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23.12.2021

Baumwürger

So sehr ich mich über das leuchtende Orange der kleinen Früchte gefreut habe, so sehr war ich über den Namen erschrocken und der Tatsache, dass der Baumwürger kleinen Bäumen wirklich regelrecht den Saft abdrücken kann www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/baumwuerger

Der Baumwürger ist ein schlingender Kletterstrauch und hat sich darauf spezialisiert, an den Stämmen größerer Bäume hochzuwachsen. Ist keine geeignete Kletterhilfe in Reichweite, breitet der Baumwürger sich mit seinen linkswindenden Schlingtrieben flach über dem Boden aus. Unter günstigen Voraussetzungen erreicht der Kletterstrauch leicht Wuchshöhen um 10 Meter. Sein Name ist Programm: der Baumwürger kann mit dem Dickenwachstum seiner Triebe einen enormen Druck auf die Kletterhilfe ausüben und beispielsweise Regenfallrohre zerdrücken oder kleinere Gehölze förmlich erdrosseln. Große Bäume mit kräftigen Stämmen halten dem Druck jedoch in der Regel gut Stand. 

Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Pflanzen liegt in klimatisch gemäßigten Regionen Ostasiens. Mit den Wettereinflüssen in hiesigen Breiten kommt der Baumwürger bestens zurecht.

Im Herbst läuft er zu Hochform auf. Dann nehmen seine Früchte eine auffallende Farbe an, die Fruchthülle ist gelb gefärbt und gibt im reifen Zustand den Blick auf die orangerote Samenhülle frei. Die Früchte von Celastrus orbiculatus sitzen in zymösen Fruchtständen zusammen und erscheinen in reicher Zahl an den Trieben der Pflanze. Sie bleiben lange haften und bilden bis weit in den Winter hinein einen ansprechenden Schmuck und kann auch strenge Winter mit bis zu -28 °C überstehen.


01.11.2021

Achtung: giftig

Sind Beeren besonders hell und lockend ist Achtung geboten. So zum Beispiel beim Pfaffenhütchen https://naturschutz-im-garten.de/pfaffenhuetchen. Den größten Teil des Jahres ist das Pfaffenhütchen unauffällig. Die Blüten sind relativ klein, die Blätter schlicht, es fügt sich in jede freiwachsende Hecke ein. Erst im Herbst fällt es auf, wenn seine Früchte reifen.  Die leuchtend pinkfarbenen Früchte mit den orangenen Samen ähneln einer Kopfbedeckung katholischer Priester, daher der Name. Und es punktet im Herbst neben den auffälligen Früchten mit einer schönen Herbstfärbung. Aber Achtung, für Menschen sind alle Teile des Pfaffenhütchens giftig, insbesondere die Früchte. Sie enthalten u.a. herzwirksame Glykoside. Die Wirkung des Gifts tritt erst nach ca. 12 Stunden ein, die Folgen reichen von Koliken und Kreislaufstörungen, Fieber bis zu tödlichen Lähmungen. Das Öl der Samen schmeckt bitter und erregt Brechreiz, so daß schwere Vergiftungen sehr selten sind. Nach Angabe der Giftzentrale* Bonn werden bis zu 3 Samen problemlos vertragen. Eine Verwechslung mit anderen Früchten ist kaum vorstellbar.

Da musste JTEBS gleich mal nachschauen, was die Giftzentrale ist und empfiehlt, wenn du doch Samen des Pfaffenhütchen gegessen hast: viel trinken.
Die Giftzentrale gehört zum Universitätsklinikum Bonn und ist eine Informationszentrale gegen Vergiftungen, die du unter einer Hotline (0228-19240) erreichen kannst.

Ca. 32.000 Anfragen pro Jahr zu akuten oder chronischen Vergiftungen treffen ein. Die Beratung erfolgt durch speziell ausgebildete Ärzte*innen, die entscheiden, ob es sich um die harmlose Einnahme nichttoxischer Substanzen handelte, oder ob z.B. unverzüglich eine Magenentleerung oder Giftbindung in Medizinkohle erforderlich ist https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn

