08.05.2023

Me-Time

Fulya hatte sich am Samstag einen ganzen 3/4-Tag ‘me-time’ genommen, während Nils und Filip (Dank Jahreskarte) im Zoo waren. Um 16 Uhr hatten wir uns dann für ein kleines Schwimm-Stil-Training getroffen. Von Isabela’s Wohnung bis zu ihnen sind es per Metro und Bus für die knapp 30km mindestens 1,5 Std (note to myself: Ausstieg Bus: The Nexus oder Metro: King Albert Park). 

Der 6jährige Filip ist überall gut mit dabei: sportlich, wissbegierig, ein guter Esser und sehr lieb (nur wenn er unausgelastet war oder müde wird, dann geht’s ein bisschen bockiger zu, aber er lässt sich leicht wieder ablenken.) Das Foto hat Filip von unseren Kraul-Trockenübungen gemacht.



07.05.2023

Punkt, Punkt (Hong Kong)

Die prominenteste Ausstellung im M+ war die von Yayoi Kusama (geboren 1929, Japan), die seit den 1960er-Jahren eine der bekanntesten Künstlerinnen der Gegenwart. 

Dicke Punkte sind ihr Markenzeichen. Aber die Ausstellung zeigte unterschiedliche Schaffensphasen, Formen, Farben und Figuren, das weit über dieses Punkte-Leitmotiv hinausging. Die meisten Werke von Kusama sind Botschaften der Unendlichkeit, einer das Individuum verschlingenden Weite. Da sind die „Infinity Net”-Gemälde der sechziger Jahre, meist einfarbige Muster, die die ganze Leinwand bedecken. Diese Netze und Raster malte Kusama auch auf Tisch, Boden und Körper, um mit dem Unendlichen zu verschmelzen. In der Folgezeit prägen das psychisch Zwanghafte den Schaffensprozess: Halluzinationen, die seit den Kindheitstagen das Leben der heute 94-jährigen prägen. 














Mit einem Schlag bekannt wurde die Künstlerin, die sich trotz ihres breiten malerischen Werks in erster Linie als Bildhauerin bezeichnet, mit ihrer „One Thousand Boats Show“ im Jahr 1963. In der New Yorker Gertrude Stein Gallery hatte sie einen schwarzen Erlebnisraum gebaut, in dem ein mit weißen Stoff-Phalli übersätes Ruderboot die Betrachterinnen in Staunen versetzte. Nach eigener Aussage war es die „Angst vor Sex“, die Kusama zu dieser Akkumulation inspiriert hatte. 

Mit „Naked Body Festivals“, in denen sie Körper mit Punkten bemalt, wird Kusama eine Kultfigur der Happening-Kultur der sechziger Jahre. 

Gepunktete Schaufensterpuppen und Möbel stehen auf einem Teppich aus Makkaroni. 1967 übersät sie den ganzen Raum, einen Tisch und fünf Schaufensterpuppen mit den von ihr kreierten „Polka Dots“: großen Punkten, die alle Körper und Gegenstände des Environment als Teil einer umfassenden Einheit verbinden. Was hier schon als „Teil des Ewigen“ begriffen wird, kulminiert in den Spiegelsälen, die als „Infinity Mirror Rooms“ mit dem eigenen grenzenlos multiplizierten Spiegelbild Unendlichkeit suggerieren. 

Seit 1991 füllt sie Ausstellungsräume mit gelben, gepunkteten Kürbissen. Auf der Biennale Venedig 1993 schenkt sie die Besucherinnen kleinformatige Kürbisse als Teil einer Performance. Sie werden zu weit verbreiteten Markenzeichen ihrer Kunst. Auch als Modeschöpferin und Gedicht-Autorin macht sie sich einen Namen. 

Lebensbedrängende psychische Probleme nahmen in New York zu. 1973 kehrte sie nach Japan zurück und zog sich vier Jahre später in eine psychiatrische Klinik zurück, in der sie bis heute lebt und in einem für sie eingerichteten Atelier arbeitet.


06.05.2023

6 Ausstellungen

Das als Finanzzentrum bekannte Hong Kong hat lange nach einer neuen Positionierung für sich gesucht und hatte Kunst/Kultur für sich ausgemacht. Vor allem erhoffte man sich durch die M+ Architektur des Büros Herzog & de Meuron erste Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die weitläufigen Galerien können 6 große Ausstellungen gleichzeitig beherbergen. 





Das Programm ist breit gefächert: Neben der Yayoi-Kusama-Retrospektive, die danach ins Guggenheim nach Bilbao reist, und einer Arbeit des NFT-Künstlers Beeple sind Design und Architektur aus Asien zu sehen. Direktorin Suhanya Raffel zeigt lokale Gegenwartskunst wie Biennale-Künstlerin Angela Su und setzt neben dem Fokus auf Asien "and beyond" zugleich verstärkt auf internationale Leihgaben. 

