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16.09.2021

3 Wochen Quarantäne

Ein Peking-Kollege war auf Heimurlaub in Deutschland und muss nun 3 Wochen in Qingdao in die Quarantäne. Die Essensqualität (hier: Frühstück) scheint nur unwesentlich besser geworden zu sein, auch wenn der Plastikbehälter wesentlich besser aussieht und es einen Kaffee dazu gibt. Aber die Zimmerqualität ist deutlich gestiegen, angefangen beim Designer-Nachbau-Stuhl, einem Trimm-Dich-Gerät bis hin zur großen Fensterfront mit Meerblick. Dafür muss er aber auch einiges mehr bezahlen, nämlich 1.000 RMB pro Nacht (~ 130 Euro). Bei 3 Wochen ist das eine ganze Stange Geld...


 

23.10.2020

Day 7/Bye-bye Hotel

Das Ergebnis unseres Covid Test am Tag5 ist negativ, so dass wir am Tag 7 das Quarantäne-Hotel verlassen dürfen. 

Die Hotellobby ist auch bei der Abfahrt sehr skurril. 

Inzwischen aber wissen wir, dass der weisse Staub, der überall liegt, kein Baustaub ist, sondern die Reste des Desinfektionsmittel, das täglich mehrfach gesprüht wird.


22.10.2020

Day 6/Sonnenbaden

Wahrscheinlich werden wir unser Hotelzimmer sogar nun ein bisschen vermissen, denn es hatte von morgens bis Mittag Sonne. Kann man hinter der Scheibe eigentlich braun werden und ein bisschen Vitamin D tanken? 

JTEBS https://praxistipps.focus.de/durch-glas-braun-werden: UV-B-Licht dringt nicht durch Glas, aber das UV-A-Licht passiert normales Glas fast ungehindert. Daher kann eine gewisse Bräune auch hinter Glas entstehen. Allerdings funktioniert dieser Bräunungsmechanismus nur, wenn Ihre Haut im Vorfeld bereits gebräunt war. Gut zu wissen: Je nach Glasart ist die Durchlässigkeit für UV-A-Strahlen unterschiedlich hoch. Normales Fensterglas lässt sie fast komplett, Isolierglas etwas weniger, Verbund-Sicherheitsglas (zum Beispiel Windschutzscheiben) dagegen nur zu wenigen Prozent passieren.

Da definitiv davon ausgegangen werden kann, dass es sich in China überwiegend um normales Fensterglas handelt, war das kurze Mittagsschläfchen in der Sonne Teil der Tagesroutine, vor allem weil das Wetter gerade schön ist und wir viel blauen Himmel hatten.




21.10.2020

Day 5/Covid Test

Wir hatten es schon auf einem der vielen Info Zettel gelesen. Am Tag 5 und Tag 12 werden nochmal Abstriche gemacht. Zum Glück kam Frau-in-Blau schon gleich morgens und direkt zu uns ins Zimmer, so dass man nicht allzu lange warten musste.

Wieder wurden 2 Abstriche gemacht, dieses Mal einen durch die Nase, den anderen im Rachen. Nein, man gewöhnt sich nicht daran, aber es ist auch nicht so schlimm wie ich es mir immer wieder vorstelle. Und ein Stirntuch hilft, hihi.



18.10.2020

Day 3/sich beschäftigen - Spaß machen

Ganz wichtig in der Hotelquarantäne: den Humor nicht verlieren und Spass haben. Das geht zu zweit natürlich besser, aber egal was man tut: Kartenlegen, Fernsehen gucken, basteln, schreiben, bloggen, ein Tänzchen einlegen, laut singen, sich ein Stirntuch umbinden, einen Apfel bekleben, weil er einen so unbeteiligt anschaut ...



...oder einfach mal "yaaa-chackoo" vor dem Spiegel machen (nein, ich habe auch keine Ahnung, woher dieses Geräusch stammt, hihi)


 

17.10.2020

Day 3/restliches Gepäck kommt an

Juhu, wir mussten nicht eine ganze Woche auf den anderen Koffer und die Tasche warten, sondern das Gepäck kam schon Samstag Mittag, also an Tag 3, an. Es gibt wichtige Utensilien, die man für eine Hotelquarantäne (in China) dabei haben sollte:

- Becher, Teller/Schale, Besteck, scharfes Messer, Tüten-Zumach-Clips

- Lappen, Küchenhandtuch, Haken/Saughaken

- Yogamatte

- gemütliche Joggingklamotten (hihi, endlich kam mal unser LH-first-class-Schlafanzug zum Einsatz)

