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23.06.2019

sea of sameness

Während im letzten Blogeintrag, das "parked in FFC" Fahrzeug definitiv aufgefallen ist, ist das in der Automobilbranche inzwischen ein echtes Thema: Selbst ich habe manchmal Schwierigkeiten, einen Passat, Magotan, Sanitar oder Bora von einem Octavia oder Superb zu unterscheiden.

Der Begriff "Meer der Gleichheit" hört sich irgendwie nicht so gut an wie der englische "Sea of Sameness", der in der Marketingsprache schon seit Jahren Einzug gehalten ist und die Forderung nach "herausragenden Ideen" immer lauter werden liess. Leicht gefordert, schwer getan. Und leider wird das "Meer" immer grösser, das Geld immer knapper, die Zeit für kreative Arbeit immer kürzer ...
Quelle: https://evolllution.com
Für China kommt erschwerend dazu, dass es schon immer weniger um Originalität geht, sondern darum, gute Ideen zu kopieren. Um dann hervorzustechen und Reichweite zu erzielen, braucht man viel Geld, denn man muss lauter und weiter "schreien".

Was mich kurz zu unserer schwierigen Skoda Situation in China bringt: Der Markt ist von Januar bis Mai um 13% zurück gegangen (versus Vorjahr), ein absolutes Novum für China und entgegen aller Erwartungen Ende letzten Jahres, weil man da noch der Meinung war, dass sich die Regierung etwas einfallen lassen wird, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Skoda hat allerdings sogar 26% gegenüber Vorjahr verloren, so dass Alarmstufe Rot herrscht. Als erste Ursache/Problemfeld sind nun die Händler identifiziert, die es nicht schaffen, mehr von den täglichen fast 10.000 !!! Interessenten in Kunden umzuwandeln. Das machen andere Marken weit besser (bessere "conversion rate" / Umwandlungsquote) und es gibt auch grosse Unterschiede zwischen den 467 Skoda Händlern, die wir aktuell haben. Damit ist gerade der Fokus ein wenig weg von "schwacher Marke", die aber auch einen grossen Anteil daran hat, denn in Krisenzeiten setzen Menschen nun mal lieber auf Nummer sicher und kaufen z. B. eher einen Volkswagen als einen unbekannten Skoda, denn "sameness" bedeutet hier ja nichts Schlechtes, sondern "bewiesen & bewährt". Die meisten Skoda Käufer kommen daher auch über Volkswagen bzw. SAIC zu uns, denn sie wissen, dass wir beide zum bewährten Joint Venture gehören und deshalb die gleiche Qualität haben.
Bis vor kurzem stand übrigens auch noch SAIC Volkswagen auf allen Skoda Autos (oberes Bild). So weit zum Thema "Sea of Sameness" und eigenständiges Markenprofil.
Foto: SAIC Volkswagen (oben), SAIC Skoda (unten)

05.08.2018

drive thru 2

Neben unserem Brand gesture Eventkonzept freue ich mich auch immer wieder darüber, dass wir die Kommunikationsplatform "We support new beginnings" (wir unterstützen Neuanfänge) entwickelt haben. Denn wir nutzen sie bei jedem Event und arbeiten z.B. mit Jung-Designern, Studenten oder Start-ups zusammen. Dieses Mal war wieder die Illustration von einem new beginner aber auch die Idee der "Parkscheibe", die es in Korea zwar nicht gibt, aber dafür hat jeder Autofahrer seine Telefonnummer sichtbar in der Windschutzscheibe, damit man/frau angerufen werden kann, um sein Auto umzuparken, wenn es mal wieder chaotisch abgestellt wurde und damit jemand anderen blockiert. Koreanischer Pragmatismus.
Foto: Drive Thru
Foto: Fun with New Beginners


30.04.2017

I seoul U

Seoul hat seit Ende 2015 einen neuen Slogan: I. SEOUL. U, der die beiden anderen Slogan-Kandidaten "Seoulmate" und "SEOULing" mit 58% auf Platz 2 und 3 verwiesen ist. Damit löste "I. Seoul. U" den 13 Jahre lang gültigen "Hi Seoul" Satz ab. Schön, dass dies eine Ausschreibung unter Studenten war: “With the new logo, I wanted to show the ever-changing vibrant and dynamic image of Seoul that we need to build,” said Lee Ha-rin, a Korean undergraduate who won the slogan contest in which 16,000 participated www.koreaherald.com/20151029. Dass er nicht unbedingt verständlich ist, macht nichts, man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles und je häufiger man ihn sieht, desto besser finden man ihn. Marketing funktioniert also doch noch :)
Foto: in Yeouido
Mehr Interpretation zum Slogan gibt es hier http://english.seoul.go.kr/policy-information/seoul-brand/i-seoul-u/ z. B. dass "Seoul" dich und mich verbinden soll, dass die Punkte dazwischen "Leidenschaft" und "Entspannung" bedeuten oder dass das "O" in Seoul gleichzeitig ein koreanisches ㆁist, das wiederum einem traditionellen Türgriff/-schloss ähnelt und damit bedeutungsträchtig interpretiert werden kann mit: “you and I knock on the door to Seoul and walk in together.” Ok, das wiederum ist reichliches Marketing-BlaBlaBla, was keiner mehr hören mag :)