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13.05.2021

Dating App

Zheng Zhijing ist auf Männersuche. Dafür gibt es in China diverse und immer wieder neue Apps, denn die nächste Generation will es nicht mehr Eltern, FreundInnen oder dem Zufall überlassen, jemanden kennenzulernen. Zhijing ist daher aktuelle auf 3 Dating-Apps aktiv, aber von einer neuen ganz begeistert, denn die Qualität der Angaben scheint viel besser zu sein als auf anderen Apps. 
"Wie geht das so?", will ich beim gestrigen Lunch wissen. 
Zhijing grinst und zeigt mir ganz erfreut, was man bzw. frau so machen muss:
Jeden Tag erscheinen 21 Männer in ihrer App, die sie sich anschauen muss. Sie schmunzelt dabei, denn warum es bei den meisten Apps immer 21 Vorschläge sind, ist ihr auch schleierhaft. Sie muss sich bei allen 21 Männern noch am selben Tag entscheiden:
1. "gleich verliebt"
2. Interesse (like)
3. kein Interesse 

Die Einträge werden von den App-Nutzern selbst erstellt: Foto, Alter, Größe, Beruf, dann muss man nach unten scrollen und erfährt bei Bedarf mehr über Interessen, Hobbies und sieht weitere Fotos. 

Algorithmen erledigten dann ihren Job und schlagen auf Basis der Reaktion immer neue KandidatInnen vor. Hat man sich für Option 1 oder 2 (love or like) entscheiden, startet mit Hilfe der App ein Chat. Dabei gilt: die Frau muss die Initiate ergreifen und die Kontaktaufnahme starten. Das ist nicht immer ganz leicht, aber die Hobbies bieten Ansatzpunkte. Frau muss dies innerhalb von 2 Tagen tun, sonst hat sie ihre Chance verpasst. Nach 2 Tagen chatting in der App wird dem potentiellen Paar vorgeschlagen, dass die WeChat-/ Telefonnummer Nummern ausgetauscht werden. Sagen beide "ja", kann ein persönlicher Chat beginnen, ausserhalb der Dating App. Sagt einer der beiden "nein" ist es ein klares Zeichen, dass kein Interesse besteht.

Eine Bekannte von Zhijing war gerade erfolgreich und hat einen interessanten Mann über die App kennengelernt. Allerdings hat sie sich dafür fast 40 Männer angeschaut, aber fand, dass alle "high quality" waren. Was genau "hohe Qualität" heisst, will ich von Zhijing wissen.
Kriterium Nr. 1 ist ganz klar das Aussehen. Schliesslich will man niedliche Kinder haben und dafür braucht man gute Gene. Kriterium Nr. 2 ist die "Passung" mit dem sozialen Status. Fragen wie "wo leben die Eltern, wo/was hat man gelernt bzw. hat man studiert" helfen, um daraus abzuleiten, wie reich die Familie ist.

Zhijing hat bisher nur einen einzigen blind date gehabt, aber vermittelt über eine App, die sie inzwischen gelöscht hat, denn es "passte nicht" (der Kandidaten war nicht gut genug aussehend und gebildet). Nun hofft sie auf die neue App.

Ich schaue mir auch ihre Bilder an, die sie eingestellt hat. Sehr generisch. 
Wir haben dann eine interessante Diskussion geführt, was sie mit den Bildern eigentlich aussagen will und was genau ihre Strategie ist? Was will sie erreichen und wie die App nutzen z. B. schnell möglichst viele Kandidaten oder doch lieber passende Kandidaten? Müsste sie dann nicht mehr echte bzw. interessante Informationen und aussagekräftigere Fotos von sich einstellen? Wie fällt man/frau auf so einer App auf? Will sie das überhaupt? Womit? etc. Gar nicht so leicht, auch mit Hilfe einer App...



07.02.2021

red app

RED, verkürzt "kleines Rotes Buch"/Little Red book (LRB) heisst auf chinesisch Xiaohongshu und ist aktuell eine der angesagtesten Social Media Plattformen, auf der u.a. Fotos, Bilder, Filme, Text geteilt werden. Aber wie immer ist es eine dieser Mega-Apps, wo das längst nicht mehr reicht, sondern es ist eine internationale Verkaufsplattform mit Restaurants-, Produkt- oder Store-Empfehlungen. 
KOCs tummeln sich schon lange auf dieser Plattform (KOC, ein neuer Begriff, Key Opinion Customers, Meinungsbildner, die aber angeblich echte Nutzer der Produkte sind). 