29.10.2021

Weißdorn

Der botanische Name der Weißdorne (Crataegus) leitet sich vom griechischen Wort "krataigos" ab und bedeutet "stark" oder "fest". Er bezieht sich auf das zähe, sehr harte Holz der verschiedenen Arten. Es gibt in Europa und Asien rund 90 verschiedene Weißdorne, in Nordamerika sogar bis zu 1000. Die zu den Rosengewächsen (Rosaceae) gehörenden sommergrünen Gehölze sind für Botaniker jedoch ein schwieriger Fall, denn viele Arten lassen sich nicht eindeutig voneinander abgrenzen.
Der Eingriffelige Weißdorn blüht weiss, seine Früchte sind aber rot, ist nicht nur ein Wildobst, sondern auch eine wichtige Heilpflanze. Seine Inhaltsstoffe wirken gefäßerweiternd, daher verordnet man Weißdorn-Präparate in der Naturheilkunde häufig zur Behandlung von Herzschwäche. Auch für die heimische Tierwelt gibt es kaum ein wertvolleres Gehölz: Die nektarreichen Blüten werden gerne von Bienen und anderen Insekten besucht. Die dichte, dornige Krone bietet vielen Vogelarten einen sicheren Brutplatz und die Früchte sind eine wichtige Winternahrung, zum Beispiel für die Wacholderdrossel. Der seltene Neuntöter nutzt zudem gerne die langen Stacheln des Weißdorns, um erbeutete Insekten und kleine Wirbeltiere aufzuspießen www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/weissdorn Englisch: hawthorne oder whitethorn.

16.10.2021

Springkraut

Das Drüsige Springkraut (Balsaminaceae: Impatiens glandulifera) ist eine Pflanze aus der Familie Balsaminengewächse, deren Blüten weiß, rosarot oder kräftig violett gefärbt sind – wobei sich die Blütezeit von Juni bis Oktober erstreckt. Der Nektar ist sehr zuckerhaltig und deshalb für Insekten besonders attraktiv.

Die Pflanzen erreichen eine Wuchshöhe von bis zu zwei Meter. Die für die Gattung Impatiens typischen Kapseln werden beim Drüsigen Springkraut drei bis fünf Zentimeter lang, springen bei Berührung auf und schleudern die Samen bis zu sieben Meter weit. Die Samenproduktion kann 4.000 Samen pro Pflanze übersteigen. Somit ist es denkbar, dass in Reinbeständen 32.000 Samen pro Quadratmeter gebildet werden. 

Das Drüsige Springkraut stammt aus dem westlichen Himalaya, wo es in Höhen von 1600 bis 3200 m über NN vorkommt. 1839 wurde die Art als Gartenpflanze nach England geholt und gelangte wenig später in viele europäische Gärten. Imker haben aktiv zur Ausbreitung beigetragen (Trachtpflanze für Bienen). Bereits 1904 gab es in der Schweiz Berichte über Verwilderungen; von dort ausgehend erfolgte die Besiedlung wahrscheinlich rheinabwärts nach Baden-Württemberg. Kurze Zeit später trat das Drüsige Springkraut auch außerhalb des Rheintals auf und wurde zusätzlich durch Imker ausgesät. 

Das Drüsige Springkraut bildet hierzulande auffällige Dominanzbestände, die jedoch weniger andere Pflanzenarten verdrängen als vielmehr zu einer Änderung der Dominanzverhältnisse in einem bestimmten Gebiet führen. Dabei entstehen die Dominanzbestände vor allem an gestörten Stellen, die vorher vegetationsfrei waren oder in ausdauernder Vegetation https://starnberg.bund-naturschutz.de/natur-vor-der-haustuer/springkraut






11.06.2020

Calima und Wolfsmilch

Das Bild für diesen Blogeintrag beinhaltet gleich mehrere JTEBS. An einem Tag auf Las Palmas war die Luft plötzlich ganz schlecht (gelb und staubig). Monika con K hatte so etwas bisher noch nicht erlebt. Das Phänomen hat einen Namen: Calima, wenn sich plötzlich die Sicht vernebelt, es wird sehr heiß und der Ausblick auf Berge und Meer verschlechtert sich abrupt. Verantwortlich für dieses Spektakel sind die sogenannten Calimas. Unter Calima (oft auch: Kalima) wird eine Wetterlage verstanden, welche Sand aus der Sahara über die Kanaren und Kapverdischen Inseln trägt, deshalb wird vereinfacht auch vom „Sandwind aus Afrika“ gesprochen. Ein Calima kann zu jeder Jahreszeit entstehen. Der warme Wind ist im Winter recht angenehm, da die Temperaturen dadurch ein wenig steigen. In den Sommermonaten sorgt er allerdings für Temperaturen um die 40 Grad, im Extremfall im Inland sogar bis zu 50 Grad. 
Weitere interessante Details lassen sich hier finden: www.travelklima.de/calima-sandsturm-kanaren.