05.05.2023

Baustelle Westkowloon







Das M+, Museum für visuelle Kultur, ist eine von fünf neuen Großeinrichtungen, die seit 2018 im West Kowloon Cultural District eröffnet wurden. Dazu zählen auch ein Opernhaus, ein Theaterkomplex sowie das Palace Museum für chinesische Artefakte aus Peking. Der neue Bezirk gilt als das Prestigeprojekt der Sonderverwaltungszone. 

Kaum zu glauben: Vor 15 Jahren war dieser Teil der Metropole noch karges Niemandsland und stand teils unter Wasser. Weitere Institutionen werden demnächst noch folgen, der 23 Hektar große Park soll öffentlich zugänglich und mit direkten Fähren von der zentralen Insel aus erreichbar sein. Man rühmt sich, eines der größten Kulturprojekte der Welt zu realisieren. Und das mit einem Blick auf die wahrscheinlich faszinierendste Skyline der Welt.


04.05.2023

M: 2015, Kuala Lumpur

M wie Memory. Erinnerungen an vor 8 Jahren.






M+ Museum (Hong Kong)

Ich hatte nach meiner ersten Hong Kong Reise im Februar, wo ich meinen Rüchflug fast verpasst hätte, weil ich gedacht hatte, ich fliege einen Tag später, gleich nochmal das Ecotree Hotel in Causeway Bay reserviert, weil gut und günstig. Und als die Preise sich dann verdoppelten und verdreifachten, war es ein guter Grund, wirklich nochmal die Gelegenheit und Nähe (es sind allerdings doch auch 4 Std. Flug) beim Schopf zu ergreifen und sich das neue Museumsprojekt in Westkowloon anzusehen. 

Es wurde Ende 2021 eröffnet und ist ‘WOW’ (gesprochen: wau, Ausdruck der Begeisterung): riesig, tolle Ausstellungen, Blick auf die Hong Kong Island Seite. Drumherum wird noch einiges mehr entstehen, denn überall sind Baustellen.

Ich habe tatsächlich 1,5 Tage dort verbracht inklusive 3-Gänge-Lunch (Restaurant des Museums) und Bier am Abend (Selbstbedienungsladen des Museums).







03.05.2023

Open House

Am Samstag hatte Yanny ihr Team, Isabela und mich zum Hari Raya Open House eingeladen. Nach dem Fastenmonat, beginnt der Syawal Monat und in dieser Zeit laden MuslimInnen ihre FreundInnen, KollegInnen oder GeschäftspartnerInnen aller Religionen zu einem Abendessen Zuhause ein. Manchmal wird selbst gekocht, manchmal bringt jeder was mit, manchmal gibt es ein Restaurant oder Cateringservice, der liefert. Oft ist es ein Buffet, manchmal auch ein angerichteter Dinner-Tisch. Meist ist es ein Kommen und Gehen, denn nicht für alle gibt es Sitzplätze an Tischen. Du bleibst eine Weile und gehst, wann du Lust hast. Alkohol gibt es natürlich nicht. Meist startet es um 18 Uhr und dauert bis 21/22:00 Uhr.

Die Gerichte sind fast alle malayisch-scharf und es gibt kaum was für VegetarierInnen. Also haben Isabela und ich verhältnismäßig wenig gegessen ;) Der Kokusnuss-Reis in der Blätterverpackung war aber sehr lecker.




02.05.2023

2 Wochen

Nun sind es tatsächlich nur noch 2 Wochen, die ich hier bin. Davon nochmal 4 Tage in Singapur…die Zeit rennt. Gestern habe ich Isabela erzählt, was ich besonders vermissen werde: sie, Mochi, Mango, Pomelo …und den Wasserschlauch an der Toilette.



P.S. gestern haben wir neben dem Fischsuppenrestaurant wieder ‘geschälte Pomelos satt’ eingekauft. Sie lassen sich echt schwer schälen und enthäuten. Und wir haben beide keine Ahnung, wie dieser Obstladen es so perpekt macht, ohne dass die Stücke zerfallen. 




01.05.2023

Beca (Melaka)

Melaka ist auch bekannt für sie aufwendig dekorierten und in der Nacht blinkenden, laut Musikspielenden Fahrrad-Rikschas für TouristInnen. Sie heißen Beca. Nein danke, aber ein Highlight für einige. Ihre Zahl hat meinem Gefühl nach aber stark abgenommen.










Leguan




Am Fluß entlang Richtung Hafen in Melaka entdeckt: ein (zum Glück) kleiner Leguan. Leguane können je nach Art zwischen 15cm bis über 2m groß werden. Der Leguan ist ein Kletterprofi, ein ausgezeichneter Schwimmer, Sonnenanbeter und Farbwechsler: Der Tag beginnt mit einem ausgiebigen Sonnenbad, für das er sich meist in dunkle Farben hüllt und so die Wärme speichert. Damit es ihm in der Mittagshitze nicht zu warm wird, wechselt er zu einer helleren Farbe. Beim Schwimmen benutzte er übrigens nicht seine Arme und Beine, sondern schwamm eher wie eine Schlange.