zähle ich definitiv auch Tokio dazu. Und besonders zu empfehlen sind die kleinen Mini Cafés, wo selbst husband in fröhlich-lange Konversation mit dem Barista verfiel, weil es einfach so nett und individuell dort zugeht.
Foto: Mini Cafes in Tokio
Und da fragte man sich doch, wie die Tür zum Café Tonga (Bild rechts) aufgehen soll? Aber doch, es ging: sie ging zwar nicht ganz auf, aber eine Person passte rein, um den Kaffee herauszureichen, den man an einem schmalen Tresen bestellen konnte ;)

06.05.2014

kleine Autos

Japan ist das Land der kleinen Autos und man muss immer wieder schmunzeln über einige Formen und Proportionen, die für europäische und selbst Hong Konger Augen ungewohnt sind. Aber Parken ist teuer, Parkraum sehr begrenzt und einige Straßen eng.
Foto: Vor Einfahrt bitte Maße prüfen
Deshalb gibt es wohl auch eine breite Palette von süßen Kleinstlieferwagen, die nicht größer als ein PKW sind, nur eben höher und kastenförmiger.
Foto: kleine Lieferwagen



04.05.2014

skytree

Der Tokio Skytree ist ein 634m hoher Fernsehturm, der 2012 eröffnet wurde und aktuell der höchste Fernsehturm und das zweithöchste Gebäude der Welt ist. Auf 350 und 450m befinden sich jeweils Aussichtsplattformen, die einen grandiosen Blick auf die japanische Hauptstadt bieten. Und ganz getreu der Mama Regel 'immer irgendwo rauf und sich einen Überblick verschaffen', stand der Skytree natürlich auf unserem Tokio Programm.
Foto: Ausblick vom Skytree
Wir hatten Glück: an unserem letzten Tag riss der Himmel auf, die Sonne kam durch, wir waren früh dran und der Andrang deshalb noch nicht groß, so dass wir fast eine Stunde im Skytree Cafe saßen und den Ausblick genossen haben. Kneif mich mal. Und nicht schlecht haben wir gestaunt, als auf einmal zwei Männer vorbei kamen - das machen sie zwei Mal im Monat.
Foto: Fensterputzen ganz manuell

03.05.2014

non smoking

Aus Tokios Straßen herrscht Rauchverbot und wir geben der Stadt natürlich dafür ein dickes Kompliment hinsichtlich Fortschrittlichkeit und Gesundheitsbewusstsein.
Foto: Rauchverbot
Um so irritierender war es, dass dies nicht für Restaurants gilt, wo die Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherbereich nur sehr halbherzig vollzogen wird und uns in einem Restaurant am Abend sogar erklärt wurde, sie hätten gar keine Nicht-Raucherplätze. (Ich musste glatt mal nachschauen und war erstaunt, dass das Rauchverbot in Gaststätten in Deutschland auch erst seit 2008 gilt - wie schnell hat man sich daran gewöhnt und findet es selbstverständlich!)
Foto: Rauchen meist noch erlaubt
Neben dem Rauchen überrascht auch das Trinken. In der Umgebung unseres Hotels waren jede Menge Kneipen/japanische Tapasbars, in der sich Mann nach der Arbeit noch den ein oder anderen Absacker erlaubt. Und so sieht man sie tatsächlich oft, die uniformierten (Anzug und Krawatte tragenden) salarymen, torkelnd, ausgelassen, fröhlich-betrunken.
Foto: salarymen

02.05.2014

Kimono @ Tokyo Fashion Week

Gestern war auch hier Feiertag und damit Zeit, mal nach Kimonos zu recherchieren, die mir gefallen (und natürlich ist dieser Blogpost auch Antwort auf den ersten offiziellen Kommentar von Anonym ;) Muchas gracias por tu comentario, querida Katita! Espero que estés bien.)
Eindeutig aufgefallen sind mir die Kimonos von Jotaro Saito aus Kyoto, der in der dritten Familiengeneration sehr erfolgreich die Kimono Mode neu und modern interpretiert www.jotaro.net/profile/en. Und da kann man auch gleich sehen, wie gut Männern Kimonos stehen können. Lässig, oder?
Foto: www.fashion156.com/jotaro-saito-tokyo-fashion-week2014
Hier meine Favoriten, wozu auch der im Kaufhaus gesehene Denim-Jeans-Kimono gehört:
Foto: 

Und für alle, die noch JTEBS werden wollen, zu den verschiedenen Arten von Kimonos, hier eine Übersicht http://welcometotokyo.darkizzy.de. Der Yukata, als bequemer und pflegeleichter Hauskimono ist wahrscheinlich für Deutschland die beste Wahl, z. B. in Berlin zu finden bei www.yukata-kimono.de/Yukata.

