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23.12.2018

Little John

John ist mein Partner, sozusagen meine chinesische Marketing Kommunikation Hälfte. Ehrlich gesagt, macht er viel mehr als 50%, denn Umsetzung und Administration ist mehr in chinesischer als westlicher Hand. Und da Chinesen echte und vor allem schnelle Umsetzungsweltmeister sind, während wir Westler noch planen, diskutieren und abstimmen wollen, beschränkt sich die westliche Rolle oft auf's Nein-Sagen, mehr Details fordern oder Abstimmung mit den westlichen Zentralen (davon haben wir übrigens 2, eine in Mlada Boleslav und eine in Beijing, die sich aber auch wenig abstimmen). Ich habe beschlossen, nach einem neuen, eigenen Weg zu suchen, wie man in einem Joint Venture/Gemeinschaftsunternehmen sinnvoll zusammen arbeiten kann. Deshalb habe ich mit John gar nicht so viel zu tun, denn wir stimmen uns wenig vorher oder nachher ab, sondern sitzen zusammen in Meetings und freuen uns, dass wir oft einer Meinung sind, wenn es um Kreation geht. So ist inzwischen ein gegenseitiger Respekt entstanden - ohne dass wir dafür hart gearbeitet oder gekämpft haben oder uns gegenseitig "Zeit rauben". Ich will nicht alles vorher wissen und auch nicht kontrollieren, sondern berate oder inspiriere eher, schaue was im nächsten Meeting dabei rausgekommen ist und ärgere mich nicht, wenn es in eine andere Richtung gelaufen ist, sondern schaue einfach erneut drauf, was man machen kann. Und das dann in den grossen und echt vielen Meetings, die wir zusammen haben. An den Meetings nehmen auch immer die Chefs "über uns" teil, die am Ende erstmal alles entscheiden, bevor es in die nächste Chefrunde geht und vielleicht alles anders entschieden wird. Dass ich so agiere, schätzen John und sein Chef FuQiang und immer häufiger starten Meetings erst, wenn ich da bin oder werden sogar so gelegt, dass ich da bin. Und das ist ein echter erster Erfolg. Ausserdem wird es inzwischen auch als gemeinsame Rolle gesehen und John weiss, dass er helfen muss, wenn wir an das HQ (headquarter)/Zentrale berichten sollen.
John hat Temperament, Humor und Leidenschaft. Er ist impulsiv und das Gegenteil von einem Strategen und gibt auch zu, dass er vieles macht, weil er es einfach gut findet. Das macht ihn für andere auch oft schwierig. Aber er hat auch langjährige Erfahrung, weiss was funktionierte und hat ein grosses "Netzwerk".
Foto: auf dem Stuhl

Sein Weihnachtswichtel Geschenk war eine teure Damen-Halskette, deshalb musste er auch 2x neu in den Losbeutel greifen, um eine "Dame" zu ziehen. Die war dann so gross, dass er wiederum auf einen Stuhl klettern musste, um beim Ummachen zu helfen. Auch das ist John. Und er mag auch meine lustigen Avatar Bilder, die ich per Wechat öfter verschickt, aber dazu vielleicht ein anderes Mal.
Foto: little Tini Zmoji Avatar


25.08.2018

Fussball und Management

Zu den letzten beiden Vertriebsveranstaltung gab es Inspirationsvorträge aus St. Gallen, genauer von Prof. Jenewein und seinem Team zum Thema Führung und Management. Er selbst ist begeisterter Sportler/Fussballer, weshalb viele Analogien aus diesem Bereich kamen www.youtube.com/watch?v=5IvMEkv9kgw. Nach dem V-Day in Braunschweig ging es weiter nach München.
Foto: vom V-Day in BS, weiter nach München

03.08.2013

Bounty in der Discovery Bay

Der Name klingt nach Abenteuer: Discovery Bay auf Lantau Island. De facto gibt es aber kaum etwas zu entdecken außer dem Gefühl, in einem amerikanischen Vorort von Disneyland gelandet zu sein. http://gohongkong.about.com/whattoseeinhk/Discovery-Bay
Foto: Discovery Bay auf Lantau Island

To be fair: Es ist schön grün dort und es gibt nur wenige Hochhäuser, dafür aber eine spitze Hochzeitskapelle und die Bounty. Wir haben letzte Woche in der Discovery Bay einen Management Workshop abgehalten, um uns außerhalb des kurzfristigen Tagesgeschäfts ein paar anderen Themen zu widmen. Das ganz neue Hotel Auberge (den Namen des Hotels konnte keiner der Hotelangestellten aussprechen) lag am Wasser mit herrlicher Aussicht auf genau diese beiden Attraktionen. 