Die Platform startete 2013 mit der Idee, eine Verkaufsberatungsplattform zu werden, über die der chinesische Konsument Produkte aus aller Welt direkt beziehen kann. RED hat seit 2015 Lagerhäuser in Shenzhen und Zhengzhou und ein eigenes Logistikunternehmen REDelivery. Inzwischen gibt es über 300 Mio Nutzer. Es sind überwiegend junge Nutzer (post 1990er) mit einem starken Fokus auf Frauen. Und wie kann es anders sein: Alibaba und Tencent sind Investoren dieses Unternehmens www.latmultilingual.com/understanding-red-the-chinese-shopping-app
Ich finde die App ein wenig anstrengend, denn erstens ist sie nur chinesisch, hihi und zweitens wird alles mit sogenannten "tags" versehen (Verlinkungen im Bild), so dass man ständig Text auf den Bildern hat und auf neuen Seiten landet, die neue Informationen oder Seiten anbieten. Jedes Mal wenn ich nachschaue, was Rubie neu gepostet hat, hat sich wieder etwas geändert.
Aber nun gut, ich bin nicht die Zielgruppe, zwar weiblich aber definitiv vor 1990 geboren ;)



21.09.2020

Punkte sammeln

Parteimitglieder in unserem Unternehmen oder zukünftige, die sich in der Ausbildung befinden, wurden kürzlich darauf aufmerksam gemacht, dass das "Loyalitäts-Ranking" nicht ausreichen würde. Seitdem gibt es eine klare Aufgabe: jeden Tag mindestens 30 Punkte sammeln auf der Regierung-App.
Kollegin S., die sich in der Ausbildung befindet und sich erst ein bisschen darüber aufgeregt hat, was sie noch alles machen muss, ist nach ein paar Wochen ganz begeistert. Denn die Regierung-App ist gut gemacht, bietet vielfältige Informationen und Lernmöglichkeiten und hat den Vorteil "man muss nur noch auf eine App gucken, um alles Wichtige erfahren zu haben."
Foto: App
Da kann man in verschiedenen Rubriken etwas über die Aktivitäten des Staatspräsidenten lesen, hören und als Video anschauen (erste Inhaltspunkt), dann folgen andere nationale und internationale Nachrichten und Kommentierungen, Wirtschaft, Wetter, lokalen Nachrichten, Nachrichten vom Lande, wo jeden Tag ein "Nationalheld" vorgestellt wird, Sport, Kunst und Kultur. Im Bereich "Lernen" gibt es Informationen und Spiele, die Chinesisch Zeichen erklären oder Englisch vermitteln. Alles immer als Text- und Audiodatei, oft auch als Video. Einige Artikel sind zweisprachig, so dass Kollegin S. mir jetzt immer einige interessante Informationen weiterleiten, damit ich mehr Einblicke zu China erhalte. Und ich kann bestätigen, die Informationen sind genauso "gefärbt" wie in den westlichen Medien, wenn man sich nur auf einem Nachrichtenportal informiert.

Punkte sammelt man, wenn man einen Artikel vollständig gelesen hat (1 Punkt). Wenn man ihn weiterleitet, "liked" oder kommentiert, gibt es mehr Punkte. Wieviele genau, hängt wohl auch davon ab, um welchen Artikel es sich handelt, aber bei "lesen & liken" eines Artikels sind es meist schon 10 Punkte, so dass die Aufgabe, 30 Punkte pro Tag zu sammeln, keine grosse Herausforderung ist.

Nun kommt dann allerdings der chinesische Ehrgeiz dazu: Wer will schon am Minimum-Level arbeiten? Also wird jetzt gelesen, geliked, kommentiert und weitergeleitet, um auch im persönlichen Vergleich gut da zu stehen. Und schliesslich ist es ja Teil des Arbeitsauftrages und eine willkommene Möglichkeit, langweilige Meetings oder Leerzeiten sinnvoll zu nutzen.
Foto: 854 Punkte in 6 Tagen


14.04.2020

Multiservice App

Ja, das mit den Liefer-APPs hier in Shanghai klappt wirklich prima. Dank der Hilfe einen Freundes hatten wir nicht nur die Englisch sprachige App "Sherpa's" genutzt (siehe früherer Blogeintrag), sondern auch eine der beiden größeren lokalen Liefer-Apps... komischerweise gibt es in China am Ende immer Zwei/ein Duopol. Im Falle der Lieferservices sind es die blauen Fahrer von Ele.me und die gelben "Kängurus" von Meituan. Keine Frage, wir nutzen die Kängurus :)
Foto: Meituan Kuriere
Der Vorteil der lokalen Apps: weit mehr Restaurants und Geschäfte sind angeschlossen. Inzwischen kann man auch den englischen Namen eines Restaurants eingeben (vorausgesetzt es gibt einen) und, schwupps, öffnet sich die bebilderte Speisekarte. Supermarkt-Lieferungen sind nach Gruppen sortiert wie "Obst & Gemüse", "Milchprodukte" etc. Welche Supermärkte dahinter stecken, wird nicht ersichtlich, aber auch hier erfolgt die Produktauswahl über Bilder.
Foto: so funktioniert's

