Die SAIC Tankstelle (oder ist sie auch für Betriebsfremde? Auf jeden Fall befindet sie sich nicht auf dem Werksgelände) verbirgt sich hinter einem unscheinbaren Zaun, ist groß und funktionell. Jegliche Form der Modernisierung wird sich nicht lohnen. Die Zukunft fährt ja elektrisch und Ladestationen sind kein ‘Tankstellen-Ding’ mehr sondern gibt es hier in jedem Parkhaus.
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11.06.2021
MM - Tankstelle
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MM - Anting Impressionen
Auf dem Weg zur Tankstelle in Anting, die tägliche China-Faszination: standardisierte Fabrikhalle, Typ hellgraue Box.
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05.03.2021
MM - Mittagsgericht
Freitags wird es immer voll im Antinger Biergarten Restaurant. Ob es am Mittagsgericht liegt (Schaschlik-Spieß mit Pommes und Salat, große Apfelsaftschorle und Kaffee, 10 Euro) oder daran, dass sich alle auf das Wochenende einstimmen, wer weiss. Auf jeden Fall ist der Arbeitsplatz des Kochs am Freitag draußen.
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22.02.2021
MM - deutsches Lunch
Es gibt ein deutsches Restaurant in Anting, das auch draussen Tische hat. Perfekt für ein sonniges Mittag (denn es soll wieder kalt werden).
Heute auf der Tageskarte: Spargel. Na gut, es war eher Schnitzel mit Spargelbeilage.
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07.08.2020
Lotus
Lotus oder Lotos gehört zu den Seerosengewächsen und ist eine besonders schön blühende Pflanze aus der Familie der Wasserlilien.
Aber auch medizinisch wird die Lotuspflanze beinahe vollständig verwendet: gegen Sommerhitze, zur Unterstützung von Milz und Niere, Stoppen von Blutungen u.v.m. www.lian.ch/lian-lotus.
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| Foto: Lotusblüte |
Die meisten Teile der asiatischen Wasserpflanze sind genießbar. Die jungen Stiele, Blätter und Blütenknospen des Lotus lassen sich wie Gemüse verarbeiten www.essen-und-trinken.de/lotus
Die Wurzel bildet drei bis vier, bis zu 30 cm lange und 10 cm dicke, zylindrisch geformte Zwischenknotenstücke. Sie sind mit Röhren durchzogen, die im Querschnitt kreisförmig angeordnet sind. Sie dienen der Pflanze zur besseren Sauerstoffversorgung.
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| Foto: Lotuswurzel (links), Lotusfrucht mit Samen (rechts) |
Angebaut werden die Lotuspflanzen in überfluteten Feldern, die denen des Reisanbaus ähneln. Aus den Hüllblättern der Blüte werden in China gesundheitsfördernde Tees zubereitet. Die zarten Blütenblätter werden als Blattgemüse gegessen. Die Samen werden geschält und zu Mehl verarbeitet oder gesalzen und wie Kürbiskerne als Snacks gegessen. Aus der Wurzel wird ein stärkehaltiges Mehl hergestellt. Frisch wird sie geschält und in Scheiben geschnitten als Kochgemüse zubereitet.
Dieses Lotusfeld habe ich in Anting entdeckt, in unmittelbarer Nähe des kleinen, fast immer leeren Messegeländes. Was von der Ferne idyllisch aussieht, ist allerdings leider oft bei näherer Betrachtung entweder unzugänglich, verboten, sehr künstlich angelegt oder recht verdreckt.
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| Foto: Lotusfeld |
21.07.2020
eine kleine Geschichte: Testfahrer
Eine kleine Geschichte von Tony, dem Tester
Tony, sein chinesischer Name in Tingfu, ist Testfahrer bei SAIC Motor, dem größten Automobilhersteller in China. Genauer arbeitet Tony als Ingenieur in der Versuchsabteilung von SAIC Volkswagen, also nicht bei SAIC General Motors, SAIC Maxus, SAIC-GM-Wuling oder wie sie alle heissen. Das findet Tony gut, denn er mag deutsche Autos und war schon immer ein Fan der Premiummarken wie BMW, Mercedes oder Audi. "Die Qualität der deutschen Autos ist immer noch sehr gut", findet Tony, der auch ein Motorsportfan ist. "Ich mag schnelle Autos", sagt er und grinst, denn aktuell schleicht er mit 20kmh durch die Yutian Straße in Anting. Chinesen haben Humor!
Vor ein paar Wochen hat Tony den Job gewechselt. Er ist vom Volkswagen Team (SV) zum neuen Audi Team (SA) gewechselt. Eigentlich hat ihm der Job bei Volkswagen viel Spaß gemacht, denn er hat autonome Fahrtests für den Tiguan auf normaler Straße durchgeführt. Das ist seit 2018 erlaubt www.car-it.com/neue-richtlinien-fuer-autonomes-fahren-in-china
Aber er wurde gefragt, ob er nicht zum Audi Team wechseln will und "wenn man gefragt wird, sollte man nicht Nein sagen", weiss er. Das ist nicht karriereförderlich, und die will er unbedingt machen. Deshalb arbeitet er hart und lange, gern auch an Wochenenden (was natürlich nicht bezahlt wird) und ist in die Partei eingetreten. Auch wenn er nicht alles gut findet, was die Partei macht, ist es wichtig dabei zu sein. "Nur so kann man selbst auch etwas verändern", sagt er, das gilt besonders auch in einem Staatsunternehmen wie SAIC Motor.