01.05.2014

Kimono

Der Kimono ist heutzutage natürlich nicht mehr das Alltagskleidungsstück in Japan, aber an Feiertage wie z. B. Ostern konnte man durchaus häufiger die ein oder andere Japanerin darin bewundern.
Foto: junge Kimonoträgerinnen

Kimono heißt wörtlich übersetzt "Anzieh-Sache". Das etwa fußknöchellange Kleidungsstück ohne Knöpfe oder sonstige Verschlüsse wird lediglich in der Taille mit einer Schärpe (Obi) gebunden.
Foto: Kimono
Für jeden Anlass, gibt es das passende Modell: Der Komon zum Beispiel ist der Alltagskimono mit einem feinen, sich wiederholendem Muster. Er ist für verheiratete und ledige Frauen geeignet. Für die Teezeremonie trägt man den Iromuji. Dieser besitzt außer der Textur des Stoffes kein Muster. Die unkomplizierte, leichtere und alltäglichere Variante der Kimonos heißt Yukata. Es ist ein traditionelles japanisches Kleidungsstück aus Baumwolle und unterscheidet sich durch Material und Accessoires stark von den anderen Kimonos. Aber auch zum Yukata werden die hölzernen Sandalen (Geta) getragen, aber die Schärpe (Obi) wird nur zu einer einfachen Schleife verknotet. In einem Kaufhaus haben wir sogar einen Kimono aus Denim-Jeansstoff gesehen. Die auffälligsten Kimonos sind der Shiromako und der Uchikake – ein Hochzeitsgewand www.zeit.de/Grafik-Kimono. Und wer gedacht hat, Kimonos sind nur was für Frauen, nein, auch Männer tragen sie.

30.04.2014

Sunny Hills

Dies ist ein spezieller Blogpost für Freundin-hat-mal-in-Taipei-gelebt, die mir damals den Laden gezeigt hat und wahrscheinlich längst weiß, dass es auch in Tokio eine coole Niederlassung des taiwanesischen Ananaskuchenherstellers Sunny Hills gibt ;)
Foto: Sunny Hills in Tokio

Was ist das besondere an Sunny Hills? Zum einen schmeckt der Kuchen sehr lecker, feinste Zutaten, bio made in Taiwan. Zum anderen sind Verkaufskonzept und Store ungewöhnlich: moderne, schlichte Wohlfühlatmosphäre; man wird empfangen mit einer Tasse Tee und einem kleinen Kuchen, einfach so und sehr freundlich. Man kann verweilen solange man mag und dann auch wieder gehen. Ein Großteil der Gäste wird wohl am Ende aus Überzeugung doch den Kuchen zum Mitnehmen kaufen, was sehr dezent und unaufdringlich geschieht. Inzwischen gibt es vier Läden in Asien: Taipei, Shanghai, Singapur und Tokio www.sunnyhills.com.sg/stores.
Foto: www.dezeen.com/sunnyhills-at-minami-aoyama-by-kengo-kuma/

Der Laden in Tokio wurde von dem japanischen Architekt Kengo Kuma entworfen: ein kleiner Wald in mitten der quirligen Innenstadt, nach traditioneller japanischer Bauart (ohne Nägel oder Leim), einen Bambuskorb symbolisierend. Gelungen. www.dezeen.com/2014/sunnyhills-at-minami-aoyama-by-kengo-kuma.

29.04.2014

Yoyogi Park

Wir waren ja mit den PB 0110 Freunden in Tokio. Während die einen arbeiteten, die anderen sich mit Tempelgepflogenheiten und Samurais beschäftigten, marschierte Princess Paula munter mit wildfremden Menschen los.
Foto: Meiji Jingu Shrine
Der Yoyogi Park ist einer der zentralen öffentlichen Parks im Stadtteil Shibuya, in dem die Vögel zwitschern und die Luft herrlich frisch ist. In seiner Mitte zu finden ist der Meiji Schrein, ein Denkmal für den Kaiser Meiji, der Japan nach einer langen Zeit der Isolation der Welt geöffnet hat und deshalb auch heute noch sehr verehrt wird. Der Schrein wurde im Zweiten Weltkrieges allerdings komplett zerstört, so dass man heute seine Rekonstruktion besucht www.tokyo-guide.de/meiji-shrine. Will man beten, gibt es vorher ein Reinigungsritual, das uns zwei nette Japanerinnen demonstierten: Schöpfkelle in die rechte Hand, Wasser rein, linke Hand waschen, rechte Hand waschen, linke Hand mit Wasser füllen, Mund waschen - und für alles muss die eine kleine Kelle voller Wasser reichen.
Foto: Reinigungsritual für den Meiji Schrein
Das richtige Beten haben wir dann auch gleich geübt: Geld in eine Rinne werfen, 2 Mal verbeugen, 2 Mal in die Hände klatschen, 1 Mal verbeugen... wann und wie man dazwischen beten sollte, haben wir nicht genau verstanden ;)