JTEBS: die HMS Bounty war ursprünglich ein privates Segelschiff, das Kohle transportierte und von der britischen Marine gekauft wurde, um Pflanzen von Tahiti nach Jamaika zu bringen. Der Frachter fuhr im Dezember 1787 mit 44 Mann Besatzung von England Richtung Tahiti los. Nach 10 Monaten auf See erreichte die Bounty Tahiti. Hier sollte die Besatzung eine Schiffsladung voll Setzlinge des Brotfruchtbaumes mitnehmen, um sie in die Karibik zu bringen. Aber: man war spät dran und die Brotfruchtbäume befanden sich gerade in ihrer jährlichen Ruhephase, während der sie nicht umgepflanzt werden sollen, so dass man also auf der Insel blieb, sich in die Einheimischen verliebte und Tahiti genoss...so sehr, dass kaum einer glücklich war, als man nach 5 Monaten wieder in See stechen sollte. Am 28. April 1789 kam es dann zur berühmten Meuterei auf der Bounty. Der Kapitän wurde mit 18 seiner Vertrauten in ein kleines Beiboot verfrachtet und ausgesetzt. Oh Wunder, sie kamen fast 6.000 km weiter auf der Insel Timor an während die Bounty zurück nach Tahiti fuhr, um mit 14 Männern, 11 Frauen und einem Baby ein Versteck zu suchen. Denn auf Meuterei stand die Todesstrafe. 

So segelte man also in der Südsee umher und stieß tatsächlich auf eine unbewohnte Insel, die in den Seekarten der englischen Marine falsch eingezeichnet war: Pitcairn Island, das ideale Versteck. Dort lebten sie glücklich weiter und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute... so sollte man zumindestens annehmen. Stimmt aber nicht. Das Zusammenleben der kleinen Gemeinschaft war äußerst problematisch. Die englischen Seeleute behandelten die tahitischen Männer wie Sklaven. Auch die Konkurrenz der Männer um die Frauen ließ keinen Frieden aufkommen. So kam es, dass sich drei Jahre nach ihrer Ankunft 11 der 15 Männer gegenseitig umbrachten. Wow, what a story, die natürlich auch verfilmt wurde. www.wasistwas.de/geschichte/spezial-piraten-entdecker

Im Management Workshop ging es dagegen natürlich ganz friedlich zu und ich habe es sehr genossen, mal nicht in unseren beengten 'Büroboxen', sondern in einer big business meeting Atmosphäre zu arbeiten.
Foto: full day meeting

29.06.2013

Biographisches Coaching

Ich bin noch mal schnell in Hamburg gewesen. Unter anderem zur zweiten Sitzung eines Coaching für Führungskräfte. Was macht man denn da so? Nun, in Ermangelung von akutem Coachingbedarf (denn schließlich sind mit Sabbatical und der Entscheidung nach Hong Kong zu gehen, wichtige Weichen gestellt) hatten wir uns zunächst auf ein 'biographisches Coaching' geeinigt, das in der ersten Sitzung mit einem Rückblick auf die eigene Biografie startete. Es ging mit einer 'Imaginationsübung' und geschlossenen Augen los, in der man sich auf eine Zeitreise begeben sollte. Der Start: ungefähr mit 6 Jahren...wo man wohnte, wer in dieser Zeit wichtig war, was man gemacht hat etc. Es wurde nach punktuellen Erlebnisse oder Episoden (nicht nach der kompletten Lebensgeschichte) gesucht. Dies zunächst im Stillen durch Fragen, später sollte ich eine 'Lebenskurve' mit Highlights und Ereignissen zeichnen und anschließend bestimmt 2 Stunden über diese Kurve erzählen. Mann oh Mann, so viel habe ich noch nie im Stück über mein Leben erzählt.
Foto: Life is a curve/Werbung am Flughafen in Schiphol
In Sitzung 2 in dieser Woche war dann zum Glück 'Frau Coachin' dran und hatte nun aus meinen Erzählungen, 'Erfolgsstrategien' und 'Kraftquellen' herausgearbeitet. Es kam nicht wirklich was Neues dabei heraus, aber es war trotzdem sehr interessant. Erkenntnisse:
1. Viele Kraftquellen werden bereits von den Eltern mit auf den Weg gegeben. Und ich hatte viel Glück: Freiraum/Autonomie/Rückhalt, Großzügigkeit/Akzeptanz, Lernfreude/Neugier
2. (Leistungs)sport ist prägend und super: man trainiert für den Erfolg, man lernt aber auch mit Niederlagen umzugehen, denn die nächste Chance/der nächste Wettkampf kommt bestimmt, für den man wieder hart trainieren wird. Sport fördert Teamgeist und Wetteifer.
3. Zu einer weiteren Kraftquelle ist für mich die Internationalität geworden (nicht zuletzt auch durch mein USA Austauschjahr mit 16), denn in der Welt unterwegs zu sein, bietet immer wieder neue Einblicke/Perspektiven und gibt Impulse.
4. I like to be 'hands-on', always have, always will.
5. 'Stolpersteine', an denen im Rahmen eines biographisches Coaching auch weitergearbeitet werden könnte, um sie zukünftig zu vermeiden, konnten wir nicht so recht identifizieren ;)
So sind wir dahingehend verblieben, dass ich mich melde, wenn ich weiteren Coachingbedarf habe. Auch ein schönes Ergebnis. www.profil-coaching.de/coaching.html