So macht er jetzt also seit 2 Wochen nicht mehr Tests für autonomes Fahren für VW, sondern Abgastest mit Audi Modellen. "Die Auflagen in Shanghai sind inzwischen sehr streng" erzählt er, denn eigentlich werden ja nur noch NEVs (New Energy Vehicles) gefördert. Er streicht über das Lederlenkrad des Audi S8 und erklärt: "Das ist schon eine ganz andere Klasse als Volkswagen, die viel Plastik und nichts Besonderes in Innenraum bieten."
Von den Plänen, dass Audi Teil der SAIC Volkswagen wird, hatte Tony schon 2016 gehört, aber es dauerte dann doch viel länger als geplant. Nun soll es ab 2022 losgehen. Die Fabrik (bisher allerdings ohne Audi-Logo) steht und immer mehr Leute werden zum Audi Team von den anderen beiden Marken (Volkswagen und Skoda) geholt.
Tony ist froh, einer der ersten gewesen zu sein, die jetzt bei Audi arbeiten, denn er hat gehört, dass es SVW nach der Corona Krise nicht mehr so gut geht. "Leute kaufen jetzt lieber entweder die lokalen Marken, die wirklich aufgeholt haben in Punkte Sicherheit und Technologie und die viel billiger sind", sagt er.
"Oder die Luxusmarken wie Audi", sagt er und tritt ausnahmsweise ordentlich auf's Gas, den die grüne Ampel fängt an zu blinken, was bedeutet, dass sie gleich auf Rot umspringen wird. Tony grinst schelmisch: "Eigentlich kann ich auch bei Rot fahren, denn hier ist keine Kamera installiert und wir haben kein Kennzeichen", aber weil er ja Karriere machen will, tut er gut daran, sich an Regeln zu halten, denn man weiss ja nie. Und schliesslich ist er Testfahrer.
Kleingedrucktes zu meinen kleinen Geschichten: Personen, Namen, Handlungen und Zitate sind frei erfunden und nur ein neues Format meiner Bildkommentierungen.
http://autonews.gasgoo.com/audi: In November, 2016, the project between SAIC and Audi was unveiled. But it was confronted with strong disagreement from FAW-VW Audi and its dealers.
Tony, sein chinesischer Name in Tingfu, ist Testfahrer bei SAIC Motor, dem größten Automobilhersteller in China. Genauer arbeitet Tony als Ingenieur in der Versuchsabteilung von SAIC Volkswagen, also nicht bei SAIC General Motors, SAIC Maxus, SAIC-GM-Wuling oder wie sie alle heissen. Das findet Tony gut, denn er mag deutsche Autos und war schon immer ein Fan der Premiummarken wie BMW, Mercedes oder Audi. "Die Qualität der deutschen Autos ist immer noch sehr gut", findet Tony, der auch ein Motorsportfan ist. "Ich mag schnelle Autos", sagt er und grinst, denn aktuell schleicht er mit 20kmh durch die Yutian Straße in Anting. Chinesen haben Humor!
Vor ein paar Wochen hat Tony den Job gewechselt. Er ist vom Volkswagen Team (SV) zum neuen Audi Team (SA) gewechselt. Eigentlich hat ihm der Job bei Volkswagen viel Spaß gemacht, denn er hat autonome Fahrtests für den Tiguan auf normaler Straße durchgeführt. Das ist seit 2018 erlaubt www.car-it.com/neue-richtlinien-fuer-autonomes-fahren-in-china
Aber er wurde gefragt, ob er nicht zum Audi Team wechseln will und "wenn man gefragt wird, sollte man nicht Nein sagen", weiss er. Das ist nicht karriereförderlich, und die will er unbedingt machen. Deshalb arbeitet er hart und lange, gern auch an Wochenenden (was natürlich nicht bezahlt wird) und ist in die Partei eingetreten. Auch wenn er nicht alles gut findet, was die Partei macht, ist es wichtig dabei zu sein. "Nur so kann man selbst auch etwas verändern", sagt er, das gilt besonders auch in einem Staatsunternehmen wie SAIC Motor.
So macht er jetzt also seit 2 Wochen nicht mehr Tests für autonomes Fahren für VW, sondern Abgastest mit Audi Modellen. "Die Auflagen in Shanghai sind inzwischen sehr streng" erzählt er, denn eigentlich werden ja nur noch NEVs (New Energy Vehicles) gefördert. Er streicht über das Lederlenkrad des Audi S8 und erklärt: "Das ist schon eine ganz andere Klasse als Volkswagen, die viel Plastik und nichts Besonderes in Innenraum bieten."
Von den Plänen, dass Audi Teil der SAIC Volkswagen wird, hatte Tony schon 2016 gehört, aber es dauerte dann doch viel länger als geplant. Nun soll es ab 2022 losgehen. Die Fabrik (bisher allerdings ohne Audi-Logo) steht und immer mehr Leute werden zum Audi Team von den anderen beiden Marken (Volkswagen und Skoda) geholt.
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| Foto: Test |
"Oder die Luxusmarken wie Audi", sagt er und tritt ausnahmsweise ordentlich auf's Gas, den die grüne Ampel fängt an zu blinken, was bedeutet, dass sie gleich auf Rot umspringen wird. Tony grinst schelmisch: "Eigentlich kann ich auch bei Rot fahren, denn hier ist keine Kamera installiert und wir haben kein Kennzeichen", aber weil er ja Karriere machen will, tut er gut daran, sich an Regeln zu halten, denn man weiss ja nie. Und schliesslich ist er Testfahrer.
Kleingedrucktes zu meinen kleinen Geschichten: Personen, Namen, Handlungen und Zitate sind frei erfunden und nur ein neues Format meiner Bildkommentierungen.
http://autonews.gasgoo.com/audi: In November, 2016, the project between SAIC and Audi was unveiled. But it was confronted with strong disagreement from FAW-VW Audi and its dealers.
