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16.11.2021

Sand- und Maronenröhrling

Über Sand- und Maronenröhrlinge, im Volksmund Marone genannt, freute sich die Pilz-Kennerin und Waldführerin, Frau Borchardt, besonders, denn sie hatte schon ein bisschen Sorge, dass die Pilztour Ende Oktober von wenig Erfolg gekrönt sein würde. Aber unser, zugegebenermassen sehr kleiner Korb wurde voll. Und andere größere Körbe der erfahreneren Sammler*innen auch www.chefkoch.de/Pilze-sammeln

Der zur Gattung der Schmierröhrlinge zählende Sandröhrling gehört zu den essbaren Pilzen und ist nur bei starker Feuchtigkeit etwas schmierig. Der filzige, feinschuppige Hut fühlt sich bei trockenem Wetter körnig, wie mit Sand bestreut, an, daher der Name. Die Hutform ist jung halbkugelig mit eingerolltem Rand, die Farbe ist braun- bis ockergelb.
Der Stiel ist 5 - 12 cm lang, 1 - 3 cm breit, glatt, zylindrisch, ohne Ring, zur Basis hin oft verdickt und gelbbraun, meist etwas heller als der Hut und ebenfalls feinfilzig überzogen. Das gelbliche Fleisch ist im Schnitt meist schwach blauend. Der Sandröhrling liebt saure Böden. Der Mischpilz hat ab Ende Mai/Anfang Juni bis in den November Saison und kommt in unseren Wäldern häufig vor. 
Drücke auf seinen Hut, um zu testen, ob er noch schön hart ist. Dann ist er gut und soll sehr schmackhaft sein. 

Genau wie der Maronen-Röhrling. Die schmackhafte Braunkappe kann man leicht mit dem Steinpilz verwechseln. Sie wächst auch vorrangig in Nadelwäldern, gerne unter Kiefern und Fichten. Ihr Hut ist halbkugelig und dunkelbraun, die Poren jung weißlich, später grüngelb, auf Druck blaugrün. Der Stiel wird bis 12 cm lang, bis 4 cm dick, ist fest und auf hellgelben Grund bräunlich längs gefasert – im Gegensatz zum Steinpilz, den ein helles Adernnetz am Stiel kennzeichnet.
Das Fleisch ist dick, weißlich bis blassgelblich und verfärbt sich im Anschnitt ganz leicht bläulich. Seine Saison beginnt im Juni und endet im November. 

Hinweis zum Pilze putzen (aus der obigen Quelle):
Die meisten Pilze dürfen NICHT gewaschen werden, weil sie das Wasser aufnehmen und schwammig werden. Hallimasch ebenso wie die krause Glucke bilden da eine Ausnahme. Steinpilze & Co. werden hingegen mit einer Pilzbürste von Dreck und Nadeln befreit. Ein scharfes Messer ist jetzt viel wert: Angefressene Stellen werden abgeschnitten. Halbiert den Pilz einmal, sodass ihr euch von seinem Zustand überzeugen könnt. Verwurmt braucht er erst einmal eine gesonderte Behandlung. Verfolgt die Fress-Bahnen der Insektenlarven und schneidet die Stellen heraus. Nicht wundern – manchmal bleibt nicht viel Pilz übrig.

Kuh- und Butterpilz

Was wir erst für Sandröhrlinge gehalten hatten, waren Kuhpilze oder Kuhröhrlinge. Kein Wunder, denn Wegen der ähnlichen Standortansprüche und auch der Ähnlichkeit der Fruchtkörper ist es ein typischer Verwechslungspartner. Zum Glück sind beide essbare. 

Kuhröhrlinge haben relativ eckige und grobe Röhrenmündungen, das Fleisch ist gelbweißlich gefärbt und verfärbt sich bei Verletzung kaum bis gar nicht. Sandröhrlinge haben dagegen relativ feine Röhren, gelblich gefärbtes Stielfleisch, das sich zudem bei Verletzung bläulich verfärbt ("blauend"). Aber zurück zum Kuhpilz, der in direkten Vergleich (und weil trocken) viel glatt-gläzender aussah.