Wie funktioniert's: per App bestellt man das Essen und bezahlt. Die App erledigt alles weitere, sendet parallel eine Nachricht an den Lieferanten (Restaurant oder Shop) sowie den Kurier. Man erhält umgehend eine Information, wann mit der Lieferung zu rechnen ist. Im Falle eines Restaurants wird die Entfernungzeit + Kochzeit scheinbar automatisch berechnet. Im Falle eines Shops kann man die Anlieferzeit auswählen z. B. 16-18 Und oder 18-20 Uhr oder am darauffolgenden Tag vormittags.

Der nächst-wartende Kurier wird informiert, so dass er bereits vor dem Restaurant oder Shop wartet, wenn das Essen an ihn ausgehändigt wird. Er kennt durch die App auch die Kontaktnummer des Bestellenden und ruft an, wenn er da ist oder fragen zur Adresse hat. Ok, das ist dann ein Problem für nicht Chinesisch-Sprechende wie wir aber man weiss sich inzwischen zu helfen: entweder ständig den eigenen Straßennamen möglichst chinesisch klingend wiederholen und dazwischen ein "ok ok" einfliessen lassen, bis der Kurierfahrer merkt, da kommt er nicht weiter und muss sich anders helfen. Oder es geht per Textmessage weiter, die man Dank Übersetzungs-App sogar auch Chinesisch schreiben kann.

Speziell für husband hier noch mehr Details zu Meituan:

1. Man muss sich auf der App registrieren.
Foto: Register



Next, either register at the top right using your phone number (enter in a verification code sent via text, then set your password) or sign in through WeChat (click the green button to allow Meituan to access your public information, then verify your phone number).

Click the bottom option for ‘other methods’ of signing in: Weibo, QQ or an existing Meituan username and password.
Foto: Register II

Further details are needed and requires BIG ATTENTION: the address. This, in fact, is the trickiest part of this whole process. Get this wrong, and you may soon be fielding calls from lost, confused and possibly upset deliverymen and women.

First step: select the (Chinese) name of the specific apartment complex, building or school you’re currently in. Enter the name into the search bar, or scan the provided map to find what you’re looking for.
Foto: input address


Once you have it, specify the building number (if applicable) and room number in the blank below. You’ll need Chinese for this part too. If you’re not sure what building (‘楼’ and ‘栋’ are commonly used terms) and room (‘室,’ ‘房’) you need, consult Tini.

If you get confused about order and punctuation, keep in mind that Chinese addresses are generally listed from broadest to most specific region, with no spaces or commas in between. For instance: [Guangdong province] [Shenzhen city] [Futian district] [Street name, number] [Apartment complex name] [Building number] [Room number].

You can add and edit addresses later, so don’t worry too much if you mess up the first time.

In the rare case that your building isn’t listed in the app, never fear – there may be a workaround. On the map, select the building closest to you, and in the blank below, make your address as detailed as you can. You may get occasional calls from delivery guys, but as long as you can provide clear directions they should still be able to find you.

If you simply can’t pinpoint a place near you, try registering on a different delivery app, as coverage may vary slightly among various platforms.

2. Wähle ein Restaurant aus.

Congratulations, you’ve passed the biggest hurdle. Next up: finding out what places deliver to your door.

Go back to the homepage (首页, see first step) and select the fork and spoon icons to order delivery, or 外卖. If you successfully entered your address in the last step, it should be visible at the top of the screen. Tap it to check your current address details, switch addresses or add a new one by clicking '新增地址' at top right.
Foto: Restaurant Suche


From the delivery menu, you’ll have the choice of a few options, as shown above. If you’re looking for normal food, simply click the top left option, 美食.
You’ll be presented with an overwhelming list of places that deliver to you.