Afterwards, Audi, together with its local partner FAW Group, defined 21 key strategy fields with respective goals in a 10-year plan in 2017 January. Just several months later, Audi, FAW Group, FAW-VW and Audi dealer association, signed an agreement to ensure the sales volume of FAW-VW Audi can reach 900,000 units by 2022. It also stipulates Audi is not allowed to sell products through another party in China before January, 2022. However, Audi’s performance in the Chinese market leaves something to be desired, especially under the endorsed 10-year project. In the first ten months of 2019, Audi’s sales in China merely rise 2.1% to roughly 551,000 units, while those of Mercedes-Benz (not including Smart), BMW (including Mini) were around 583,000 and 587,000 units respectively and their sales growth rates were higher.
Actually, new progress has been made between Audi and SAIC. In June, 2018, the German brand acquired 1% equity in SAIC Volkswagen joint venture (JV). And the JV saw its MEB plant in Shanghai start trial production in November this year. Just before the Auto Guangzhou 2019, Audi China suggested it would not sell products in the biggest auto market through the Shanghai-headquartered manufacturer before 2022.
Actually, new progress has been made between Audi and SAIC. In June, 2018, the German brand acquired 1% equity in SAIC Volkswagen joint venture (JV). And the JV saw its MEB plant in Shanghai start trial production in November this year. Just before the Auto Guangzhou 2019, Audi China suggested it would not sell products in the biggest auto market through the Shanghai-headquartered manufacturer before 2022.
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12.04.2020
Buffer Cafe
In unserem alten Büro hatten wir ein Eigentümer betriebenes Cafe mit sehr gutem Kaffee, denn die Besitzerin hat sich der guten Kaffeekultur verschrieben, kennt sich mit Kaffeebohnen aus, röstet im Cafe selbst und lernt alle Angestellten als Barista an. Da wird auch mal ein Kaffee weggekippt, wenn er nicht gelungen ist. Sehr ungewöhnlich für hier! Ausserdem gab es dort frisch gepressten Orangensaft, der erst gemacht wird, wenn man bestellt, also wirklich frisch. Mit unserem Auszug aus dem Büro war klar, dass sie es schwer haben, an diesem Standort zu überleben, auch wenn ich weiterhin täglich vorbeigefahren bin, um das Geschäft zu unterstützen. Aber natürlich fehlten die "Kaffeesammelbestellungen" für Meetings.
So war ich dann auch nicht verwundert, als ich nach den 2.5 Monaten zurück kam und mir ein Kollege mitteilte, dass das Buffer Cafe nun raus ist und sie nur noch ihre zweite Filiale in der Stadt geöffnet haben. Aber haha (soll ein "triumphierendes Haha" sein), traue in China nur deinen eigenen Augen. Es gibt sie noch, so dass wir gleich mal zum Pizza-Lunch hin sind (die Pizza ist allerdings nicht ganz so gut wie der Kaffee)
So war ich dann auch nicht verwundert, als ich nach den 2.5 Monaten zurück kam und mir ein Kollege mitteilte, dass das Buffer Cafe nun raus ist und sie nur noch ihre zweite Filiale in der Stadt geöffnet haben. Aber haha (soll ein "triumphierendes Haha" sein), traue in China nur deinen eigenen Augen. Es gibt sie noch, so dass wir gleich mal zum Pizza-Lunch hin sind (die Pizza ist allerdings nicht ganz so gut wie der Kaffee)
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| Foto: Pizza mit Plastikhandschuhen essen |
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07.04.2020
Werkstor
Am Werktor finden nach wie vor Temperaturmessungen statt. Lustige Anekdote: husband hatte seinerzeit in einer Wolfsburger Apotheke nach Fieberthermometern gefragt. Der Apotheker: "Da haben Sie aber Glück, dass wir noch 2 haben, denn VW hat gerade 2,000 Stück bestellt, um sie nach China zu schicken." Und so hat nun der Werkschutz in Anting die gleichen Thermometer wie wir (kleinere als die sonst hier üblichen).
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| Foto: Temperaturcheck |
11.01.2020
Chinglish / Chingman
Trotz Translater-Apps findet man sie immer noch die lustigen Übersetzungs- oder Schreibfehler, die stets einen Schmunzler mitservieren, dieses Mal eine "Chingman" Version (Chinese-German): Hohnchen vom Schwerin mite pommes.
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| Foto: Hähnchen aus Schwerin |
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30.11.2019
Büroumzug
Der Umzug in ein neues Bürogebäude auf dem Werkgelände war ursprünglich mal für September geplant. Das neue Gebäude befindet sich direkt neben dem IMB (Integrated Management Building, oberes Bild) und sieht inzwischen auch genauso aus, nur größer und wird IMB II (zwei) heissen.
Der Umzug wurde nochmal von November nun auf den 6. Dezember verschoben wegen "pollution" d.h. die Bau-/Material-Ausdünstungen sind noch so stark, dass man wohl keinem zumuten kann, schon dort zu arbeiten. Und das will was heissen! Offiziell sagt man das natürlich nicht, man sagt einfach gar nichts und legt immer nur einen neuen Termin fest.
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| Foto: IMB I (0ben) und II (im Bau, inzwischen fertig) |
22.08.2019
Naherholung Anting
Wenn es das Wetter erlaubt (luft- und hitzetechnisch) geht es ab und zu mal in der Mittagspause an den See in Anting, Naherholung sozusagen. Und hier ist auch dieses idyllische Bild entstanden, auf einer Bank im Schatten sitzend bei 34 Grad.
Klar, gäbe es hier auch ein paar Freizeitangebote wie Boote und "Fahrradkutschen" mieten, aber das passiert wahrscheinlich nur am Wochenende.
