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19.10.2021

Philatelie

Es gibt einen Fachbegriff für die Briefmarkenkunde: Philatelie. Sie beschäftigt sich mit dem systematischen Sammeln von Postwertzeichen und jeglicher Belege für ihre Verwendung auf Postsendungen. Der/die Briefmarkensammler*in kann sich also auch Philatelist*in nennen. Ob Schlau-Wickie das gewusst hat? 

In Deutschland entstehen immer noch jährlich ca. 50 neue Marken. Dafür werden ungefähr 500 Vorschlägen beim Bundesfinanzministerium eingereicht www.bundesfinanzministerium.de/Briefmarken/Entstehung/von-der-idee-zur-marke
 

02.09.2020

größerer Abstand

So ging es Asiaten am Anfang der Corona Zeit außerhalb Chinas. Tinyeyes hätte es nicht besser illustrieren können. Aber so ging es auch später Westlern in China, allerdings meist, weil sie keine Masken trugen. Inzwischen haben wir Westler aufgeholt und können es auch: Maske tragen und Menschen mit Masken nicht mehr so schief angucken.

Aber darum soll es in diesem Blogeintrag gar nicht gehen, sondern nur der Hinweis erfolgen, dass JTEBS wieder in größeren Abständen, also nicht mehr täglich, erscheinen wird.
Quelle: www.tinychineseeyes.com
Das liegt unter anderem daran, dass ich nur morgens früh vor der Arbeit schreiben kann, wenn die westlichen "Virtuelle Privaten Netzwerkleitungen" gut funktionieren und ich das westliche Blogger-Programm nutzen kann. Aber morgens komme ich in letzter Zeit immer schwerer aus dem Bett. Ob das wohl am heissen Sommer, den längeren Tagen, der Gesamt-Covid-Situation oder doch am Alter liegt? Who knows...

30.07.2020

3-wheeler

So wie das 3-Rad von Herrn Hu, dem fliegenden Händler, oder den Taxifahrern Wang und Zhang, gibt es viele Funktionsräder in Shanghai, inzwischen meist e-motorisiert, als Lastkarren oder zur Personenbeförderung.
Foto: Last-Dreirad
Foto: noch eins, aber im Einsatz
Foto: fast schon autoähnlich


Wegen der Recherche für mein KORCHI Buch, bin ich auf Tinyeyes, die Komikzeichnerin Siyu gestossen, die ein paar verschiedene Varianten gezeichnet hat www.tinychineseeyes.com/about
Foto: 3wheeler by Tinyeyes Comics
Who is she? Hello I’m Siyu, the creator of  Tiny Eyes Comics. I publish comics every week as a way to share and explore Chinese culture through the details of everyday life. I often compare Chinese culture with other cultures so that we can see our cultural differences and connections. Unlike the political and stereotypical images often portrayed by mainstream media, I hope to introduce other perspectives that are fun, diverse and human.

26.07.2020

Glotzauge

Ein Wandgraffiti erinnert mich daran, mal JTEBS über Popeye zu werden, den viele natürlich noch kennen (hier in China allerdings eher nicht, da ist er nur eine lustige Figur).
Foto: Popeye

Popeye (englisch umgangssprachlich „Glotzauge“) ist eine Comic-und Zeichentrickfigur des amerikanischen Zeichners Elfie Crisler Segar. Ein Seemann, tätowiert mit Matrosenmütze, der gern faulenzt, stets Pfeife raucht, unsterblich in die spindeldürre Olive Oyl verknallt ist und zu kraftstrotzender Hochform aufläuft, sobald er eine Portion Spinat in sich hineingeschaufelt hat www.stern.de/kultur/popeye-ein-spektakel-in-spinatgruen

Zum ersten Mal tauchte der Bursche, der meist ein Auge zukneift, am 17. Januar 1929 im damals schon zehn Jahre alten "Thimble Theatre" auf, einer Comic-Rubrik, die der Zeichner Elzie Segar an zahlreiche Zeitungen verkaufte. Popeye boxte sich zu einem Spitzenplatz unter den populärsten Comic- und später auch Trickfilmgestalten Amerikas durch. Und der Spinatumsatz stieg sprunghaft um 30 Prozent.