3. Bestelle
Once you’ve chosen a place, peruse the menu and tap on whatever you like. Most restaurants handily list their ‘bestsellers’ at the top of the list. You’ll need to fill the minimum order amount before you can check out. When you’re done, click the yellow button at bottom right.
Foto: Order
Review again your order and confirm.
Foto: Confirm
The last step is easy:
4. Bezahle
www.thatsmags.com/shanghai/post/how-to-order-delivery-on-chinese-food-apps

Um keine Schleichwerbung zu machen, hier auch die blauen "Eleme"s
Foto: Ele.me
Foto: Warten auf Aufträge


13.04.2020

Online schooling

Während der Heimquarantäne habe ich mich auch einmal probeweise im Online Schooling geübt: eine Stunde Chinesisch per Zoom, eine Video-Konferenz-App, die nun auch in China scheinbar boomt.
Foto: Online Lernen
Über mögliche Datenschutzlücken von Zoom braucht man sich in China eh keine Sorgen zu machen www.tagesschau.de/ausland/zoom: Die Corona-Krise hat der Videokonferenz-App Zoom viele neue Nutzer gebracht - doch es gibt Kritik am Datenschutz. Jetzt hat sich die New Yorker Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Die Handhabung von Zoom ist ganz einfach: ein Link, ein Code - und schon ist man mittendrin in einer Konferenz. Egal, ob mit der Kita-Gruppe, für den Live-Schulunterricht oder eine Yoga-Stunde. Vor allem die Konferenz-App Zoom aus San José im Silicon Valley hat von der Coronavirus-Krise profitiert, erklärt Bloomberg-Journalistin Shery Ahn: "Investoren sehen in Zoom einen möglichen Gewinner aus der Coronavirus-Krise, denn die Nutzerzahlen wachsen exponentiell. Die Zahl der monatlichen Nutzer im Vergleich ist beispielsweise um 190 Prozent gestiegen."

Zoom hat sich binnen weniger Wochen zu einer fast bekannten Begrifflichkeit für Videoschalten entwickelt, ähnlich wie googlen für eine Internetrecherche. In der kostenlosen Version können Meetings für bis zu 40 Minuten abgehalten werden. Wer länger konferieren möchte, muss ein kostenpflichtiges Abo abschließen. Die App ist auch deswegen so beliebt, weil sich die eingeladenen Teilnehmer nicht extra registrieren, also kein neues Nutzerkonto anlegen müssen.

Nun, da viele Augen plötzlich auf die Cloud-Dienste des Unternehmens gerichtet wurden, zeigen sich aber auch die negativen Seiten der Zoom-App."Schon 2019 gab es eine offizielle Beschwerde des Datenschutz-Forschungszentrums EPIC mit der Verbraucherschutzbehörde gegen Zoom." Da sei dem Unternehmen vorgeworfen worden, dass Browser-Sicherheitsprotokolle umgangen wurden, um auf Webcam-Inhalte zuzugreifen. "Es gab also schon Beschwerden - aber nun, da die Nutzerzahlen so hochgehen durch die Pandemie, werden die Risse im System sichtbarer."

Die Sicherheitslücke aus dem Jahr 2019 bedeutete für einige Nutzer, dass Hacker sie per Webcam ausspionieren konnten, selbst wenn die Zoom-App schon wieder deinstalliert war. Der Grund: Zoom installierte einen lokalen Webserver auf Apple-Geräten, der sogar nach der Deinstallation auf dem Rechner blieb. "Zooms Bussiness-Modell scheint die Grenzen auszuloten, was wir sozial akzeptabel finden", meint die Journalistin Kasan.

Der Vorwurf, der in den vergangenen Tagen laut wurde: Die iOS-App des Dienstes hatte einige Informationen über das benutzte Gerät an die Social-Media-Plattform Facebook weitergegeben, zum Beispiel, um welches Modell es sich handelt, den freien Speicherplatz und die Display-Größe. Und das selbst dann, wenn der Nutzer kein Konto bei Facebook hat. So sollten Werbeeinblendungen optimiert werden.

Zoom entschuldigte sich und behob diese Datenweitergabe. Trotzdem hat sich nun die New Yorker Staatsanwaltschaft eingeschaltet und will von Zoom Auskunft zu Maßnahmen für den Schutz von Nutzerdaten und Privatsphäre einholen.

Ein weiteres Problem beschäftigt die Macher der Konferenz-App: das so genannte "Zoom-Bombing". In den USA wurde beispielsweise von einer Schule aus Los Angeles berichtet, wo es während einer Unterricht-Konferenz zu einem virtuellen Übergriff kam. Hackern gelang es, sich in die Videokonferenz einzuklinken, sie zeigten auf dem Bildschirm Nazi-Symbole oder pornografische Inhalte.

Offenbar ist es für Hacker machbar, in Konferenzen einzudringen, wenn sie nicht auf privat gestellt wurden. Computerexperten raten deswegen, als Gastgeber einer Konferenz seine Gäste nur bewusst per Klick eintreten zu lassen, dafür müsse man genau in die Chat-Einstellungen schauen.