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| Foto: Mittagssonne |
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24.06.2019
Spargelsilvester
In Deutschland gibt es in der Regel Mitte bis Ende April den ersten Spargel. Das Ende der Spargelzeit ist traditionell der Johannistag am 24. Juni, dem sogenannten „Spargelsilvester“ und bis dahin gibt es zumindest in der Böcklinstrasse Spargel satt. Dieses Bild stammt allerdings aus Anting, genauer dem deutschen Restaurant namens Biergarten. Es war aber bestimmt chinesischer Spargel, der serviert wurde, denn ihm fehlt komplett der "Nacheffekt", den man sonst immer hat, wenn man anschliessend die Toilette besucht.
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| Foto: Chinesischer Spargel |
China ist der weltgrößte Spargelerzeuger www.ovb-online.de/wirtschaft/china-groesster-spargelerzeuger-weltweit www.zeit.de/zeit-magazin/2019-04/spargel: In Deutschland beträgt die gesamte Anbaufläche 29.000 Hektar, das ist mehr als die beiden Inseln Sylt und Fehmarn zusammen, mit einem Jahresertrags von 133.000 Tonnen. China erwirtschaftete ca. 9 Millionen Tonnen Spargel auf 1,3 Millionen Hektar Fläche. Das entspricht 90 Prozent der weltweiten Produktion. Mit weitem Abstand, 400.000 Tonnen, folgt Peru auf Platz 2, dann erst folgt Deutschland.
Ein Spargel-Großbauer in China hat nicht selten eine Anbaufläche von umgerechnet 25 Fußballfeldern zur Verfügung. Die Ernte ist nahezu 100 Prozent für den Export bestimmt. Die Chinesen mögen nämlich gar keinen Spargel – übrigens auch keinen Apfelsaft und keine Tomatensoße, die sie im großen Stil für den deutschen Markt herstellen.
Aber zurück zum Antinger Biergarten, der von einem Deutschen mit chinesischer Frau betrieben wird. Rustikal eingerichtet gibt es dort alle möglichen Wurst- und Fleischgerichte (mit Sauerkraut versteht sich) und sehr leckere Kartoffelpuffer .
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| Foto: deutsches Essen |
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04.06.2019
MEB Fabrik
Im Oktober erfolgte der Spatenstich von SAIC Volkswagen für die Errichtung des konzernweit ersten, speziell auf den Bau von MEB-Fahrzeugen (Modularen E-Antriebs-Baukastens) ausgerichteten Werkes. Die Produktion startet ab 2020 mit einem SUV der Marke Volkswagen. Auch hier gilt: China ist schnell. Es ist beindruckend was fast jede Woche als Baufortschritt zu sehen ist.
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| Foto: MEB Fabriken www.volkswagenag.com/de/news/2018/10/VW_Group_China_MEB |
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| Foto: Fabriken in China www.volkswagenag.com/VW_Group_China |
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03.06.2019
Werksführung
Zu SAIC Volkswagen Werksführungen muss man sich anmelden. Normalerweise herrscht auch hier in Fabrikhallen Fotografierverbot, aber wohl nicht für Mitarbeiter, denn die mit Fakten gefüllte junge Dame, sprach nicht nur Deutsch und Englisch, sondern sagte auch, dass es kein Problem ist, Aufnahmen zu machen.
Begonnen wurde mit einem Film im (sehr traditionell-chinesischen = mit heller Ledergarnitur ausgestattetem) VIP Raum und einem Überblick zur Geschichte und der Werke.
Dann eine perfekt auswendig gelernte Rede an der Übersichtstafel, aber weil die junge Dame es schon eine Weile macht, waren Fragen zwischendrin kein Problem für sie.
Weiter ging es per Shuttle-Fahrzeug im Stil der Werksführung in Wolfsburg.
Ja, die Anlagen wirken wie vor 20 Jahren in Wolfsburg, aber ordentlich, sauber und organisiert: vom Presswerk bis Zählpunkt 8 ist alles dabei, oft auch mit deutscher Beschriftung.
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| Foto: Plant 3 |
Begonnen wurde mit einem Film im (sehr traditionell-chinesischen = mit heller Ledergarnitur ausgestattetem) VIP Raum und einem Überblick zur Geschichte und der Werke.
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| Foto: VIP Führung |
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| Foto: Übersicht |
Weiter ging es per Shuttle-Fahrzeug im Stil der Werksführung in Wolfsburg.
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| Foto: VIP Tour |
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| Foto: Presswerk I |
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| Foto: Stanzwerkzeuge, Montage |
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| Foto: Montage |
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| Foto: Qualitätskontrolle |
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| Foto: Zählpunkt 8 |
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26.05.2019
Autofabrikstadt
Auch wenn es vielleicht einige netten Ecken in Anting gibt, es ist keine Stadt sondern ein grosses Fabrikgelände mit Wohnungen drumherum. Das Stadtbild dominieren einfach die vielen Fabrikhallen der SAIC. Für den Volkswagen Konzern werden hier diverse Modelle gebaut: Polo, Lavida, Santana, Passat, Touran, Touran L, Tiguan L, Tharu, Lamando, Phideon, Teramont, Octavia, Superb, Rapid, Kodiaq, Kamiq, Karoq. Ich habe sogar eine Werksführung mitgemacht, aber dabei leider nur Volkswagen gesehen. Kein Wunder: ca 2 Mio Fahrzeuge baut und verkauft SAIC Volkswagen, davon ca. 1.7 Mio Volkswagen und 0.35 Mio Skoda, also keine 20%.
Aber die SAIC baut nicht nur Volkswagen in Anting, sondern auch andere Marken.