Der Kuhröhrling erreicht einen Hutdurchmesser von bis zu 14 Zentimetern. Der Hut ist vor allem bei feuchter Witterung sehr schleimig (Gattung Suillus = Schmierröhrlinge). Bei trockener Witterung fällt die Hutoberfläche glänzend aus. Die Hutoberseite ist hellbräunlich bis hellbraungräulich gefärbt. Jung ist der Hut der Kuhröhrlinge halbkugelig geformt. Mit zunehmendem Alter wird die Hutform flacher, was typisch für Pilze ist. Kuhröhrlinge besitzen weißgelbliches, relativ elastisches, zähes Fleisch. Jung sind die Fruchtkörper dabei noch relativ voll. Bei Älteren Fruchtkörpern ist das Fleisch aber eher dünn. Der Geruch fällt pilzig aus, der Geschmack ist mild bis leicht säuerlich. Bei der Zubereitung kann sich das Fleisch der Kuhröhrlinge außerdem schwach violett verfärben https://pilzbuch.pilzwelten.de/kuhroehrling

Einen Butterpilz haben wir von einer Familie geschenkt bekommen, denn Frau Borchardt sah am Ende der Tour nochmal alle Körbe durch und gab Empfehlungen. Den Butterpilz, oder auch Butterröhrling (weitere Namen: Suillus Luteus, Butterröhrling, Kieferling, Rotzling, Beringter Gelber Röhrenpilz) wird nicht mehr uneingeschränkt als essbarer Pilz empfohlen, deshalb sollten kleine Kinder sie lieber nicht essen. Sein Hut ist deutlich brauner und, was früher nicht gemacht wurde, sollte seine Huthaut inzwischen abgezogen werden, weil sie zu Verdauungsproblemen führen kann.
Der weißliche Stiel ist leicht beringt und hat gelbliches Fleisch, daher auch der Name Butterpilz. Das Fleisch des Hutes ist weiß, leicht gilbend.

Ihr habt es vielleicht gemerkt: fast alle gefundene Pilze gehörten zu der Familie der Röhrlinge.
Röhrlinge sind Pilzarten, deren Hüte unterseits ein schwammartiges Gewebe besitzen. Die Arten gehören zu den Familien der Dickröhrlings- und Schmierröhrlingsverwandten. Nur wenige Arten sind giftig, weswegen Röhrenpilze beliebte Anfängerpilze sind.

Insgesamt gilt bei allen Schmierröhrlingen, dass eine Garzeit von mindestens 15 Minuten eingehalten werden sollte, um Unverträglichkeiten zu vermeiden www.dailyvegan.de/heimische-pilze-sammeln/butterpilz-butterroehrling/

Am Ende wurde unser Pilz-Sammelergebnis ein Pilzmischung, die ein Gulasch sehr lecker verfeinerte... und wir haben es überlebt ;)

15.11.2021

Lila Lacktrichterling

Schon bei Cornelia Funke’s Drachenreiter haben wir uns erfreut an den wundervollen Pilznamen, die die Koboldin Schwefelfell zum Schimpfen nutzt. Den Lila Lacktrichterling würde sie wahrscheinlich aber nicht als Schimpfwort verwenden, denn der Pilz ist viel zu klein und hübsch, wenn auch mit wenig Eigengeschmack.
Obwohl klein, fällt der Lila Lacktrichterling, besonders im Herbstlaub, durch seine Farbe auf, wenn auch erst auf den zweiten Blick. Es war auf jeden Fall mein erster Pilz, den ich entdeckt habe. 
Er hat wenig Eigengeschmack, dafür kann er aber so wie ist, nur leicht geputzt, in die Pfanne. Allerdings sind die Stiele zäh, deshalb ruhig vollständig abschneiden. Weil er weder besonders ergiebig, noch viel Geschmack, wird seine Farbe sein Vorteil: er sieht gut aus und dadurch macht er sich schön in Mischpilzgerichten.

Pilznamen scheint eigen zu sein, dass sie viele Namen haben, so heisst der Lila Lacktrichterling auch Laccaria Amethystina, Violetter Lacktrichterling, Blauer Lacktrichterling, Lila Lackpilz, Amethyst Lacktrichterling oder Violetter Bläuling www.dailyvegan.de/pilze-sammeln/violetter-lacktrichterling:

Der Lila Lacktrichterling reicht in seinem Farbspektrum von leuchtend violett über cremefarben und gräulich, bis fast weiß. Je feuchter es ist, desto lilaner wird der Pilz, bei Trockenheit bleicht er in kurzer Zeit aus. Auch im Alter verliert der Pilz ebenfalls an Farbe und wird bräunlich-grauer. Ebenfalls dem Alter geschuldet ist, dass der Pilz immer trichterförmiger wird und die Lamellen größer werden.

Der Stiel und die Lamellen haben die gleiche Farbe wie der Hut. Der Stiel ist schlank und etwa 3-10 cm lang. Er ist recht zäh und an der Basis gibt es viele faserige Myzelstränge. Die Lamellen sind sehr prominent und entfernt stehend. Der 1-5 cm breite Hut hat eine leicht filzig wirkende Oberfläche und er ist am Rand von jungen Pilzen oft leicht gerieft. Du findest den Pilz häufig im Laub- und Nadelwald, oft auch in Buchenwäldern. 

