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21.10.2021

Fegen vor dem Rathaus

Das Geburtstagskind hätte in unseren Augen auch schon 40 sein können, aber die Fakten sprachen für sich: dumm verkleidet, Kronkorken auf dem Boden, Fegen vor dem Rathaus in Teterow. Woher kommt dieser Brauch? www.schachtelkranz.de/bräuche/zum-30-geburtstag/treppe-fegen/: Der Brauch des Teppenfegens ist traditionell so ausgelegt, dass ein Mann, der an seinem 30. Geburtstag noch unverheiratet und nicht offiziell verlobt ist, so lange die Treppe fegen muss, bis eine Jungfrau sich erbarmt und das Geburtstagskind "frei" küsst. Das Ereignis wird meistens vom Freundeskreis geplant. Dafür wird im Geheimen ein Termin ausgemacht, an dem das Geburtstagskind abgeholt und zu einer öffentlichen Treppe (Rathaus, Dom, Vereinsheim) gebracht wird. In manchen Städten wird das Fegen auch in einer Anzeige der örtlichen Zeitung angekündigt. Dies ist aber immer seltener der Fall, da das Geburtstagskind ja nicht wissen soll, dass es Fegen muss.  
 
Als erstes wird das Geburtstagskind verkleidet. Dafür bringen die Freunde meist ein lustiges und besonders auffälliges Kostüm mit. Dann muss traditionsgemäß mit dem Fegenden angestoßen werden. Die Treppe wird dann im Beisein des Freundes- und/oder Verwandtenkreises gefegt. Wichtig dabei sind jede Menge Kronkorken, die über die gesamte Treppe verstreut werden. Damit die Sache nicht zu einfach wird, fängt das Geburtstagskind meist mit einem kleinen Besen oder einer Bürste an und kann sich dann durch verschiedene Aufgaben oder richtig beantwortete Fragen einen "besseren Gegenstand" zum Fegen erspielen. Zwischendurch wird immer wieder mit dem Fegenden angestoßen. Die bereits zusammen gefegten Kronkorken werden von den Freunden meist wieder auf der Treppe verteilt, damit das Schauspiel auch möglichst nicht so schnell vorbei ist. Das Geburtstagskind muss dann so lange fegen, bis es von einer Jungfrau freigeküsst wird. Da dies nicht immer möglich ist und auch nicht immer zeitnah eine „echte“ Jungfrau den Jubilar freiküssen kann, wurde diese Bedingung im Laufe der Zeit meist gelockert, so dass es auch eine Frau mit Sternzeichen Jungfrau oder eine unverheiratete Frau im heiratsfähigen Alter sein darf. Wenn das Geburtstagskind schließlich freigeküsst wurde, geht es meistens noch weiter in eine nahegelegene Kneipe.


 

04.02.2021

Zhuazhou-Brauch

Auch wenn wir jeden Monat unsere "Geburtstagskinder" im Büro mit Torte und einem Ständchen feiern, ist das jährliche Feiern des eigenen Geburtstags eine moderne Tradition in China und wird auch eigentlich nicht groß zelebriert. Normalerweise reservieren Chinesen das Geburtstagsfeiern nur für Babys und ältere Menschen. 

Der Zhuazhou-Brauch gilt als einer der wichtigsten Bräuche zum ersten Geburtstag eines Kindes. Zu diesem Zweck platzieren die Eltern eine Auswahl bestimmter Gegenstände vor das Kind...und alle warten gespannt, zu welchem Gegenstand es krabbelt und dann schliesslich in die Hand nehmen wird. Dieser Gegenstand soll Aussagen über die zukünftigen Neigungen und Begabungen des Kindes geben. http://german.china.org.cn/culture/zhuazhoubrauch

Yifeng's Sohn Jun Jun hat als erstes einen Löffel genommen und in die Schale getan (Interpretation: er wird nie Hunger erleiden und braucht sich um Essen keine Sorgen machen), dann hat er als nächstes die Walnuss inspiziert, ein Zeichen dafür, dass er mal Wissenschaftler werden könnte. 