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| Foto: Werksführung mit Start am Stern |
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| Quelle: autonews.gasgoo.com |
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24.05.2019
Anting
40km sind es von uns nach Anting, Richtung Westen, an der Grenze zur benachbarten Provinz Jiangsu gelegen. Anting soll eine Großsiedlung nach deutschem Vorbild sein, eine Automobilstadt, die um die SAIC-Volkswagen Werke gebaut wurde und jetzt auch nahe einer Formel-1-Strecke liegt.
Warum wohl "nach deutschem Vorbild"? Vielleicht weil ein deutsches Architektenbüro (AS&P, Albert Speer und Partner GmbH) einige Modellsiedlungen entworfen hat? Oder weil es einige öffentliche Räume/Parks mit Weidenbäumen und Sitzbänken gibt? Oder Bronzefiguren von Goethe und Schiller auf einen Platz stehen(Geschenke der Partnerstadt Weimar)? Tatsächlich bin ich kürzlich einmal von einer anderen Seite in die Stadt gefahren (weil Stau auf der Autobahnabfahrt) und habe sie entdeckt: die drei- bis fünfgeschossigen Häuser in freundlicheren Farben, die Neustadt von Anting. Angeblich "ökologisch wertvoll", weil - nach deutschen Baustandards - mit Doppelglasfenstern und guter Isolierung. Was tatsächlich ein erheblicher Fortschritt wäre, denn, siehe früherer Blogeintrag, in Chinas Wohnungen inklusive unserer, zieht es wie Hechtsuppe aufgrund der schlechten Isolierung von Fenster, Türen und Wände.
Zurück zur „deutschen Stadt": so wird Anting's Neustadt bezeichnet (Newtown). Zhu Lin, Immobilienmaklerin in der Region stellt die Vorteile des Modellprojekts vor http://german.china.com/anting"Mit einer Fläche von 2,4 Millionen Quadratmetern verfügt die Neustadt von Anting dank Kanälen, kleinen Teichen und vor allem einer ausreichenden Anzahl von Grünflächen über eine wunderschöne Umgebung. Da die Häuser nicht sehr dicht gebaut wurden, kann man in Anting ein relativ gemächliches Lebenstempo genießen. Die Lautstärke im Stadtzentrum liegt oft bei mindestens 80 bis 90 Dezibel. Hier in Anting liegt der Wert bei nur etwa 50 Dezibel. Die Bewohner können hier ein ruhiges und entspanntes Leben führen."
Vielleicht hat die "deutsche Wohnsiedlung" am Anfang ein paar Shanghaier Käufer angelockt, aber sie wirkt immer noch mehr wie eine Geisterstadt, auch wenn es inzwischen einen Metro-
Anschluss in Anting gibt (Linie 11) https://weimar.thueringer-allgemeine.de/German-Town-Von-der-Geisterstadt
Warum wohl "nach deutschem Vorbild"? Vielleicht weil ein deutsches Architektenbüro (AS&P, Albert Speer und Partner GmbH) einige Modellsiedlungen entworfen hat? Oder weil es einige öffentliche Räume/Parks mit Weidenbäumen und Sitzbänken gibt? Oder Bronzefiguren von Goethe und Schiller auf einen Platz stehen(Geschenke der Partnerstadt Weimar)? Tatsächlich bin ich kürzlich einmal von einer anderen Seite in die Stadt gefahren (weil Stau auf der Autobahnabfahrt) und habe sie entdeckt: die drei- bis fünfgeschossigen Häuser in freundlicheren Farben, die Neustadt von Anting. Angeblich "ökologisch wertvoll", weil - nach deutschen Baustandards - mit Doppelglasfenstern und guter Isolierung. Was tatsächlich ein erheblicher Fortschritt wäre, denn, siehe früherer Blogeintrag, in Chinas Wohnungen inklusive unserer, zieht es wie Hechtsuppe aufgrund der schlechten Isolierung von Fenster, Türen und Wände.
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| Foto: Anting New Town |
Vielleicht hat die "deutsche Wohnsiedlung" am Anfang ein paar Shanghaier Käufer angelockt, aber sie wirkt immer noch mehr wie eine Geisterstadt, auch wenn es inzwischen einen Metro-
Anschluss in Anting gibt (Linie 11) https://weimar.thueringer-allgemeine.de/German-Town-Von-der-Geisterstadt
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23.05.2019
Betriebseigene Feuerwehr
Zurück aber nun wieder nach Shanghai, bzw, Anting, der Autofabrikstadt, die mich in vieler Hinsicht an Wolfsburg erinnert, auch wenn sich die Fabrikanlagen nicht aller innerhalb EINES Werkgeländes befinden, sondern wesentlich großflächiger über die Stadt verteilt sind mit öffentlichen Strassen dazwischen. Und klar gibt es auch eine betriebseigene Feuerwehr.
Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Tankstelle und war ein wichtiger Orientierungspunkt am Anfang als ich mich auf der Suche nach der Tankstelle noch regelmäßig verfahren habe. Ja, Routine ist eingekehrt, inzwischen fahre ich seit 5 Monate selbst (und habe auch schon meinen ersten Strafzettel, hihi, zum Glück ohne Punktabzug, sondern 200 RMB Strafzahlung, weil ich ein falsche Spur zum Abbiegen benutzt habe)
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| Foto: Fire Center |
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| Foto: vorbei an Fabrikhallen auf dem Weg zur Tankstelle |
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14.11.2018
Cubicles
Grossraumbüros sind in unserem Office noch der Stand der Dinge, kleine Arbeitsplätze mit Trennwänden, auch im Deutschen als Kubikel bezeichnet. Ganz hierarchisch haben Chefs größere Büros und sitzen am Fenster. Ganz hierarchisch: je höher die Etage desto wichtiger. Michael sitzt mit seinem chinesischen Partner Mr Liu im 7. zusammen mit Sales, Marketing im 6., Network im 5.