14.11.2021

Fette Henne

Strahlend kam die fellow-Pilzsucherin von weitem auf uns zu, beide Händen voll mit einem runden Gebilde und rief: “Ich habe eine fette Henne gefunden!” Kurz stutzte ich: "Bewegt sich da was in ihren Händen? Hat es Kopf und Beine? Warum lässt sie das Huhn nicht einfach weiterlaufen, sondern fängt es?" 
Nein, die Fette Henne, oder auch Krause Glucke, ist ein Pilz, der in Symbiose mit Kiefern wächst, hier ein schönes Erklär-Video vom Buschfunkistan: www.youtube.com/watch?v=fGwgWpRhDgc Es ist ein hervorragender Speisepilz, aber warum freute sich der Freund der Pilzsucherin nicht ganz so wie sie? Er scheint für das Pilzputzen zuständig zu sein...
Denn der Fund einer Fetten Henne bietet eigentlich uneingeschränkt Grund zu großer Freude, wenn da nicht das kleine Manko wäre, dass er sich aufgrund seine unzähligen Verästelungen schwer reinigen lässt. Im Inneren der Windungen setzen sich gerne Tannennadeln und Erdreste ab, die sich nur entfernen lassen, indem man den Pilz sehr intensiv auseinandernimmt und jede kleine Röhre genau untersucht. Am besten bricht man kleine Teile des Pilzes ab und bürstet sie unter sanft laufendem kalten Wasser ab https://schlaraffenwelt.de/krause-glucke-fette-henne/. Das junge Pilzsucherpaar kannte sich also schon aus, anders als wir beiden rookies, die an der netten 4-stündigen Pilztour in Suderburg teilgenommen haben. 
Sie konnten auch gleich berichten, wie die Fette Henne schmeckt und wie sie sie zubereiten werden: Der Pilz schmeckt nussig, sie beschrieben es auch als pfeffrig, bleibt fest und verliert nur wenig an Gewicht. Sie lieben den Geschmack dieses Pilzes, deshalb gibt es nur wenig dazu. Die Pilzstücke werden ca. 5 Minuten in Butter oder Olivenöl angebraten, gewürzt mit Salz, Pfeffer, vielleicht ein wenig Sojasauce, wer's mag kann auch Sahne dazutun und bei mittlerer Hitze 5-8 Minuten köcheln lassen. Petersilie oder Muskat am Ende. Dazu Kartoffeln oder Rösti. Fertig.

06.09.2021

Alex-Pilz

Ich habe ihn erstmal Alex-Pilz getauft, aber war gespannt, ob die JTEBS Recherche erfolgreich sein wird. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Verwechsungsgefahr bei Pilzen gross, aber es wird sehr wahrscheinlich ein junger Parasolpilz gewesen sein. 
Der Parasolpilz ist einer der imposantesten und größten Blätterpilze in den hiesigen Breitengraden. Er wächst bis zu 50 Zentimeter hoch und erreicht einen Durchmesser von etwa 40 Zentimeter. Da der junge Pilz den Hut noch geschlossen hält, wird er in diesem Zustand auch Paukenschläger genannt. Wird der Pilz älter, öffnet sich der Hut und erinnert dann an einen Schirm. Der Parasolpilz hat viele Namen: von Paukenschläger, zu gemeinem Riesenschirmling, Schulmeisterpilz oder auch Schnitzelpilz (weil ein Hut wie ein Schnitzel paniert zubereitet wird).

Als älterer Pilz sind seine Merkmale die bräunlichen grossen Schuppen und der braune Buckel auf dem Hut. Die Manschette unterhalb des Hutes ist verschiebbar, was ein wichtiges Merkmal des Pilzes ist www.plantopedia.de/parasolpilz-erkennen.

Der Ring muss sich zwingend verschieben lassen. Bleibt er bei Berührung fest am Stiel haften, dann handelt es sich i.d.R. nicht um einen Riesenschirm- oder Parasolpilz. Außerdem duftet der Pilz beim Anfassen nussig. Und sein Stiel besitzt weisse Lamellen.

Der Pilz ist leicht giftig, wenn er roh ist. Er muss also zubereitet werden und dann gehört er unter den Speisepilzen zu den Delikatessen. Je nachdem ob jung oder bereits älter genossen, bietet er verschiedene Geschmacksrichtungen. Nur der große Schirm ist in der Küche zu verwerten, der Stiel hingegen ist faserig, zäh und holzig und daher nicht genießbar.