27.06.2020

Hutmacherei

Im Faro de Maspalomas gab es eine kleine Ausstellung zur Sombrerería auf Gran Canaria. Schade, dass man nicht gleich auch Hüte kaufen konnten. Wir wären am Start gewesen.
Foto: Arten von Hüten
Foto: Hüte 
Auf der Suche nach einer einfachen, deutschen Übersicht zu Hüten/Hutnamen bin ich leider gescheitert, aber wer sich interessiert, kann mal hier reinschauen: https://hut-online.at/Hutlexikon/.
Quelle: www.pinterest.com/historical-fashion/




16.04.2020

Peitschenmontag

Andere Länder, andere Sitten. Ostern hat in China keinerlei Relevanz und so war Ostermontag ein Tag wie jeder andere. Mit einer Ausnahme: unser tschechischer Kollege Patrik hielt eine Ostertradition aus Tschechien "hoch". Dort ist es immer noch üblich, dass Männer jungen Frauen mit Weidenruten auf die Beine schlagen. Der Brauch hat eine lange Tradition, er soll Gesundheit und Jugend bringen. Also, her damit und sich nicht wundern über diese überholte, zweifelhafte und wenige emanzipierte Tradition, die in Tschechien auch «Peitschen-Montag» genannt.
Foto: Weidenrute

09.10.2019

Midautumn Festival

Der letzte Kurztrip ging nach Hong Kong zum Mondfest oder Mittherbstfest, das neben dem Chinesischen Neujahr das wichtigste Fest in China ist. Es fiel in diesem Jahr auf Freitag, den 13. (September), als 15. Tag des 8. Monats nach dem Mondkalendar. Und natürlich ging es zum Tai Hang Feuerdrachentanzp - hier ein Clips Video auf meinem Youtube Kanal: https://taihangfiredragon/youtu.be/9sn4eXXF-5U
Foto: Fire Dragon Kopf

31.05.2019

Geburtstag im Büro

In Deutschland waren es früher mal Blumen, die Kollegen zum Geburtstag geschenkt bekamen und das Geburtstagskind brachte Kuchen mit.
Foto: Blumen
In Asien wird dem Geburtstagskind oft eine Torte geschenkt, die dann gemeinsam gegessen wird. Diese Tradition gab es in Hong Kong, wo die Kollegen zusammenlegten, um eine zu kaufen. In Korea ist die Torte auch Tradition und es war - vor Dieselgate -  sogar üblich, dass jemand (meist der Praktikant) kaufte und das Geld rückerstattet bekam. Nach Dieselgate habe ich diese Aufgabe übernommen, ohne Rückerstattung versteht sich, denn es ist eine nette Tradition. In Malaysia ging man gemeinsam mittags Makan (= Essen) - für eine Torte war es definitiv zu warm und der Kühlschrank zu klein. In China gibt es Torte. 
Bildunterschrift hinzufügen
Die Aufgabe ist klar dem Sekretariat zugewiesen, der Betrag wird erstattet. Die Chinesische Besonderheit: alle in einem Monat Geborenen bekommen eine Torte zusammen, wenn das erste Geburtstagskind gefeiert wird. China Pragmatismus & Effizienz. Der Mai ist der einzige Monat mit nur einem Geburtstag, deshalb hatte ich allein eine Torte. Inzwischen bin ich geübt und kenne was erwartet wird: dem Geburtsständchen lauschen, Fotos machen und dann muss das Geburtstagskind den Kuchen schneiden und servieren. Die vorgestrige Torte schmeckte erstaunlich gut, was nicht immer der Fall ist, denn man will ja viel Torte für wenig Geld. Sie wirkte ein bisschen wie eine Valentinstorte mit essbaren Rosenblättern, sollte aber eigentlich eine Erdbeertorte sein (kleine Stücke versteckten sich tatsächlich auch in der Sahne - Maya war deshalb etwas enttäuscht, sie fand nämlich, dass es zu wenig sind, aber es gab sogar Leute, die ein zweites Stück wollten z. B. John, mein Partner, der mit mir auf dem Bild die Torte hält. Und das ist wirklich ein Beweis, dass die Mai-Torte eine besondere war, denn normalerweise bleibt mindestens die Hälfte auf den Tellern liegen).