Zoom ist bei Weitem nicht die einzige Chat- oder Konferenz-Software, die mit Datenschutzproblemen und Sicherheitslücken negativ auffällt. Auch der Facebook-Dienst WhatsApp oder Skype von Microsoft standen deswegen schon in der Kritik. Für Nutzer heißt das wohl: Sie müssen sich nicht gleich von Zoom verabschieden - aber sie sollten sich kritisch mit ihm auseinandersetzen.

24.03.2020

Heimquarantäne 1

Gleich morgens um 9:30Uhr, am ersten Tag unserer Hausquarantäne, klopfte es an unserer Tür. Erst zaghaft und wir waren unsicher, ob wir öffnen sollten. Dann energischer. Ok, hier scheint jemand zu wissen, dass er was von uns will. Also, Maske auf und aufmachen.
Foto: Guten Morgen, bitte registrieren

Tatsächlich standen dann Offizielle vor der Tür, eine Xuhui-Bezirksbeamtin, eine Dame vom Nachbarschafts-Komitee oder Hausverwaltung und jemand, der ganz gut Englisch sprach.
Erst wurden uns 2 Masken, Handschuhe, eine Flasche Desinfektionsmittel und Mülltüten mit jeder Menge Merkblätter übergeben. Es wurde gekichert und neugierig durch die geöffnete Tür gespäht.
Dann mussten wir uns auf einer weiteren Regierungs-App registrieren.
Foto: Datenschutz ade
Es scheint eine App speziell für Ausländer zu sein, da auf Englisch. Datenschutz ade, denn man muss sogar ein Bild des Reisepasses hochladen, ein Bild von sich mit dem Reisepass in der Hand und alle möglichen persönlichen Daten eingeben.

Dann folgte eine weitere Registrierung auf einer anderen, allerdings chinesischen App, die uns bestätigte: "wir sind gelb", was ein 'Ohhh, Ahhhh" bei den Offiziellen hervorrief, das aber gleich in ein Kichern und Nicken überführt wurde, als wir ihnen den gelben Punkt auf den Reisepässen zeigten.
2x pro Tag müssen wir uns nun in diese App einloggen, um das Ergebnis der Fiebermessung einzutragen.
Foto: alles einfach aber chinesisch
Im digitalen China ist wirklich viel und schnell möglich:
1. Scanne den QR Code
2. Trage alle benötigen Daten ein
3. Warte die Bestätigung /das Ergebnis ab
4. Täglicher Prozess: einloggen, eintragen
5. Es wird ein automatischer Kalender geführt mit unseren Temperaturdaten

Ich bin mir sicher, dass mit dieser App auch die Bewegungsprofile erstellt werden, die anzeigen, wo sich Menschen mit gelben Punkten oder Infizierte aufhalten. Aus Korea berichtete ein Kollege, dass man eine Warnung per Smartphone erhält, wenn sich derartige Personen im eigenen Umfeld befinden und man kann genau erkennen, wo diese Person entlang geht, fährt etc., damit man sie vermeiden kann. Das ist hier garantiert auch möglich.

16.12.2019

Echtzeit-Navigation

Auch sehr praktisch und zufrieden bin ich mit meiner Autonavi-App, die es wohl schon lange gibt (seit 2001), jetzt auch Englisch unterstützt, zumindest beim Suchen von Locations - sprechen und zeigen kann sie zur Zeit nur auf Chinesisch.
Das Unternehmen hinter Autonavi wurde 2014 von der IT/eCommerce & mehr Giganten Alibaba gekauft und war/ist der chinesische Joint-Venture-Partner von TomTom.
Foto: besser geht kaum
Die Angaben, welche Spur man nehmen soll, sind recht genau und in der Regel auch früh genug, um sich richtig einzuordnen. Dass das nicht immer ganz einfach mit der Shanghaier Strassenführung ist, lässt sich auch auf dem nächsten Bild gut erkennen: die ganz linke und die zweite von rechts Spur sind für Linksabbieger. Warum das? Meist hat es den Grund, dass es vorher Auf- und Zufahrten gibt und man will vermeiden, dass Linksabbieger die ganze Breite der Spur kreuzen. Eigentlich also sehr durchdacht.
Foto: 2 x Linksabbieger, 3 x Geradeaus

02.12.2019

selfie-app

In China gibt es kaum eine Frau (oder Mann) der Selfies nicht mit einer App "verschönert": die Augen werden größer, die Haut glatter, Wangen gerötet und - wenn man/frau es mag - kommen noch lustige Ohren, Nasen, Brillen etc hinzu. Ratet, was hier noch echt ist ;)
Foto: Beauty-Silly-App