07.06.2013

Großbaustelle in Hamburg

Deutschland hat zur Zeit mindestens zwei blamable Großbaustellen: den Berliner Flughafen und die Hamburger Elbphilharmonie. Bei letzterer ruhen die Bauarbeiten seit November 2011, aber es ist wieder Schwung in die Verhandlung gekommen und ich kann bestätigen, dass vereinzelte Bauarbeiter auf der Großbaustelle gesichtet wurden. 789 Mio. € soll das Projekt inzwischen kosten, 10x mehr als ursprünglich geplant, voraussichtlicher Termin der Fertigstellung: Herbst 2016 www.spiegel.de/thema/elbphilharmonie/.
Foto: Baustelle Elbphilharmonie/Blick ins 1:10 Modell
Bis dahin kann man sich im Elbphilharmonie Pavillon ein 1:10 Modell des Großen Saales anschauen (2.150 Plätze), in dem der japanische Akustikdesigner Yasuhisa Toyota die Akustik der Philharmonie berechnet hat, mit etwas skurrilen Styropor-Menschen. Auch zu sehen: die Hafencity belegt sich langsam und wird für morgendliches Tai Chi genutzt.
Foto: Tai Chi in der Hafencity mit Blick auf die Elbphilharmonie
Ich war in Hamburg für die erste Sitzung eines Coaching, in dem es um die individuelle Beratung zum Ausbau der eigenen Management-/Handlungskompetenzen, Persönlichkeit und Karriere geht.

01.06.2013

Round Table

Ein Runder Tisch ist oft die Bezeichnung für die symbolische Sitzordnung einer Konferenz, wenn es um die Bewältigung von Krisen ging. Vertreter verschiedener Interessengruppen sitzen gleichberechtigt an dem Tisch, ohne Hierarchiestufen oder Vorsitzenden, um einen von allen Seiten anerkannten Kompromiss zu suchen. Der bekannteste Runde Tisch ist wohl King Arthur´s Round Table, der im Deutschen als Tafelrunde übersetzt wurde. http://wiki/runder_tisch
Foto: Zeichnung aus http://kids.britannica.com/King-Arthur

In der letzten Woche gab es einen Marketing Round Table in Wolfsburg, wo allerdings eher die klassische Konferenzbestuhlung zum Einsatz kam und es nicht um Kompromisse ging, dafür aber um Strategien, Kampagnen, Personalien & mehr. Die aktuellste Personalie, die aber nicht besprochen wurde, ist der Weggang von Signore Perosino. Wann genau ist noch offen.
www.horizont.net/Volkswagen-De-Meo-holt-Perosino-zu-Audi

30.04.2013

Die Spezie der 'Unterbrecher'