29.07.2018

in or out

Ich mag die Koreaner. Weshalb husband sie auch immer "deine Koreaner" nennt, denn er wird erst jetzt zum Ende etwas "wärmer" mit ihnen. Da ist er nicht allein: jedem Besucher fällt schnell auf, dass Koreaner entweder zu den freundlichsten Menschen gehören (Familie Nelli hat es so erlebt), oder zu den gleichgültigen, unfreundlichen bis hin zu really rude (fand Isabela mit ihren malayischen Freundinnen), die einen auf der Straße gedankenlos anrempeln, beiseite schieben, nicht angucken oder ganz ignorieren.

Gehört man "dazu" sind Koreaner die besten Gastgeber, Kollegen, Mitarbeiter, Freunde etc. und umsorgen freundlich, zuvorkommend, sind offen, haben Humor, erzählen viel, geben Einblicke, sind interessiert, lachen, trinken, essen, posieren etc. zusammen.  
Foto: I wie "in"
Der Unterschied dieses so offensichtlichen Widerspruchs liegt in der persönlichen Beziehung zu dem jeweiligen Koreaner. Als Familienmitglied, Freund, Kollege, guter Kunde oder guter Bekannter, wird man auf das Höflichste behandelt. Menschen, die der Koreaner nicht persönlich kennt, beachtet er einfach nicht, so dass es gepaart mit der Enge der Städte und manchen Traditionen unvermeidbar zu unfreundlichen Begegnungen kommen kann und einem schon mal die Türen direkt vor der Nase zufallen www.expat-news.com/lebenswelt-der-koreaner-wie-das-business-funktioniert

In or out - Koreaner sind kurz gesagt in Gruppen organisiert. Jeder Koreaner gehört verschiedenen Gruppen an, Personen, die dieselbe Universität besucht, in derselben Militäreinheit gedient oder eben zusammen gearbeitet haben. Das Besondere ist, dass diese Gruppen auf Dauer angelegt sind und sich die Mitglieder in einem vergleichs­weise hohen Maß selbst disziplinieren bzw. sanktionieren, um die Ordnung in der Gruppe aufrechtzuerhalten. Dies war insbesondere in den letzten Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil der Gruppenbeziehungen, da es kaum andere Möglichkeiten gab, priva­te oder geschäftliche Streitigkeiten zu regeln, denn es gab kein vergleichbares Gerichtssystem wie in Europa.

27.07.2018

koreanische Titel im Berufsleben

Gerade hatte mich DH's Frisur inspiriert zu einem Blogeintrag zum Thema Hierarchie und koreanische Titel, da haben wir vor 2 Wochen ein Management Meeting, in dem erklärt wurde, dass wir die koreanischen Titel zum 1.8. abschaffen. Zwar sind sie weiterhin im koreanischen Berufsleben üblich, aber es gibt bereits jahrelange Diskussionen darüber, dass es unmodern ist, Dienstjahre statt Leistung zählen zu lassen (Anm. der Redaktion: was nicht heissen soll, dass wir nun ein modernes Unternehmen geworden sind ;).
Wenn die Titel in der Aussendarstellung erforderlich sind, sollen sie dann doch auch noch bleiben für:
PRESIDENT, MANAGING DIRECTOR: 사장 (Sajang)
EXECUTIVE PRESIDENT: 부사장 (Busajang)
DIRECTOR: 상무 (Sangmu) und
TEAM LEADER: 팀장 (Teamjang, statt bisher Bujang)
Der Rest ist dann meist MANAGER (매니저)
Dies alles hat insofern eine besondere Bedeutung und grosse Auswirkung, denn Namen werden in Korea kaum genutzt. Selbst Geschwister werden nicht mit Namen angesprochen, sonden mit ‚großer Bruder’, ‚kleine Schwester’ usw. DH heisst nur DH, wenn ich dabei bin oder er in Englisch angesprochen wird, sonst ist er für sein Team und Kollegen Bujang-nim ("nim" ist eine Höflichkeitsform am Ende). Mal schauen, was ab 1.8. nun gesagt wird...? Die jüngeren im Team fühlen sich übrigens am unwohlsten mit der Änderung, denn Respekt vor Älteren wird schon in die Wiege gelegt. 
Quelle: www.koreaherald.com/koreantitle