Dunkle Holzmöbel für Chefs sind auch noch Stand der Dinge, es werden noch die selben sein, die zum Start von Skoda 2006 in China angeschafft wurden.
Ok, nach meiner Zeit in Mlada Boleslav hatte ich beschlossen: irgendwann will ich mal in einem kreativen, schönen Büroraum sitzen. "Irgendwann" ist offensichtlich immer noch nicht eingetreten, hihi.
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| Foto: cubicles |
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| Foto: oben mein Büro |
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| Foto: links: "my cubicle is my space", Flur 6 Etage |
13.11.2018
first impressions_Office
Der erste Tag im Büro ist nun schon ein wenig her, aber noch gut in Erinnerung, denn sehr typisch: erst einmal bei der Personalabteilung melden. Da war schon recht grosser Andrang, denn Frau Shu erzählte hinterher: 6 Expats haben neu angefangen. Also erst einmal irgendwo warten. Besucherecke oder -zimmer Fehlanzeige, aber es war ein Stuhl frei in einer Mischung aus Abstellkammer, Pausenraum, Getränkelager und Brutkasten (es waren noch 27 Grad Aussentemperatur Anfang Oktober) mit dem Schild "meeting room". Bei Frau Shu ging es dann ganz schnell: danke für die polizeiliche Anmeldung (muss man innerhalb der ersten 24 Stunden machen) und hier der Werksausweis - für den Rest ist sie nicht zuständig, das muss das Sekretariat machen. Alles klar.
Der Werksausweis ist mit 400 RMB Essenszuschuss ausgestattet, der am 14. des Monats verfällt (manchmal auch eher, je nach Werkstag), also Achtung, wenn man sich selbst etwas drauf lädt, das verfällt dann nämlich auch. Findet Frau Shu auch doof. Wurde auch schon oft bemängelt. Lässt sich aber nicht ändern. Jedenfalls nicht bei Expats. Chinesische Kollegen jedenfalls war das Thema unbekannt als ich sie fragte.
Der Werksausweis ist mit 400 RMB Essenszuschuss ausgestattet, der am 14. des Monats verfällt (manchmal auch eher, je nach Werkstag), also Achtung, wenn man sich selbst etwas drauf lädt, das verfällt dann nämlich auch. Findet Frau Shu auch doof. Wurde auch schon oft bemängelt. Lässt sich aber nicht ändern. Jedenfalls nicht bei Expats. Chinesische Kollegen jedenfalls war das Thema unbekannt als ich sie fragte.
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| Foto: Yutian Building, Anting |
Weiter zum Bürogebäude, was für Skoda Sales, Marketing & Netzwerk ausserhalb des Fabrikgeländes in angemieteten 3 Etagen liegt. Die Kollegen von Aftersales/Kundendienst sitzen wieder woanders. Wie gut dass ich Mr Jin habe, der mich überall hinfährt und weiss wo was ist.
Der erste Eindruck des Bürogebäudes liess hoffen: vielleicht gibt es in Anting ja doch ein paar moderne Büros. Aber wie oft: aussen "blink-blink", ganz schick und innen fehlt es dann an Details, Qualität, Geschmack oder Geld oder vielleicht allem. Die Eingangshalle ist jedenfalls sehr großzügig. Auf einer Seite gibt es ein Café namens Buffer (über Namen wundere ich mich nicht mehr, meist "klingt es einfach gut"), das unerwarteterweise guten Kaffee hat! Auf der anderen Seite geht es zur Kantine. In beiden kann man mit dem Werksausweis zahlen. In der Kantine war ich noch nicht oft, aber man bekommt dort z. B. eine Nudelsuppe für 15RMB, umgerechnet 2 Euro. Sie kostet damit halb soviel wie ein Cappuccino im Buffer Cafe für 29RMB, wo ich schon sehr oft war. Sozusagen täglich.
Der erste Eindruck des Bürogebäudes liess hoffen: vielleicht gibt es in Anting ja doch ein paar moderne Büros. Aber wie oft: aussen "blink-blink", ganz schick und innen fehlt es dann an Details, Qualität, Geschmack oder Geld oder vielleicht allem. Die Eingangshalle ist jedenfalls sehr großzügig. Auf einer Seite gibt es ein Café namens Buffer (über Namen wundere ich mich nicht mehr, meist "klingt es einfach gut"), das unerwarteterweise guten Kaffee hat! Auf der anderen Seite geht es zur Kantine. In beiden kann man mit dem Werksausweis zahlen. In der Kantine war ich noch nicht oft, aber man bekommt dort z. B. eine Nudelsuppe für 15RMB, umgerechnet 2 Euro. Sie kostet damit halb soviel wie ein Cappuccino im Buffer Cafe für 29RMB, wo ich schon sehr oft war. Sozusagen täglich.
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| Foto: Eingangsbereich |
Denn wenn ich morgens zwischen 8:45 und 9:30Uhr (je nach Verkehr) endlich am Office ankomme, sind mir die Preise aber ganz egal. Ich brauche meinen Kaffee. Lechz!
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13.10.2018
first impressions _ die Fahrt zu Arbeit
Die erste Arbeitswoche ist um und heute gibt es mal einen Blogeintrag mehr im Langtextformat als Bilderformat.
In China muss man einen Führerschein machen - eine theoretische Prüfung, die es in sich haben soll, zum einen weil Regeln anders sind aber zum anderen weil die englische Übersetzung so bescheiden ist, dass die Multiple Choice Fragen eher zum Rätselraten sind. So lange man den lokalen Führerschein nicht hat, darf man nicht Auto fahren. Punkt. Streng. Klar. Denn man würde sogar direkt ins Gefängnis wandern, wenn man trotzdem fährt und erwischt wird.