28.04.2014

Lost in Tokio Metro

Ok, wir sind verwöhnt: Hong Kong's öffentliche Verkehrsmittel sind unschlagbar, weil immer zweisprachig, günstig und recht übersichtlich. Lange Wege gibt es natürlich auch manchmal zwischen den U-Bahn Stationen, aber gegen Tokio gar kein Vergleich. Hier fehlt es erstaunlicherweise an durchgängigen Wegweisern für ungeübte U-Bahnnutzer und ausreichend Rolltreppen/Fahrstühle für Kofferschlepper. JTEBS: travel light when going to Tokio (was dann auch für kleine Hotelzimmer sehr praktisch ist. Hinweis zum Bild: nur einer der beiden Koffer war unserer ;)
Foto: lange Wege

Trotzdem waren wir natürlich froh, dass es eine Metro in Tokio gibt und inzwischen sind die Stationen auch alle mit englischen Namen versehen, was vor 10 Jahren als wir zum ersten (und einzigen Mal) dort waren, noch nicht der Fall war. Aber der U-Bahnplan bleibt ein unübersichtliches buntes Spaghetti-Netz (www.spiegel.de/u-bahn-tokio-290-kilometer-lange-spaghetti) und selbst nach intensivem Draufstarren ist es uns passiert, dass wir in der falschen Linie saßen bzw. standen.
Foto: Volle U-Bahn
Ansonsten gilt für die U-Bahn in Tokio: stets pünktlich und natürlich wunderbar sauber, selbst auf die Toiletten dort ist Verlass, weil es a) immer welche gibt und b) diese auch ordentlich sind. Zum Thema Toiletten wird es aber garantiert noch einen separaten Blogeintrag geben.
Foto: per Zug vom Flughafen



27.04.2014

ANA & Tokio Airports

All Nippon Airways (ANA) ist die größte japanische Airline, gehört zur Star Allianz und wurde bereits 1952 und damit ein Jahr vor der Lufthansa gegründet www.ana.co.jp/eng/history.
Foto: Leaving Hong Kong Airport
Mit ihr ging es bei Wolken und Regen aus Hong Kong los. Tokio begrüßte uns mit ähnlichem, allerdings knapp 20 Grad kühlerem Wetter (um 10 Grad). Angekommen sind wir im neueren der zwei Flughäfen: Narita, ca. 60km nordöstlich von Tokio. Ein Zug bringt einen recht bequem in die Stadt, am Anfang durch sehr ländliches Gebiet. Es gab viel Ärger um diesen Flughafen, der aufgrund von Protesten zunächst nur eine Start-/Landebahn hatte. Erst 2002 kam 24 Jahre später eine weitere, allerdings nur 2,1km lange Landebahn dazu. Narita gilt infolge der Proteste beim Bau als einer der teuersten Flughäfen der Welt, was noch heute an den strengen Sicherheitskontrollen und immer noch stattfindenden Demonstrationen zu spüren ist http://wiki/Flughafen_Tokio-Narita.
Und wer wie wir jetzt gedacht hat, der andere Flughafen in Tokio (Haneda), ist alt und vernachlässigt, der irrt, denn er ist modern und groß. Wir sind von dort wieder abgeflogen. Der Zug zum Flughafen braucht nur 30min und es gibt eine ins Wasser gebaute Startbahn.
Foto: Leaving Haneda (Tokio) Airport

26.04.2014

Kirschblüte in Tokio

Sakura haben wir wirklich verpasst, denn die Kirschblütezeit in Tokio hat in diesem Jahr am 25. März begonnen (www.jnto.go.jp/sakura/), aber wir konnten uns trotzdem noch über den ein oder anderen rosa blühenden, kirschbaumähnlichen Baum mit Nelkenblüten erfreuen.
Foto: Kirschblütenzeit in Tokio
Und wie nett, die Blüten hingen alle nach unten, was zum Fotografieren natürlich sehr praktisch ist. Und siehe da, mit diesen Suchbegriffen (Kirsche, Nelke, hängen, Japan) wird man JTEBS hinsichtlich der Pflanzenbestimmung: die hängende Nelken-Kirsche ist ein bis zu 6m hoher Zierbaum aus Japan www.baumschule-newgarden.de/Haengende-Nelken-Kirsche. Und weil es zu Sakura schon mal einen Blogeintrag gab, ist dies auch schon alles zu diesem Thema http://jtebs.blogspot.jp/2013/sakura-in-deutschland.
Foto: Sakurafotografie
Nachtrag: nein, Osterglocken haben wir keine gesichtet, dafür aber Stiefmütterchen und Tulpen, was mich sehr an Deutschland erinnert: die Stadt Tokio sorgt für bunte Farbtupfer, die das Stadtleben schöner machen und so kann ich schnell noch mit Tokio Blumen sagen: Happy Birthday, we-had-a-big-time babysitter ;)
Foto: Farbtupfer in Tokio