www.koreaherald.com/dropjobtitles: One thing that surprised Tyler Kim when he joined a South Korean company last year after nine years of working in the U.S. was that his coworkers called him “chaekimnim,” a direct translation of his job title, manager. “It was a bit awkward at first,” he said, since it was the first time he was not called by his name at work.

Hierarchy has been a key aspect of corporate governance worldwide. But it means more when it comes to the Korean corporate culture. Koreans give particular attention to titles, as it reflects the person’s job type, rank, experience and social status. Generally, the more senior you are, the more you prefer to deal only with someone of equal rank.“Koreans tend to rank people based on occupation, hometown, academic background and more, which became a prevalent rule of hierarchy here,” said professor Kim Seok-ho of sociology from Seoul National University.

Employees typically address one another by the person’s job title, mostly following his or her last name. It even usually applies to talking with coworkers of the same rank, regardless of whether the communication is in writing or face-to-face.

To break the long-standing shackles of such rigid corporate hierarchy, chaebol groups here have recently decided to eschew the use of job titles. In 2015, Samsung began to add “pro” or “nim” as the suffix to every employee’s name to replace existing job titles like daeri, gwajang, chajang and bujang and reduced the numbers of job titles & hierarchy for higher work efficiency.

The concept of "Time served vs. work performance" started already in the late 1990s and companies began switching from a step-based salary system to annual salary system. While in theory every employee’s salary fluctuates based on performance, pay is generally categorized by the years an employee has worked for the company, except in certain cases in which one has moved up the ladder or is recruited from outside.
However, with budget reduction and salary freeze, this let to a "job title inflation" as part of personal promotion without any salary or compensation increase.


There have already been unsuccessful cases of dropping the use of job titles in the past.
In 2012, local conglomerate Hanwha launched a campaign to standardize job titles from new graduate employees to senior managers. But within a three-year-period, the group decided to revive the use of job titles, citing confusion among employees and lack of motivation for promotion as the reason.
Experts agree that dropping the use of job titles is not always the right solution for companies.

“Strict rules and rigid work process may fuel some companies, while companies in such industries as art or entertainment will need creative opinions and freer ways of communication, without use of job titles,” said Gwak Geum-ju, a professor of psychology at Seoul National University. “Some -- not all -- companies may run with high efficiency when they bridge the psychological gap between workers,” she added.

CJ group, a local food and entertainment empire, was the first South Korean company to start eradicating the use of job titles in 2000, using “nim” instead of specific job titles.
Now, slowly but steadily, more Koreans are eying the importance of a flatter company culture, as the need for an innovative and motivating work environment surges to replace the conventional scheme in a time of economic slump.

Lee Hye-min, who spent nearly five years working at STX, a local trading service firm, said she has learned that abolishing the use of job titles can definitely reshape company culture. Earlier this year, she quit and launched her own start-up company.
“While working at STX, I was more likely to shut my mouth and hide my opinion in front of those with higher titles,” said Lee. “But as you know, start-ups are not run like big companies. We cannot communicate when stuck in a hierarchical system. That’s why I made my coworkers call me by my name instead of ‘daepyonim,’ or CEO.”

