10.09.2016

Chuseok

Vom 14.-16.09. wird Chuseok gefeiert, der wichtigste koreanische Feiertag (Mondfest, Herbstfest, Erntedankfest  - wichtig wie bei uns Weihnachten und in den USA Thanksgiving zusammen) Chuseok wird am 15. Tag des achten Mondmonats gefeiert, einer Vollmondnacht, in diesem Jahr am 15.9., der Tag davor und danach ist frei.
Der Name Chuseok bedeutet Herbstabend und es ist ein Familienfest, in dem sich ganz Korea auf den Weg "nach Hause" macht, genauer zur Familie/Eltern des Mannes.

Der letzte Teamabend vor Chuseok hat jede Menge JTEBS Einsichten in die Traditionen gebracht: Natalie hat dieses Jahr geheiratet, deshalb ist es das erste Jahr, dass sie Schwiegertochter ist und damit Pflichten zum Chuseok Fest hat. Sie hat Glück: ihr Schwiegermutter erwartet nicht, dass sie die Essenvorbereitungen im Schwiegereltern Haus vornimmt und sie ist auch nur für ein Gericht zuständig (wahrscheinlich weil keiner weiss, wie gut sie kochen kann :) Es wurde ihr aber genau gesagt wieviel und was sie kochen muss. Ihr "Eierkuchengericht" dauert ca. 5 Stunden in der Vorbereitung - Schummeln gibt es nicht (z. B. irgendwo einfach kaufen), denn man wird bei Tisch genau befragt, wie man gekocht hat. Männer sind relativ entspannt zu Chuseok, denn müssen nur die Fahrt zu den Eltern organisieren und die Familienspannungen aushalten, denn es scheint nicht oft vorzukommen, dass Schwiegermütter und Schwiegertöchter sich richtig mögen.

Foto: Chuseok Tisch Quelle: https://missboulette.wordpress.com

Einen netten Bericht über Chuseok Essen gibt es in dem Blog von missboulette https://missboulette.wordpress.com/chuseok-erntedank-und-andere-feierlichkeiten/:

Herbstzeit ist Chuseok Zeit. Jeder große Feiertag in Korea beginnt morgens (ausschlafen ist nicht) mit einem großen gedeckten Tisch – das Ahnenritual für die Verstorbenen der Familie. Noch immer sind diese konfuzianisch geprägten Riten und Werte in der Gesellschaft fest verankert - trotz wirtschaftlich rasantem Wandel und Technologiebegeisterung...
Der typische Tisch (Jesa-Sang) beinhaltet jede Menge Speisen - die Menge (immer eine ungerade Zahl) und die Anordnung sind geregelt: in der ersten Reihe frische und getrocknete Früchte mit Süßigkeiten; die zweite Reihe getrockneter Fisch mit dem Kopf gen Osten, verschieden farbige Namul und ein Dessertgetränk aus Gerstenmalz und Reis (Sikhye); dritte Reihe Variationen von "Gebratenem" (Jeon) aus Fleisch, Fisch, Gemüse, Tofu und nochmals Fisch in gedämpfter Form; letzte Reihe der eigentliche Essensplatz mit Trinkschale, Reis, Suppe und Besteck, daneben ein ganzes Stück Fleisch (Steak und/oder ganzes Hähnchen) und Reiskuchen. Alle Speisen werden ohne Knoblauch und Chili zubereitet, um die diesmal gewünschten (guten) Geister des Hauses nicht zu vertreiben, aus gleichem Grund meidet man auch alle roten Speisen bis auf Früchte.

Je nach Anlass und Region variiert der Tisch ein wenig: zum Chuseok werden insbesondere auch süße Reiskuchen (Songpyeon) gefüllt mit Sesam serviert. An der Westküste werden zusätzlich Gulbi (Adlerfisch) aufgetischt, mit Meersalz eingerieben und in der Meeresbrise leicht getrocknet; an der Ostküste oftmals gekochter Octopus.

Aber zunächst heisst es "nur gucken"! Erst wenn die Zeremonie beendet ist, der Zettel mit den Namen der Verstorbenen draußen angezündet wurde und dabei in die Luft aufgestiegen ist, erst dann darf man die Speisen miteinander teilen, die sogar (wie soll es auch anders sein) Glück und Harmonie für die ganze Familie bringen sollen. Happy Chuseok!

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