Mindestens 40% träumen davon, aber nur ca. 4% machen es. Harpe Kerkeling hat es gemacht, 'war dann mal weg' und hat ein Buch darüber geschrieben. Pep Guardiola, der designierte FC Bayern München Trainer, macht es gerade in New York, wo er hingezogen ist nachdem er seinen Trainerjob beim FC Barcelona 2012 an den Nagel gehängt hat. Jetzt genießt er das Bildungs- und Kulturangebot der Stadt, besucht Vorlesungen an der Columbio-Universität, geht mit Woody Allen essen und hat endlich mal wieder Zeit für sich, seine Frau und Kinder. www.zeit.de/2013/FC-Bayern-Trainer-Pep-Guardiola, www.sueddeutsche.de/karriere/sabbatical-raus-aus-der-muehle, www.handelsblatt.com/sabbatical-wenn-die-auszeit-die-karriere-befluegelt

Das Sabbatical wird langsam salonfähig. Kein Wunder: es ist einfach eine wunderbare Zeit der Selbstbestimmung, voller neuer Ideen, Inspiration und Tatendrang. Und wer glaubt, 2 Jahre sind ganz schön lang: forget it - sie sind genauso schnell vergangen wie eure letzten zwei ;)
Foto: New Beetle Turbo Anzeige 2004

Und da stimmt es mich froh zu hören, dass zunehmend mehr Fach- und Führungskräfte den Wunsch nach flexibleren Arbeits- und Auszeiten haben, was eine Studie der Unternehmensberatung Bain&Company zeigt. Bisher mangelt es zwar oft an sichtbarer Unterstützung der oberen Führungsebenen und die Angst vor dem Karriere-Aus dominiert (noch). So gaben 86% der Befragten in der Studie an, dass die Unterstützung seitens der Führungsspitze ein ausschlaggebendes Kriterium für sie ist, flexible Arbeitszeitangebote zu nutzen. Wird dies getan, steigen Loyalität, Arbeitszufriedenheit und Bindung erheblich (bei Männern um 25%, bei Frauen sogar um 40%). Die Studie bescheinigt auch: in Deutschland gibt es einen großen Nachholbedarf, wenn es um flexible Arbeitszeitmodelle für Fach- und Führungskräfte geht, dabei wird der Gruppe der sogenannten 'Unterbrecher' bescheinigt, dass sie gereift und kreativer zurückkehren. Na, da schau'n wir mal ;)))
www.presseportal.de/bain-studie-zu-flexiblen-arbeitszeitmodellen
Diese Woche geht es bei mir wieder los in Wolfsburg. Ich kann bestätigen, dass es interessante Jobangebote gab, die in der Tat keinen Karriereknick bedeutet hätten und statt kritisch über Beweggründe für die Auszeit befragt zu werden, kommen eher alle ins Träumen, wenn ich von meinem Sabbatical erzähle.
Für uns soll es aber am liebsten gleich weiter ins Ausland/nach Asien gehen, sehr wahrscheinlich schon im Juni. Will keep you (blog)posted.

13.04.2013

Lizenz zum Führen

Bei Volkswagen wird auf die Management Auswahl sehr viel Wert gelegt, dies zumindest versprechen Prozess und Wartelisten für diverse Prüfungen. Das aktuelle Verfahren beinhaltet neben vergleichende Durchsprachen innerhalb des Fachbereichs, ein Leistungsgutachten sowie ein fachübergreifendes Assessment Center für die unternehmerischen Kompetenzen. (www.volkswagenag.com/management_development)

Die Führungskompetenz wird inzwischen separat in einer Führungslizenz überprüft, die sich aus Qualifizierungsmodulen, der sog. Führungskräfte-Basis-Qualifzierung (FBQ), und einer Prüfung zusammensetzt. Obwohl offiziell noch nicht wieder an Board, bin ich gestern gern schon eingesprungen und war mit zum FBQ-Abschlussgespräch eines great leadership talents. Wie nicht anders zu erwarten, hat alles super geklappt, die Anmeldung zur Führungslizenz kann umgehend erfolgen. Glückwunsch, Glückwunsch! Damit die Wartezeit von Anmeldung bis Prüfung nicht allzu lang wird, gibt es natürlich Aufträge (room for improvements), an denen weiter gearbeitet werden kann.
Foto: Rednerpult und 'Bühnenraum' auf der Copenhagen Design Week 2011




Der Prozess ins Management wird sukzessive auch in allen internationalen Volkswagen Konzerngesellschaften eingeführt. Das Management Assessment Center wurde 2012 in Indien, Russland, China und in den USA implementiert (http://autogramm.volkswagen.de, http://geschaeftsbericht2012.volkswagenag.com/weiterbildung).