29.03.2017

Koreanische Hochzeit

Eine Hochzeitsfeier mit Familie und Freunden ist eine kurze Angelegenheit: man bucht eine Kapelle und/oder ein Hotel/Location, die sich auf Hochzeitsfeiern spezialisiert hat, es wird gegessen und man geht wieder nach Hause. Viel spannender sind aber die Stories drumherum, die ich von Cristina höre in unseren privaten deutsch-koreanisch-Unterrichtsstunden. Happy Hochzeitstag! an dieser Stelle an ein anderes Paar.
Foto: moderne koreanische Hochzeit (Cristina, 1.3.2017)
1. Die Hochzeit ist eine Familienangelegenheit.
Bei Cristina war das alles kein Problem, weil sich die beiden Eltern gleich mochten und vielleicht auch weil das Brautpaar schon relativ alt ist (36 und 40) und beide bereits ein finanziell unabhängiges Leben von ihren Eltern führten als sie sich im letzten Jahr kennengelernt haben. Das ist aber eher ein Ausnahmefall. Das erste Zusammentreffen der Eltern und potentiellen Schwiegereltern ist immer ein heikles und angespanntes Thema, alles muss passen: das Restaurant, in dem man sich trifft, die Sitzordnung, das Essen, die Themen...denn nur wenn die Eltern zustimmen, heiraten 99% der Koreaner.

2. Hochzeiten sind teuer.
Das ist wohl überall auf der Welt so, aber in der westlichen Welt sind es eher die Feier und Flitterwochen, die viel Geld verschlingen. Hier kommt viel mehr dazu: die erste gemeinsame Wohnung und teure Geschenke an Eltern, Bräutigam und Braut. Dies übernehmen meist ausschliesslich die Eltern, es ist ihre letzte "Pflicht" gegenüber ihren Kindern. Ab dann haben die Kinder ihre Pflichten gegenüber den Eltern zu erfüllen.

3. Das Kostensplitting ist kompliziert.
Es erfordert Absprachen je nach Vermögensverhältnissen wie die Kosten eine Hochzeit aufgeteilt werden. Versucht man zu verallgemeinern gilt:
Familie des Bräutigams:
50% Hochzeitsfeiern
50% Flitterwochen
100% Wohnung
+ alle Geschenke für die Braut (=Yemul (예물)

Familie der Braut:
50% Hochzeitsfeier
50% Flitterwochen
100% Einrichtung der Wohnung
+ alle Geschenke für den Bräutigam und der Familie des Bräutigams die auch reich beschenkt werden muss (=Yedan (예단)

4. Yemul und Yedan, die Hochzeitsgeschenke
Yemul (예물), die Geschenke für die Braut, waren früher sehr traditionelle Geschenke. Inzwischen (so auch bei Cristina) erhält die Braut von den Schwiegereltern: mehrere Schmuckstücke als Set (z.B. Diamantenschmuck Set bestehend aus Ring, Ohrringe und Armreif und/oder das gleiche mit Perlen und/oder das gleiche in Gold), ein Handtasche (in der Regel Chanel, da kann man nicht falsch liegen), ein Mantel, ein Kleid. 
Die Braut muss sich im Gegenzug bedanken mit einem Yedan (예단), das zum einen Cash beinhaltet (ca. 10% des Immobilienpreises für die Wohnung), aber auch traditionelle Geschenke wie Messing Geschirr oder Taschen, Kleidung etc. Oft stellt die Familie eine Liste der Geschenke zusammen, die sie erwartet. Der Brautigam bekommt eine Uhr (in der Regel Rolex, da kann man nicht falsch liegen) und einen Anzug. Cristina hat diese Geschenke alle selbst gezahlt und weil ihr Mann keine Rolex wollte, hat sie ihm 10 Mio KRW (ca 8.200 Euro) stattdessen gegeben. 

5. Die Braut behält ihren Namen
Keine Diskussion.

6. Familienplanung
Kaum ist man verheiratet, wird über die Familienplanung gesprochen. Im Durchschnitt warten die Paare 1 bis max. 2 Jahre, in denen sie sich besser kennenlernen wollen und ein wenig die Zweisamkeit geniessen (die es bisher ja nicht gab, denn es kommt sehr selten vor, dass Paare vor der Hochzeit zusammen ziehen). Cristina und ihr Mann wollen 1 Jahr warten, denn sie haben sich schliesslich erst im letzten Jahr kennengelernt. Das nennt man Plan!