Bild des Durchschnittsamerikaners

Segars Zeichenstil wirkte zwar etwas hölzern, aber Popeyes Charakter entsprach ganz dem Bild des anständigen und gutmütigen, wenn auch manchmal schlitzohrigen und beim Verlassen des Mustopfes nicht besonders schnellen Durchschnittsamerikaners. Obendrein hatte er einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und dank der Geheimwaffe Spinat die Fähigkeit, alles Böse kurz und klein zu schlagen. Vor allem wenn der primitiv-brutale Bluto alias Brutus mal wieder die geliebte Bohnenstange Olive entführt hatte.

Dass Popeye zwar eine Vergangenheit als Seemann hatte, aber von Segar, der neun Jahre nach der "Geburt" seines bekanntesten Helden starb, nie als Kriegsmatrose angelegt worden war, ging in den Propagandaschlachten des Zweiten Weltkriegs unter. Da wurde er zum Spinatmatrosen, der Amerikas "Mighty Navy" unterstützte. Bis heute beanspruchen sowohl die Marineflieger als auch die Küstenwache Popeye als Maskottchen.

Ein Draufgänger als Vorbild

Dabei war das Vorbild, nach dem Segar seinen Helden gezeichnet hatte, nicht unbedingt der Vorzeigetyp einer stolzen Waffengattung. In Segars Heimatstadt Chester im US-Bundesstaat Illinois lebte Anfang der 20er Jahre ein Draufgänger namens Frank Fiegel. Der recht kleine, aber kräftige Mann hatte nur noch ein Auge und behielt seine Pfeife oft sogar dann im Mund, wenn er in "Wiebusch’s Tavern" mal wieder eine Kneipenschlägerei vom Zaun gebrochen hatte.

Auch für Olive Oyl gab es in Chester ein Vorbild, wie man im örtlichen Popeye-Museum erfahren kann. Die Dame Dora Paskel war ungewöhnlich hoch gewachsen und dünn. Stets trug sie einen fein geknoteten Dutt auf dem Hinterkopf. Für viele andere Figuren hatte Segar in den Straßen seiner Heimatstadt Inspiration gefunden.

Nur Bluto wollte keiner gewesen sein. Der Finsterling war jedoch in Segars Zeitungscomics auch nur einmal aufgetaucht. Zur Standardfigur wurde Bluto erst, als die Fleischer Studios Anfang der 30er Jahre die Zeichentrickfilmserie "Popeye the Sailor" starteten, eine der erfolgreichsten nach den berühmteren Disney-Produktionen.

Mitte der 40er kam Popeye dann erstmals in Farbe in die Kinos und 1957 erlebte er sein Fernsehdebüt. Jahrelang liefen die Kurzfilmserien in zahlreichen Ländern und der Spinatmatrose wurde auch in den entferntesten Ecken der Welt zu einem Inbegriff für Amerika, ähnlich wie Micky Maus, Coca Cola oder Blue Jeans. 

16.01.2019

Krtek oder Krteček

Krtek ist eine tschechische Zeichentrickserie - sozusagen das 30 Jahre spätere tschechische Pendant von Mickey Mouse. Sie wurde 1957 vom Prager Comic Zeichner Zdeněk Miler  (1921–2011) erschaffen. Krtek bedeutet auf tschechisch „Maulwurf“, Krteček ist die Verniedlichung, also „Maulwürfchen“ oder kleiner Maulwurf.
Foto: Der kleine Maulwurf mag auch Radfahren
Gleich der erste Film "Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam" erhielt in Jahr der Erfindung von Krtek einen Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig https://troetsch-verlag.de/der-kleine-maulwurf. Damals hat der Maulwurf noch gesprochen. Da er aber überall auf der Welt verstanden werden sollte, ließ Miler seinen Protagonisten sich bald nur noch durch kurze Laute mitteilen, die seine Gefühle ausdrücken. Bis heute wurden seine Geschichten in mehr als 80 Ländern ausgestrahlt, denn er regt an nachzudenken, ist ein treuer Freund und bekämpft Unrecht und Rücksichtslosigkeit engagiert. Geschichten ranken um Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt, Umweltschutz und das Glück, das man auch in den vermeintlich kleinen Dingen finden kann. Kein Wunder, dass er vor ein paar Jahren auch einen neuen Freund in China gefunden hat.
Foto: seit 2007
Das staatliche Fernsehen CCTV strahlte das Original in den 1980er Jahren aus, 2011 wurde die Serie wiederholt, 2017 entstanden in China neue, eigene Folgen zusammen mit einem kleinen Panda. Die erste Ausstrahlung dieser Folgen fiel zeitlich mit Präsident Xi Jinpings dreitägigem Staatsbesuch in der Tschechischen Republik zusammen, dem ersten Besuch eines chinesischen Präsidenten seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen vor 50 Jahren. Wenn das nicht "gross" gedacht ist!! 