Deshalb kommt jetzt jeden Morgen Mister Jin zum Abholen. Das ist nicht schlecht, denn so komme ich wenigstens an. Mr Jin ist ein routinierter Fahrer, sehr pünktlich, schlawinert sich gut in Warteschlangen und finden immer einen Weg mit Parkwächtern um dort kurz zu warten, wo parken eigentlich nicht erlaubt ist. Er kann prima "Ok, Ok" , "good morning" und "bye-bye" sagen, hat natürlich WeChat (das chinesische WhatsApp mit viel mehr Funktionen) und damit haben wir alles, was wir zur Verständigung brauchen.
Je nachdem was wir am Abend zuvor vereinbart haben, steht er morgens um 7:45, 8 oder 8:15 Uhr vor unserem Apartmentkomplex. Ein grauer US Passat, Langversion. Skoda kann sich keine eigene Fahrdienstflotte leisten und wir gehören ja schliesslich zur SAIC Volkswagen. Mr Jin hat ein sehr freundliches Gesicht, das bisher immer lacht und sich freut, weil ich pünktlich bin und ihn in keine "Warte-Bedrouille" bringe. Ein guter Start. Und die ersten 12-17min geht es durch das französische Viertel mit kleinen Strassen, Bäumen und viel zu gucken.
Leider raucht Mr Jin, was ich zwar noch nie gesehen habe und er tut es natürlich auch nicht im Auto, aber man riecht es. Morgens wenig, abends stark. Soll ich gleich mal meckern? Wahrscheinlich bekommt Mr Jin dann nur Ärger und die Wahrscheinlichkeit, dass es alle Fahrer so machen, ist gross. Also: erstmal nicht meckern, Fenster ein wenig runter, Luft reinlassen, nicht so viel auf's Phone während der Fahrt gucken (da wird's einem sonst schlecht) und abwarten. Geduld, die ich ja eigentlich nicht so habe, ist eine Tugend und - das ist mir nach der ersten Woche klar - eine überlebensnotwendige Eigenschaft für China.
Nach 12-17min geht es auf eine der Ringstrassen, eine Hoch-Schnellstrasse - und dann wird es eher langweilig zum Gucken: graue Hochhäuser, schon recht dicht bis zäh fliessender Verkehr, rechts und links Strassenwände. 3-4 Mal geht's rechts ab von der Schnellstrasse - und da wird es bestimmt kompliziert, wenn ich das erste Mal allein fahren muss. Mit Mr Jin ist alles kein Problem.
Nach 50-70min erreichen wir zum ersten Mal eine Toll-Station, wo ein Ticket gezogen werden muss. Dann ist die Abfahrt nach Anting aber schon nicht mehr weit und die Autobahngebühr für das Stück kann nicht viel sein - ich habe aber noch nie erkennen können, was Mr Jin eigentlich zahlt.
10min später, also nach insgesamt 60 bis 80min steht der graue Passat, Langversion, von Mr Jin dann mit mir vor unserem Bürogebäude und ich kann direkt davor aussteigen. Praktisch. Auf dem Telefon habe ich die Uhrzeit geschrieben, wann er mich am Abend wieder abholen soll. Dann aber am Hintereingang, wo er besser warten kann.
Es sind eigentlich nur ca. 30km von Shanghai Innenstadt nach Anting im Westen von Shanghai, aber zu den Stosszeiten dauert es. Anting ist die "Autostadt" von Shanghai, denn dort wird gebaut. Es ist die Zentrale der SAIC Motor Corporation Ltd. Früher stand SAIC schon für Shanghai Automotive Industry Corporation. Jetzt wirkt der Name etwas doppelt-gemoppelt, aber dafür gibt es bestimmt einen triftigen Grund. Die SAIC baut nicht nur Volkswagen (seit 1985) und Skoda (seit 2006) hier, sondern hat auch Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) mit GM, Baojun, Buick, Chevrolet, Iveco, Wuling, Volvo und eigene Exklusivmarken mit Maxus, MG, Roewe und Yuejin.
Um 9 Uhr kommen viele Kollegen ins Büro, deshalb staut es sich gleich an den Fahrstühlen. Besser also etwas später hoch und vorher einen Kaffee im BuffersCafe im Erdgeschoss trinken. Er schmeckt sogar richtig gut und kann mit dem Werksausweis bezahlt werden, wo jeden Monat ein Guthaben von 400 RMB (ca. 50 Euro) automatisch aufgeladen wird. Der Essenszuschuss sozusagen. Wird er nicht genutzt, so verfällt das Guthaben, zumindest ist das bei den Expats so, den Ausländern im Unternehmen.
Im Cafe trifft man meist schon ein paar dieser Expat-Kollegen. Wahrscheinlich weil alle ihr Guthaben aufbrauchen wollen. Denn das Kantinenessen soll nicht besonders gut sein. So wird gesagt, was ich selbst noch nicht beurteilen kann, denn ich war die ganze Woche nicht essen. Es gab über Mittag immer Termine, die dann zwar meist doch nicht stattgefunden haben, aber das kann man in der ersten Woche ja noch nicht wissen.
Die Expat-Kollegen sind übrigens fast alle aus Tschechien - ich kenne sogar noch viele! Erstaunlich, denn es sind ja auch schon wieder 10 Jahre her, dass ich in Mlada Boleslav gearbeitet habe.
Die Volkswagen Kollegen sitzen in einem anderen Gebäude, was ich ehrlich gesagt nicht schlecht finde, denn der erste Eindruck ist jetzt schon, dass Volkswagen die übermächtige Mutter ist, von der die kleine Tochter Skoda sehr abhängig ist. Ein bisschen Distanz ist da nicht schlecht. Und per Auto sind es keine 10min. Das weiss ich nicht etwa, weil ich die Kollegen schon besucht habe, sondern viel mehr weil ich gleich am 2. Tag ein Bankkonto eröffnet habe und die Bank sich dort befindet, wo Volkswagen seinen Vertrieb und Marketing hat.