Was verändert sich nach der Hochzeit (verschiedene Quellen/Gespräche mit Frisch-Verheirateten): 
- Man muss lernen zusammen in einer Wohnung/Haus zu leben...mit allen Anfangsschwierigkeiten, die man allen Neuvermählten deutlich ansieht.
- Frau lernt kochen oder kocht mehr
- Frau übernimmt die Finanzen (was Mann scheinbar gut findet - eine Sorge weniger!)
- Mann darf nicht mehr mit Kumpeln so häufig weg gehen (Frau hat ja die Finanzen übernommen)
- Frau trägt mehr Schmuck
- Mann bekommt Schock, dass Frau keine gemeinsame Steuerveranlagung unterschreiben will solange keine Kinder da sind
- zielgerichteter Sex
- man verbringt viel Zeit mit der anderen Familie und ist froh, wenn man sich einigermassen versteht
- Frau wird dominanter, denn das gemeinsame Leben muss schliesslich organisiert werden
- Mann arbeitet länger und mehr

01.01.2017

Neujahrswünsche

Für die Neujahrswünsche wird gleich wieder unser Grusskarten-Generator genutzt (sorry, nur auf Koreanisch www.vwkr.co.kr/greeting/web_ecard) Vielleicht hatten wir Glück und haben einen tollen Sonnenaufgang über dem Meer auf Jeju gesehen. Dies ist übrigens eine koreanischen Tradition zum Neujahr, wenn auch nicht von allen wirklich gepflegt, denn es bedeutet ja frühes Aufstehen oder Durchmachen bis zum Sonnenaufgang.
Foto: Sonnenaufgang im Neuen Jahr

31.12.2016

Feuerzangenbowle

Feuerzangenbowle ist ein gezuckerter und mit Rum angereicherter Rotweinpunsch, der früher auch als Krambamboli bekannt war. Obwohl das Rezept für Feuerzangenbowle schon sehr alt ist, avancierte sie erst im Jahre 1944 zum absoluten Kultgetränk – dank des gleichnamigen Films mit Heinz Rühmann. Bei einigen hat es sich als unterhaltsamer Brauch etabliert, sich einmal jährlich zu treffen, um gemeinsam Feuerzangenbowle zuzubereiten und dabei den Kultfilm anzuschauen. Zu Silvester ist Feuerzangenbowle auch ein beliebtes Getränk, schließlich hat das Flambieren einen besonderen Effekt. Nun, wir haben den Film zu Weihnachten angeschaut - und ohne Feuerzangenbowle :)
Foto: Weihnachtsmarkt

26.09.2016

Hwangnambbang

In Gyeongju gibt es als besondere Spezialität das Hwangnambbang genannte "Brot" mit einer Füllung aus roter Bohnenpaste. Und weil sich wirklich an fast jeder Ecke ein Hwangnambbang Laden befindet, haben wir auch "zugeschlagen" und ich hatte ein Mitbringsel für mein Team.
Foto: Hwangnambbang

Dieser traditionell anmutende Snack wurde erst 1939 erstmals von einer Firma verkauft und hat sich seitdem zu einem der Markenzeichen Gyeongjus entwickelt. Weicher Teig und die herzhafte Füllung aus süßlichen roten Bohnen ergeben eine SEHR nahrhafte Leckerei für zwischendurch. Doch was zum Erfolg geführt hat, ist insbesondere die strikte Kontrolle der Herstellung des Brots, das bis zum heutigen Tag von Hand zubereitet wird. Im Laden kann man meist beim Herstellungsprozess zuschauen und sich so ganz sicher sein, dass man nur beste Qualität bekommt. 
Mein Fall war es das Brot nicht und auch im Büro schieden sich die Geister - auf jeden Fall tut man gut daran, es mit reichlich Flüssigkeit zu verzehren. Chalboribbang war ein etwas "leichterer" typisch Gyeongju Snack, rund und flach, mit der Bohnenpaste zwischen zwei kleinen Pfannkuchenähnlichen Brotscheiben, die aus koreanischer Gerste gebacken sind http://german.visitkorea.or.kr/ger/gyeongju/regionalespezialitaeten.