18.06.2018

Hong Kong Boys

Blogtechnisch geht es jetzt weiter (bzw. zurück) nach Hong Kong, wo husband eine Woche, ich ein um-Montag-erlängertes Wochenende Ende März verbracht haben. Auch Hong Kong ist im Marvel Comic Fieber, inkl. der inzwischen 4- und 6-jährigen Jungs von Carrie.
Foto: Marvel Boyz


30.03.2017

discussion flow

Es startete mit Wickie und seinen Einfällen. Es folgten Columbo und Droopy mit ihrem Spürsinn. Duffy Duck war einfach nur lustig. Und endete mit der Frage: ist Wickie eigentlich wirklich ein Junge? www.br-online.de/jugend/Wickie.pdf: Die Figur Wickie hat bestimmte auf den ersten Blick sichtbare Momente, durch die sie sich nicht eindeutig in klischeehafte Genderkategorien verorten lässt. Diese Mehrdeutigkeit entsteht durch Wickies – an die historische Mode angelehnte – Frisur, denn die Haare sind für eine Jungen ungewöhnlich lang, und durch sein Kettenhemd, das wie ein Röckchen aussieht. Auch der Name ist uneindeutig: als Abkürzung für »Wikinger« gedacht, könnte er auch eine Verkürzung des Namens »Viktoria« sein. Ebenso entspricht die Figur in ihrem Handeln nicht den bestehenden Klischees, denn sie löst – in Sorge um andere – ihre Probleme ausschließlich mit Köpfchen und nicht mit Waffentechnik oder Muskelkraft. Wickie hat auch so manches Mal Angst und zeigt (in übergroßen Mimiken) seine Gefühle.
Foto: Wickie and Droopy


25.10.2016

Charaktertyp

Dieses Bild hatte ich in meinem Instagram Feed als wir in Kyoto waren und habe glatt eine Kommentar von einer lieben Hong Kong Ex-Kollegin erhalten, die ein bekennender Japanfan ist: diese Manga Heldin ist sehr bekannt! Hmmm, die sehen doch alle gleich aus, oder?
Foto: Eingang Geldspielautomatenhale


JTEBS: Das ist also Asuka, genauer Asuka Langley Souryuu aus dem Manga Neon Genesis Evangelion. Sie hat am 4. Dezember 2001 Geburtstag, die Blutgruppe A und kommt interessanterweise aus Wilhelmshaven/Deutschland (mit einem amerikanischen Vater und deutsch-japanischen Mutter). Sie gehört zur Gruppe der Tsundere, ein zumeist weiblicher Charaktertyp, der oft zickig und streitsüchtig ist, sich aber auch sehr zurückhaltend und liebenswert verhalten kann. http://kotaku.com/how-to-identify-popular-japanese-character-types.

Ich bin zu 40% Tsundere, 30% Kundere und jeweils 10% Dandere, Imouto und Bokuka. So, so...www.testedich.de/quiz/Was-bist-du-fuer-ein-Dere-Typ


16.12.2013

Countdown

Der Countdown läuft. Nicht nur für die Comicausstellung, die ich am Samstag noch entdeckt habe bevor sie demnächst zu Ende geht (im Comix Homebase in der Mallory Street/Wan Chai) sondern auch für den Umzug in das neue Büro. Die Kisten sind schon alle gepackt. Nächsten Freitag wird umgezogen. Das werde ich allerdings nicht live miterleben, denn wir sind dann schon im Urlaub. Freude, Freude, Freude!
Foto: Comix Homebase Gebäude, Mallory Street

02.12.2013

Detour Matters (classroom tram)