- Lautsprecher, Computer, iPod, Adapter, Charger, heruntergeladene Filme und Hörbucher, HDMI Kabel

- Schreibzeug, Buch, Klebeband/Tape

- Fieberthermometer, eigenes Duschzeug (Seife, Shampoo etc. - gibt es zwar, aber das eigene tut gut) 

- Kaffee, Tee, Riegel, Trockenobst und Nüsse, Salz, Pfeffer, spezielles Essen (z. B. Hirseflocken, Reismilchpulver)

Echter Luxus sind: Gymnastikball, gemütliches Licht, Hausschuhe, eigenes Kissen, Schlafsack, lustiges Maskottchen/Deko

Die Liste wird ab sofort um ein weiteres Zufalls-Mitbringsel ergänzt: einen Swiffer, denn es wird in der Zeit der Quarantäne nicht sauber gemacht und es sammelt sich viel auf unserem Plastikfußboden an.

Auch das Fensterglas wurde damit erst einmal entstaubt, so dass es nun ein Lieblingsplatz von husband gibt.




16.10.2020

Day 3/food delivery & Mangoigel

Gleich mit der ersten Sherpa Lebensmittel Lieferung haben wir frische Mangos bestellt. Vitamine sind schliesslich wichtig in der Quarantäne. Es gab sie in happen-gerechten Stücken, denn unser scharfes, mitgebrachtes Messer ist etwas klein für den "Mangoigel. 
Leider hat das mit der Lieferung aber nur einmal geklappt, danach hiess es: offene/frische Sachen dürfen nicht geliefert werden.
Ich weiss gar nicht mehr, wer mir den "Mangoigel" erklärt hat als einfache Art, eine Mango zu schneiden. Wer ihn noch nicht kennt, kann hier nachschauen www.youtube.com/mangoschneiden oder sich an diesem Miniaturbild erfreuen, das die Sommergefühle etwas verlängert.
Quelle: Tatsuya Tanaka

15.10.2020

Day 2/sich beschäftigen - Gymnastik

Die Fläche in unserem Zimmer ist begrenzt, aber das hindert husband nicht daran, fleißig seine Gymnastik zu machen. 

Ich bin da wesentlich fauler, aber habe auch eine gute Ausreden, denn ich bin ja im Homeoffice an unserem Multifunktions-Hoteltisch. 


Allerdings waren die ersten 2 Tagen sehr ruhig, weil viele noch im Urlaub sind (die erste Oktoberwoche ist Golden Week und daher war vom 1.-7.10. frei). 

Aber ich zehre bestimmt noch von meinen Übungen in Wolfsburg im Kletterpark :)


13.10.2020

Day 1/Ankunft im Hotel

Es ist eine schöne Fahrt vom Flughafen zum Hotel, denn die Sonne scheint zwischen den weissen Wolken am blauen Himmel und wir haben gute Sicht von der hinteren Sitzreihe des Busses. 

Nach ca. 1 Stunde Fahrt erreichen wir das Hotel, das im gleichen Distrikt (Xuhui) liegt wie unsere Wohnung.

Es ist ein kleiner Schock als wir die Ankunftshalle des Hotels betreten, nicht nur für uns, auch für die anderen, ausschliesslich chinesischen... tja, was sagt man, "Gäste" passt auf keinen Fall, vielleicht "Patienten"? Das Hotel scheint mitten IN oder VOR einer Renovierung gewesen zu sein als es zum Quarantäne-Zentrum umfunktioniert wurde: Baustaub, Abdeckungen, provisorische Einrichtung überall. 


Begrüßt werden wir von einer, wahrscheinlich Parteigenossin, die Kommandos im lauten, scharfen Ton verteilt: hier hinsetzen, das ausfüllen, das mitnehmen... nur bei uns kichert sie ein wenig, denn hat gemerkt, dass wir eh nichts verstehen. Zwei nette, ebenfalls recht geschockte Mitreisende helfen beim Übersetzen: 2 x Fiebermessen pro Tag und per Telefon durchgeben. Es gibt 3x am Tag Essen und das Hotel sieht es nicht gern, wenn sich die "Patienten" selbst mit warmen Essen versorgen. Verpacktes Essen ist aber ok. Müll wird 1x am Tag, nachmittags, abgeholt. Bestellungen werden 1x am Tag, gegen 18 Uhr, ausgeliefert.