24.05.2016

today, we meet the palace

Zum zweiten Mal fand das Royal Culture Festival statt, in der gezeigt wurde wie sich es in der Joseon Dynasty so gelebt hat. Nein, Beleuchtung in dieser Art kann es zu der damaligen Zeit natürlich nicht gegeben haben, aber sie setzen die prächtigen Farben toll in Szene. 10 Tage hat das Festival gedauert.
Foto: angestrahlt
Foto: herausgeputzt

23.05.2016

6.803 likes

Ende April waren im Rahmen des Royal Culture Festivals lange Nächte im Gyeongbok Palast, in dem die Gebäude besonders beleuchtet waren, es viele Vorführungen gab und junge Besucher in traditionellen Hanboks kamen. Wunderschön.
Foto: Warten vor dem Gyeongbok Palast

Dieses Foto ist mir besondern gut gelungen (Nicht zu erkennen ist, dass das arme Mädchen relativ verzweifelt war, weil sie offensichtlich jemanden suchte, nicht fand und sehr unbequeme Schuhe trug, in denen sie nicht mehr laufen konnte. But who cares on a photo :)) Am nächsten Morgen war ich einigermassen baff erstaunt, dass das Bild über 100 Leuten auch gefallen hat (mein Kreis der Followers ist ja sehr klein). Der Grund: es war von einem anderen Instagram Account (#seoul_korea) entdecken worden und dort veröffentlicht, wo es sogar über 6,000 likes bekommen hat. Definitely too much exposure for me :)

28.03.2016

Ostereier und -hasen

Spätestens seit gestern, als auch meine Ma keine Erklärung für Ostereier und -hasen hatte, muss sich bei JTEBS gefragt werden, woher diese Bräuche eigentlich stammen www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/panorama/Ostereier-Osterhase: "Das hat sich seit dem Mittelalter langsam entwickelt", sagt die Biologin Beate Witzel vom Stadtmuseum Berlin. Damals zahlten die Bauern am Gründonnerstag ihre Pachtzinsen u.a. mit Eiern und erlegten Hasen. "So ergab sich die Kombination 'Eier und Hasen', die sich in den Köpfen der Menschen über die Jahre hinweg verfestigte. Der Gründonnerstag galt als Abschluss des laufenden Geschäftsjahres und die Bauern mussten den Grundbesitzern die Pachtzinsen zahlen." Es gibt eine weitere Erklärung: Da den Katholiken während der Fastenzeit der Genuss von Eiern verboten war, wurden sie gekocht und aufbewahrt. Bis Ostern hatte man daher viele Eier gesammelt. Ausserdem verkörpern Eier den Beginn neuen Lebens, passen demnach sehr gut zur Auferstehung Christi und zum beginnenden Frühling.
Foto: Bunte-Eier-Ersatz-Massnahme
"Im 17. Jahrhundert begannen die Erwachsenen dann, den Kindern zu erzählen, dass die Eier vom Osterhasen kommen", sagt Witzel. Deswegen werden die Eier jetzt auch versteckt. Denn das entspricht der Lebensweise des Hasen: Er legt im Gebüsch Mulden an und versteckt seine Jungen darin.
Foto: Osterhasen-Spass mit der App paper53
Die Osterfeuer, die es in Deutschland gibt, gelten übrigens als Abbilder der Sonne, die von nun an wieder länger und wärmer scheint.

14.03.2016

White Day

Heute ist "White Day" in Korea, ein Pendant zum Valentinstag, nur genau einen Monat später. JTEBS: Der Valentinstag ist der Tag für die Männer, an dem sie von verliebten Frauen in der Regel Schokolade geschenkt bekommen. Am White Day schenken dann die verliebten Männer den Frauen etwas. Standardgeschenk ist candy (Bonbons, Lutscher etc). Aber was haben nun die Mini-Schlümpfe auf dem Bild mit White Day oder Süßigkeiten zu tun? Sie kamen in einer Packung Chupa Chups Lollis.
Foto: Chupa Chups beipack-Schluempfe