JTEBS Nr 2: wie heisst eigentlich die Kakteenart, vor der ich stehe? Es ist die Kanaren-Wolfsmilch, Euphorbia canariensis, auf spanisch "cardón". Sie ist endemisch auf den Kanarischen Inseln, also kommt von dort und ist das Natursymbol Gran Canaria.
Bildunterschrift hinzufügen
Dass Gran Canaria den grössten Kakteenpark Europas besitzt, darauf bin ich auch erst durch diese JTEBS Recherche gestossen. Er befindet sich im Ort La Aldea de San Nicolás im Westen von Gran Canaria auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern, die man bequem auf einem einstündigen Rundgang zurücklegen kann. 6 Meter hoch soll der grösste Kaktus im Cactualdea Park sein.

14.02.2014

Orangenbäume und Yuanbao

Ich muss mich korrigieren: es waren nicht die Kirschbäume zu CNY, die unseren weihnachtlichen Tannenbäumen anzahlmäßig Konkurrenz machten, sondern die Orangenbäume.
Foto: Orangenbäume zu CNY überall
Was passiert wohl mit ihnen nachdem sie die Wünsche für Glück und Reichtum überbracht haben? Anders als die Kirschbäume steckten sie zumindest in Töpfen mit Erde und könnten rein theoretisch wieder eingepflanzt werden... Heute ist der 15. Tag des neuen Jahres und die CNY Feierlichkeiten gehen offiziell zu Ende. Damit wird nun auch unsere CNY Dekoration abgebaut, die sich auf ein paar Schoko-Goldstücke, Löwen und eine goldene 'Schiffchenschale' beschränkte.
Foto: CNY Dekoration für Zuhause
JTEBS: Die 'Schiffchenschale' ist ein yuanbao, ein Goldbarren, der früher in China als Zahlungsmittel genutzt wurde und heute eine typische Dekoration zum CNY ist. Der yuanbao ist übrigens auch der Grund, warum gern Cashew Nüsse zu CNY gegessen: weil sie einem yuanbao ähnlich sehen und deshalb der Verzehr zu Reichtum und viel Geld/Gold verhelfen soll www.nationsonline.org/Chinese_Customs/yuanbao.

04.03.2013

Blue Mountains

Am Wochenende ging es in die 'Blauen Berge', die ca. 60km westlich (= 90 Autominuten) von Sydney beginnen. Aufgrund des schlechten Wetters war allerdings wenig bis gar nichts zu sehen, so dass der Ausflug mit einem Bummel durch den kleinen Touristenort Leura endete. 
Trotzdem stellt sich die Frage, warum die Blue Mountains eigentlich so heißen. 
Foto: In den Blue Mountains mit Blick auf die 3 Schwestern (2012)
Der Grund ist tatsächlich blau. Weite Flächen der Mountains sind mit Eukalyptusbäumen bewaldet (deren Artenvielfalt im Jahr 2000 auch dazu geführt hat, dass Teile der Blue Mountains zum Weltnaturerbe der Unesco erklärt wurden). Die Eukalypten werden auch Blaugummibäume genannt, denn ihre Blätter verdunsten ein ätherisches Öl, das durch die besondere Kombination von Staub- und Wasserpartikeln sowie Lichteinfall zu dem blauen Dunst über den Bergen führt. http://www.bluemts.com.au/info/: 
The Blue Mountains is densely populated by oil bearing Eucalyptus trees. The atmosphere is filled with finely dispersed droplets of oil, which, in combination with dust particles and water vapour, scatter short-wave length rays of light which are predominantly blue in colour.
Und Eukalyptus ist übrigens die bevorzugte Nahrung der Koalas!
Dass das nicht immer so war, haben australische Wissenschaftler herausgefunden. Untersuchungen zeigen, dass Koalas heute wesentlich mehr Kraft im Kiefer und robustere Zähne als früher haben. Damit können sie die harten Eukalyptusblätter überhaupt erst zerreißen, wozu der Urahn-Koala offenbar nicht in der Lage war. Wahrscheinlich änderten sich die Fressgewohnheiten der Koala-Ahnen, als die australische Kontinentalplatte abdriftete und sich die Regenwälder aufgrund eines trockeneren Klimas zurückbildeten. Das führte zu einer stärkeren Verbreitung der Eukalyptuspflanze, und der Koala spezialisierte sich auf diese Nahrung. Für die meisten Tiere ist Eukalyptus giftig. Selbst Koalas bevorzugen die alten Blätter, weil sie weniger toxische Substanzen enthalten als die frischen Triebe. Um die kargen und zähen Pflanzen fressen zu können, mussten die Baumbewohner eine spezielle Kautechnik und einen besonderen Verdauungsmechanismus entwickeln. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/koala-urahnen.
Also sind Koalas nicht nur niedlich z. B. im Taronga Zoo anzuschauen, sondern auch ein Wunder der Evolution.
Foto: Taronga Zoo, Sydney