Die Formulare sind immerhin zweisprachig. Die Plastikeimer scheinen wichtig zu sein, denn jeder bekommt einen, auch wenn man zu zweit auf ein Zimmer geht. Das ist übrigens auch bei Familien keine Selbstverständlichkeit sondern eine Ausnahme (nur bei Kindern unter 14 Jahre oder Angehörigen über 70 Jahre ist es "normal"), aber bei uns, vielleicht dank fehlender Kommunikationsmöglichkeit, löst es keinerlei Diskussion aus. Natürlich muss man auch dafür ein Formular ausfüllen. Und natürlich ist das Zimmer dadurch nicht größer. 

Mit Plastikeimerchen bewaffnet geht es dann in Etage 13, aber wir tauschen unser Zimmer nochmal, denn es sind Einzelbetten und das Zimmer ist in einem wirklich renovierungsbedürftigen Zustand. 

Die Bilder sehen gar nicht so schlimm aus, wie der erste Eindruck war. Nur das Foto vom Fahrstuhl lässt erahnen, wie geschockt wir alle am Anfang waren. 

Nun sind wir in einem Doppelbettzimmer, das etwas größer ist als das erste und irgendwie auch renovierter aussieht (weiße Decke, keine Wasserflecken an den Wänden und auch die Klimaanlage sieht besser aus). Standard-Ausstattung ist nun eine Plastikplane über dem Teppich, erst gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich praktisch, denn a) der Teppichboden darunter ist bestimmt unhygienischer und b) lässt er sich nach den 7 oder 14 Tagen besser desinfizieren bzw. vermutlich entsorgen.







12.10.2020

Day 1/Ankunft Flughafen

Bei der Ankunft am Flughafen in Pudong geht alles viel entspannter zu als seinerzeit im März. Klar doch, China hat den Virus im Griff und die Anzahl der landenden Flugzeuge sind stark limitiert. Lufthansa, zum Beispiel, fliegt nur noch mittwochs von Frankfurt nach Shanghai und mit der gleichen Crew am Freitag zurück nach Deutschland. Vor Corona waren es täglich 2-3 Flieger pro TAG. 

Kein Empfang mehr im Flieger vom medizinischen Personal. Per WeChat sollen sich alle ankommenden Passagiere schon vorher registrieren. Alle Wege im Flughafen sind gut gekennzeichnet bzw. abgesperrt. Mehrere Stops zum Vorzeigen des QR Codes und Auffüllen von Formularen. Dann bekommt man sein "Röhrchen" für die Abstrichtupfer in die Hand gedrückt, das nun mit einem QR Code versehen wird. Dann ein langer Weg zu einem Außen-Container, wo die zwei Abstriche gemacht werden, von denen ich gestern schon berichtet hatte. Weiter zum Gepäck und der Gepäckermittlung, denn 2 Gepäckstücke stehen noch in Frankfurt. (Vermutlich haben sie sich aufgrund des langen Aufenthalts auf dem Flughafengelände umschauen wollen und sich verlaufen, hihi, anders ist das ja wohl nicht zu erklären.)

Wie auch im März werden nun alle Passagiere nach Distrikten sortiert. 

Man darf entscheiden, ob man 7 Tage oder die gesamten 14 Tage im Quarantäne-Zentrum (= umfunktioniertes Hotel) verbringen will. Wir entscheiden uns natürlich für das 7+7 Modell, also 7 Tage im Hotel und 7 Tage Zuhause. Für alle die sich fragen, warum es überhaupt die andere Möglichkeit gibt, denen sei JTEBS geholfen: dies ist für Menschen, die mit anderen Personen in einem Haushalt leben, die nicht gereist sind. Hier ist es sinnvoll, die 14 Tage im Hotel zu verbringen, denn sonst müsste der gesamte Haushalt in Quarantäne gehen. Sowohl die Kosten für den Covidtest als auch Hotelkosten müssen von allen Personen selbst getragen werden. In China kostet der Test allerdings nur 120 RMB, also ca. 15 Euro. Hotel & Verpflegung kosten 500 RMB, also ca. 60 Euro. 
Immer noch helfen jede Menge junger Freiwillige bei der Arbeit am Flughafen. Sie haben es sich inzwischen gemütlicher bzw. individueller gemacht: mit Bildern, Zeichnungen und Absperrungen für ein wenig Privatsphäre. 

Nach einiger Wartezeit, jetzt aber mit Wasserflaschen und Stühlen, werden wir in Busse verfrachtet. Auf geht's zum Quarantäne Hotel im Xuhui Distrikt. Wieder begleitet von einem Polizisten, der aber deutlich jünger und unerfahrener ist als damals im März. Schliesslich ist es jetzt ein Routineeinsatz, da braucht man keine Autorität, sondern nur einen Prozess.
Die Sonne lacht. In Shanghai hat der schöne, kurze Herbst begonnen.