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| Foto: Zur Arbeit 60-75min (bisher) |
Deshalb kommt jetzt jeden Morgen Mister Jin zum Abholen. Das ist nicht schlecht, denn so komme ich wenigstens an. Mr Jin ist ein routinierter Fahrer, sehr pünktlich, schlawinert sich gut in Warteschlangen und finden immer einen Weg mit Parkwächtern um dort kurz zu warten, wo parken eigentlich nicht erlaubt ist. Er kann prima "Ok, Ok" , "good morning" und "bye-bye" sagen, hat natürlich WeChat (das chinesische WhatsApp mit viel mehr Funktionen) und damit haben wir alles, was wir zur Verständigung brauchen.
Je nachdem was wir am Abend zuvor vereinbart haben, steht er morgens um 7:45, 8 oder 8:15 Uhr vor unserem Apartmentkomplex. Ein grauer US Passat, Langversion. Skoda kann sich keine eigene Fahrdienstflotte leisten und wir gehören ja schliesslich zur SAIC Volkswagen. Mr Jin hat ein sehr freundliches Gesicht, das bisher immer lacht und sich freut, weil ich pünktlich bin und ihn in keine "Warte-Bedrouille" bringe. Ein guter Start. Und die ersten 12-17min geht es durch das französische Viertel mit kleinen Strassen, Bäumen und viel zu gucken.
Leider raucht Mr Jin, was ich zwar noch nie gesehen habe und er tut es natürlich auch nicht im Auto, aber man riecht es. Morgens wenig, abends stark. Soll ich gleich mal meckern? Wahrscheinlich bekommt Mr Jin dann nur Ärger und die Wahrscheinlichkeit, dass es alle Fahrer so machen, ist gross. Also: erstmal nicht meckern, Fenster ein wenig runter, Luft reinlassen, nicht so viel auf's Phone während der Fahrt gucken (da wird's einem sonst schlecht) und abwarten. Geduld, die ich ja eigentlich nicht so habe, ist eine Tugend und - das ist mir nach der ersten Woche klar - eine überlebensnotwendige Eigenschaft für China.
Nach 12-17min geht es auf eine der Ringstrassen, eine Hoch-Schnellstrasse - und dann wird es eher langweilig zum Gucken: graue Hochhäuser, schon recht dicht bis zäh fliessender Verkehr, rechts und links Strassenwände. 3-4 Mal geht's rechts ab von der Schnellstrasse - und da wird es bestimmt kompliziert, wenn ich das erste Mal allein fahren muss. Mit Mr Jin ist alles kein Problem.
Nach 50-70min erreichen wir zum ersten Mal eine Toll-Station, wo ein Ticket gezogen werden muss. Dann ist die Abfahrt nach Anting aber schon nicht mehr weit und die Autobahngebühr für das Stück kann nicht viel sein - ich habe aber noch nie erkennen können, was Mr Jin eigentlich zahlt.
10min später, also nach insgesamt 60 bis 80min steht der graue Passat, Langversion, von Mr Jin dann mit mir vor unserem Bürogebäude und ich kann direkt davor aussteigen. Praktisch. Auf dem Telefon habe ich die Uhrzeit geschrieben, wann er mich am Abend wieder abholen soll. Dann aber am Hintereingang, wo er besser warten kann.
Es sind eigentlich nur ca. 30km von Shanghai Innenstadt nach Anting im Westen von Shanghai, aber zu den Stosszeiten dauert es. Anting ist die "Autostadt" von Shanghai, denn dort wird gebaut. Es ist die Zentrale der SAIC Motor Corporation Ltd. Früher stand SAIC schon für Shanghai Automotive Industry Corporation. Jetzt wirkt der Name etwas doppelt-gemoppelt, aber dafür gibt es bestimmt einen triftigen Grund. Die SAIC baut nicht nur Volkswagen (seit 1985) und Skoda (seit 2006) hier, sondern hat auch Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) mit GM, Baojun, Buick, Chevrolet, Iveco, Wuling, Volvo und eigene Exklusivmarken mit Maxus, MG, Roewe und Yuejin.
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| Foto: ca. 30km |
Im Cafe trifft man meist schon ein paar dieser Expat-Kollegen. Wahrscheinlich weil alle ihr Guthaben aufbrauchen wollen. Denn das Kantinenessen soll nicht besonders gut sein. So wird gesagt, was ich selbst noch nicht beurteilen kann, denn ich war die ganze Woche nicht essen. Es gab über Mittag immer Termine, die dann zwar meist doch nicht stattgefunden haben, aber das kann man in der ersten Woche ja noch nicht wissen.
Die Expat-Kollegen sind übrigens fast alle aus Tschechien - ich kenne sogar noch viele! Erstaunlich, denn es sind ja auch schon wieder 10 Jahre her, dass ich in Mlada Boleslav gearbeitet habe.
Die Volkswagen Kollegen sitzen in einem anderen Gebäude, was ich ehrlich gesagt nicht schlecht finde, denn der erste Eindruck ist jetzt schon, dass Volkswagen die übermächtige Mutter ist, von der die kleine Tochter Skoda sehr abhängig ist. Ein bisschen Distanz ist da nicht schlecht. Und per Auto sind es keine 10min. Das weiss ich nicht etwa, weil ich die Kollegen schon besucht habe, sondern viel mehr weil ich gleich am 2. Tag ein Bankkonto eröffnet habe und die Bank sich dort befindet, wo Volkswagen seinen Vertrieb und Marketing hat.
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