Chupa Chups ist ein spanischer Lutscherhersteller, der seit Ende der 50er "Bonbons mit Stab" produziert, um klebrige Kinderhände zu vermeiden www.chupachups.de
Foto Quelle: www.chupachups.com.au/about/


22.02.2016

Masken 탈

Masken heißt auf Koreanisch 탈 (= tal) und stellen Personen, Tieren oder übernatürlichen Wesen dar. Man kann sie in zwei Kategorien einteilen: religiöse Masken und künstlerische Masken. Einige Masken sind in Schamanenschreinen aufbewahrt und werden bei Opfergabezeremonien verehrt. Andere religiöse Masken sollen böse Geister verjagen. Künstlerische Masken werden vornehmlich für Tanz und Theater verwendet.
Foto: traditionelle Masken
Die Masken werden aus Papier, Holz, Kürbis und Pelzen hergestellt. Papiermasken und Kürbismasken sind am weitesten verbreitet, weil sie einfacher herzustellen sind und ein relativ leichtes Gewicht haben, so daß man mit ihnen gut tanzen kann.
Um aussagekräftige Masken herzustellen, werden Rot, Schwarz, Weiß und andere Grundfarben bevorzugt. An den Farben kann man auch das Geschlecht und das Alter der darzustellenden Figur erkennen. Die Maske einer alten Person ist schwarz, wohingegen die eines jungen Mannes rot und die einer jungen Frau weiß ist http://berlinreport.com//kspiegel/intro/tal.
Foto: Infotafel am Incheon Airport

11.02.2016

freier Eintritt

Es gibt einen weiteren Grund, einen Hanbok, die traditionelle koreanischen Bekleidung, zu tragen: er gewährt freien Eintritt zu Palästen. Eine Spitzenidee, die von jungen Koreanerinnen gern genutzt wird und jeden anderen Besucher auch erfreut.
Foto: im Hanbok durch Palastanlagen wandeln


10.02.2016

Schleifebinden

Zum Hanbok gehört auch eine (einschlaufige) Schleife, die in einer besonderen Art gebunden wird. Das Schleifenband heisst 고름 = goreum, die Schleife selbst dann 옷고름 = ot-goreum (wobei ich noch nicht JTEBS geworden bin, warum man "ot" und nicht "os" sagt)
Foto: 옷고름
Foto: how to bow https://christinathepolyglot/korean-traditional-hanboks/

09.02.2016

Hanbok 한복

Der Hanbok ist die traditionelle koreanische Kleidung, die bis vor 100 Jahren noch im Alltag getragen wurde. Heutzutage tragen Koreaner Hanboks zu Festivals oder besonderen Anlässen wie Seollal.
Foto: Hanbok und Turnschue

Die Frauen-Hanbok-Tracht ist bunt, mit leuchtenden Farben bei jungen Mädchen und wird dezenter je älter oder "verheirateter" frau wird. Der Hanbok besteht aus mehreren Schichten: Unterhemd und weite lange Unterhosen, im Winter durch eine warme Hose ergänzt. Ein weiter Unterrock, darüber der weite Rock (치마 = Tschima), der unter der Brust gebunden wird. Eine kurze, Bolero-ähnliche Jacke (저고리 = Dscheogori) mit weiten Ärmeln wird mit einer großen Schleife vor der Brust geschlossen. Dazu werden bequeme gefütterte Socken getragen, auf denen man im Haus läuft. Draußen tragen die Frauen bunte Gummischuhe oder jede andere Form von Schuhen wie Turnschuhe.
Foto: Hanbok Mini
Die Männer-Hanbok-Tracht haben wir bisher auf der Strasse noch nicht gesehen. Mann würde eine bequeme Hose tragen, die an den Knöcheln gebunden ist, dazu eine Jacke, beides traditionell aus Hanffasern gewebt. Die Jacke wird oft mit Bernsteinknöpfen geschlossen. Im Winter ergänzen eine Weste und ein Mantel den Anzug. Die früher üblichen Stoffschuhe mit geflochtenen Grassohlen sind verschwunden, man trägt heute westliche Lederschuhe http://german.visitkorea.or.kr/ger/hanbok.