Zwei Wochen lang werden 4 ungewöhnliche Trams durch die Stadt touren. Am Samstag waren wir im Detour Classroom: im Untergeschoss wurde über die Entwicklung der Tram in Hong Kong informiert, im Obergeschoss gab es jede Menge interessante Bücher und Zander Man, einen jungen Comiczeichner aus der Stadt, der uns seine Zeichnungen über den Alltag in Hong Kong erklärte. www.detour.hk/2013
Foto: Detour Classroom
Zander Man verfasst seine Comics leider fast ausschließlich auf Kantonesisch. Schade, denn sie geben einen Einblick in die Welt von Jugendlichen in Hong Kong, die von klein auf gedrillt werden viel zu lernen und hart zu arbeiten, damit sie später erfolgreich sind und viel Geld verdienen. Spaß und Freude bei dem was man tut, scheint dabei nicht weit oben auf der Prioritätenliste von Eltern und Lehrern zu stehen. Auch eine interessante Einsicht von Zander Man: Life is what happens while you're looking at you smartphone.
Foto: Zander Man Comics

11.10.2013

Comics@Central

Trotz Danny Yung's Tian Tian (siehe Blogeintrag http://jtebs.blogspot.hk/2013/tian-tian) scheint die Comic Szene in Hong Kong noch nicht richtig entwickelt zu sein, auch wenn man immer wieder auf kleine Ausstellungen stößt, wie z. B. am Central Market, der seit längerem renoviert wird.
Foto: Comics@central, Lee Chi-Ching
Erst kürzlich bin ich auch auf die Namen der lokalen Comiczeichner gestoßen: Lee Chi-Ching, Lee Wai-Chung und Wong Chin-Tat. Und das sind doch mal Namen! Wenn man sie direkt hintereinander und etwas singend ausspricht, könnte man glatt meinen, man spricht fließend chinesisch ;)
Foto: Comics@central, Lee Wai-Chun

18.06.2013

Einsichten in Hong Kong (Comics Teil 2)

Hat dieser Siuhak auch was anderes gezeichnet als schwitzende Pandabären? so eine Frage. Klar. Zum Beispiel das Leben von Mister Li aus Hong Kong, dessen Geschichte ich mal so interpretiert habe: Mr. Li wächst wohl behütet (= Lauftisch) in Hong Kong auf, geht wie alle Kinder fleißig zur Schule (= mit Uniform und Rucksack) und ist zufrieden mit seinem Leben in HK (= Füße hoch und Liebesbekundungen auf T-Shirt). Irgendwann kann er sich sogar ein Auto, Kind, Hund und Apartment mit Ausblick (= Knopf ganz weit oben) leisten. Aber dann trifft er Miles. Miles kommt aus Australien. Und Herr Li fängt an zu grübeln, ob es nicht doch noch was Schöneres als sein Leben in Hong Kong gibt...
Foto: Geschichte von Mr. Li von SIUHAK
Das war also der Inhalt des Comics zu Mr. Li von Siuhak. Oder will jemand etwas anderes behaupten??! Und habt ihr gemerkt: auch Herrn Li ist es sehr heiß in Hong Kong ;)

Auch gut gefiel mir der Beitrag für ein Magazin zum Thema 'Weltstadt Hong Kong'. Gezeichnet hat er eine typische 30qm Wohnung. Und das Bild muss total lustig sein, denn zwei Hong Konger standen ganz lange und kichernd davor. Da fehlten mir leider wohl doch die Insider-Einsichten zum Mitlachen. Nur die Sitzhaltung kann ich gut nachvollziehen - nach einem weiteren heißen Tag in Hong Kong (mit Händler- und Agenturbesuchen).
Foto: typical 300 sft. apartment von SIUHAK
So richtig bekannt scheint Siuhak trotz seiner Pandabären übrigens nicht zu sein, denn seinen Namen kannten 3 von 3 Leuten nicht, bei denen ich die Bären entdeckt und nachgefragt hatte, wie man den Namen des Comiczeichners richtig aussprechen würde. Siu-wer? Das nennt man schlechte ungestützte und (Pandabär)-gestützte Bekanntheit. Erstere gilt es auch für die Marke Volkswagen in Hong Kong zu verbessern.